07.07.2021 - 13:56 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Dürre in der Oberpfalz: Reicht der Regen, um die Trockenheit zu kompensieren?

Den Sommer haben sich viele sicher anders vorgestellt: mehr Sonne, weniger Regen. Für die Natur ist der viele Regen allerdings gut. Trotzdem gibt es noch Regionen in der Oberpfalz, die zu trocken sind und wo die Dürre weiterhin vorherrscht.

Nach jahrelanger Trockenheit erholt sich der Boden in der Oberpfalz etwas.
von Wiebke Elges Kontakt Profil

Von Wiebke Elges und Celina Rieß

Die Oberpfalz ist in einigen Teilen immer noch zu trocken. Das zeigt bereits der Blick auf den Dürremonitor des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung. Einige Bereiche der Region sind immer noch dunkelrot. Laut der Webseite des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung steht dunkelrot für „außergewöhnliche Dürre“ – mehr geht nicht.

Trockenheit in den Tiefen Bodenschichten

Der Wetterexperte von Oberpfalz-Medien Andy Neumaier sagt, dass in der Oberpfalz davon vor allem die Stadt Amberg und der Landkreis Schwandorf betroffen sind. Insbesondere in den Tiefen sei der Boden immer noch sehr trocken. Das ist in Amberg und im Landkreis Schwandorf in einer Tiefe von 1,20 Meter der Fall, sagt der Wetterexperte. „Auf die Dauer ist hier einfach immer noch zu wenig Regen gefallen. Stellenweise war zwar Land unter in diesen Gebieten, aber der Boden kann das in die Tiefen so nicht aufnehmen.“ In der Tiefe sitzt die Trockenheit jetzt seit drei bis vier Jahren, so Neumaier. Dem stimmt auch der Schnaittenbacher Forstbetriebsleiter Philipp Bahnmüller zu. Das Lieblingswetter eines Försters sei im Sommer ein Landregen. Das ist Regen, der fein, aber permanent fällt. Der Boden kann diesen feinen Regen gut aufnehmen, sagt Bahnmüller. Bei Starkregen hingegen fällt viel Wasser in kurzer Zeit. Dann könne es geschehen, dass der Regen oberflächlich abfließe, weil der Boden ihn in dieser Schnelligkeit nicht aufnehmen könne.

Feuchter Oberboden

In anderen Gebieten der Oberpfalz sieht es mit der Dürre hingegen besser aus, sagt Neumaier. So sei die Trockenheit in Tirschenreuth und der östlichen Oberpfalz besser geworden. Hier habe es seit April mehr geregnet. „Seit 2018 ist der Boden staubtrocken. Durch das nasse Frühjahr in diesem Jahr hat sich die Bodenbeschaffenheit in einigen Gebieten verbessert.“ Der Boden sei satter, saftiger und grüner. „Die Wälder sehen teilweise aus wie tropische Regenwälder.“ In einem Gespräch mit Andy Neumaier im Mai sagte er bereits: „Auch wenn wir es nicht hören wollen, der Regen im Mai war nötig.“ Neumaier betont, dass vor allem der obere Boden jetzt feucht genug ist. Der Wetterexperte meint, wenn es im Sommer so weitergeht, kann das Problem der trockenen Böden bis Jahresende wesentlich kleiner sein. „Vom Wetter her sieht es dafür momentan gut aus. Rein auf die Oberpfalz bezogen, entspannt sich die Situation für den Boden.“

Auch Forstbetriebsleiter Bahnmüller meint, der Regen habe die Gegebenheit für den Wald und die Pflanzen deutlich verbessert. Aber wir seien längst nicht da angekommen, wo wir vor diesen trockenen Sommern in den Jahren 2018 und 2019 waren. Den Bodenfeuchtezustand der Vor-Dürre-Jahre hätten wir noch nicht wieder erreicht. Der Boden sei dadurch so tief ausgetrocknet, dass er länger brauche, bis der Gesamtboden bei uns wieder ausreichend mit Wasser versorgt sei. Dies ist vor allem für Bäume ein Problem, da sie mit ihren Wurzeln auch tiefe Bodenschichten erschließen, sagt Bahnmüller. Von dem vielen Regen der letzten Wochen und Monate habe der Wald auf jeden Fall profitiert, aber bis er richtig gut wasserversorgt sei, müsse es noch mehr regnen. Das wird laut dem Forstleiter bis ins nächste Jahr hinein dauern.

Auswirkungen auf das Grundwasser und das Klima

Philipp Bahnmüller erklärt außerdem, dass der Grundwasserspiegel in den letzten Jahren abgesunken ist. Die Trockenheit des Bodens habe also auch Auswirkungen auf die Nutzwassergewinnung von uns Menschen.

Was sich laut Bahnmüller zudem auch bemerkbar macht, sind die Feuchtgebiete und Moore. Diese seien nun wieder gut mit Wasser versorgt, was in den vergangenen zwei Jahren nicht der Fall gewesen sei. Die Moore sind trockengefallen, sagt der Forstbetriebsleiter. Kommt es dazu, werden die abgestorbenen Pflanzenteile umgesetzt, das heißt, sie zersetzen sich. Wenn organisches Material (Biomasse) abgebaut wird, setzt es CO2 frei. Moore sind dann keine CO2-Senke mehr, sondern geben Kohlenstoff an die Atmosphäre ab, sagt Bahnmüller.

Kalter Frühling in der Oberpfalz

Oberpfalz
Übersicht der Bodentrockenheit in den einzelnen Regionen von Juli bis Dezember im Jahr 2020.

Vergleich der Wetterdaten in Weiden zwischen 2021 und dem Mittelwert der Jahre 1991-2020

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