23.09.2019 - 17:32 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Am Durchstich wird's gefährlich

Seit 40 Jahren steht der Wittgarten-Durchstich auf der Wunschliste der Weidener Stadträte ganz oben. Am 28. Oktober wird die kurze Verbindung für Fußgänger und Radfahrer zur Innenstadt geöffnet. Doch Wünsche bleiben.

Eine wirklich gefährliche Ecke. Fußgänger und Radfahrer, die aus der Siechenstraße (links) kommen, müssen sich weit in die stark und schnell befahrene Schweigerstraße (rechts) hineintasten.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

So gelungen die Untertunnelung der Bahnlinie, so gefährlich ist die "Anbindung" für Radler und Fußgänger über die Siechenstraße weiter nach Westen: Sie müssen die Schweigerstraße queren. Diese ist inzwischen mit einem überraschend hohen Verkehrsaufkommen belastet.

Querungshilfe nötig

SPD-Stadtratsfraktion und Ortsverein Lerchenfeld/Stockerhut suchen nach einer schnellen Lösung. Ortsvereinsvorsitzender Ralf Moser lud am Freitagabend zur Ortsbesichtigung. Fast zeitgleich bringen stellvertretende Fraktionsvorsitzende Hildegard Ziegler und Stadträtin Gabriele Laurich einen Antrag zum Hauptverwaltungsausschuss ein, Sie fordern, an der Kreuzung der Königsberger-/Siechenstraße mit der Schweigerstraße eine Querungshilfe für Fußgänger und Radfahrer einzurichten.

Auch Bürgermeister Jens Meyer, seit jeher bekennender Fan des Wittgarten-Durchstichs, unterstützt diese Anregung, die das Projekt erst komplett machen wird. Die Kreuzung sei für Radfahrer, Fußgänger und Autofahrer gleich gefährlich. "Man sieht nichts. Und keiner rechnet damit, dass aus der Siechenstraße Leut' rauskommen", stellte Meyer vor Ort fest. Wer wiederum aus der Siechenstraße komme, müsse sich ziemlich weit in die Schweigerstraße hineintasten, bevor er Klarheit über das Verkehrsgeschehen habe. Gerade für Schüler, die den Wittgarten-Durchstich hinaus zur Berufsschule nutzen werden, sei dies "extrem gefährlich".

Um für Sicherheit zu sorgen, sei eine Querungshilfe, am besten ein Fußgängerüberweg mit Zebrastreifen nötig. Sogar für eine Ampel sprach sich SPD-Stadtrat Karl-Heinz Schell aus. Obwohl Parkplätze in diesem Quartier knapp sind, müssten einige Stellplätze geopfert werden, um ein größeres freies Sichtfeld in der Schweigerstraße zu schaffen. "Wir alle haben 40 Jahre auf den Wittgarten-Durchstich gewartet, jetzt müssen wir auch den Anschluss über die Schweigerstraße hinweg vernünftig regeln", unterstrich Bürgermeister Jens Meyer.

Auf Vorhalt eines Anwohners, die Stadt habe beim Bau des Durchstichs die Anlage von Parkplätzen vergessen, betonte Meyer, dass der Durchstich als Ortsteilverbindung gedacht sei. So könnten Bewohner der Innenstadt auf kurzem Weg in den Wittgarten, oder umgekehrt vom Stockerhut in die Max-Reger-Straße gehen. Nicht geplant sei hingegen, dort einen Park&Ride-Verkehr einzurichten.

90 Prozent gefördert

Einigen Radlern wollte partout nicht einleuchten, dass der Durchstich immer noch gesperrt bleibt, obwohl er doch augenscheinlich fertig ist. Hier verwies Meyer auf noch ausstehende Fliesen- und Elektroarbeiten. Und schließlich will Weiden mit der Eröffnung auf den Regierungspräsidenten warten: Schließlich machte erst die 90prozentige Förderung die Untertunnelung der Bahnlinie möglich.

Noch im Winter will die Baugenossenschaft Familienheim mit der Sanierung des "Schweigerblocks" beginnen, kündigte Aufsichtsratsvorsitzender Helmut Zupfer an. Er bedauerte, dass der ursprünglich geplante Neubau auf dem Areal durch das Landesdenkmalamt verhindert wurde. "Für uns war's ein Schock."

Am Wittgarten-Durchstich sind noch Restarbeiten nötig, erklärt Bürgermeister Jens Meyer: Die Untertunnelung der Bahnlinie wird am 28. Oktober eingeweiht.

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.