17.07.2018 - 17:31 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ein echtes Zuhause für Senioren

Endlich: Nach zehn Jahren Vorbereitung (und Neubau des Kindergarten) startet die Caritas das neue Großprojekt "Wohn-, Pflege- und Sozialzentrum St. Konrad". 15 Millionen Euro investiert der Diözesanverband dazu bis 2021.

Hoch damit: Architekt Peter Kuchenreuther, Bauunternehmer Christian Bauer, Stadtpfarrer Johannes Lukas, die KWS-Geschäftsführer Markus Jakob und Maximilian Seitz, Caritas-Direktor Michael Weißmann, Anna Schell (81), die Vorsitzende des Heimrats von St. Konrad, Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Martin Kneidl, der Leiter des Wohn- und Pflegeheimes St. Konrad, sowie Dr. Robert Seitz, Abteilungsleiter Soziale Einrichtungen bei der Caritas Regensburg (von links), beim Spatenstich. Im Hintergrund der Altbau des Seniorenheims St. Konrad. Bild: Gabriele. Schönberger
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

(wd) Das Gebäude des derzeitigen Caritas Alten- und Pflegeheims St. Konrad mit aktuell rund 100 Pflegeplätzen ist für eine moderne Altenpflege nicht mehr geeignet, räumte Stadtpfarrer Johannes Lukas beim Spatenstich ein. "Es war klar, dass etwas Neues kommen muss." Und damit machte sich vor zehn Jahren der junge Stadtpfarrer mit Pfarrgemeinderat und Kirchenverwaltung auf die Suche nach Partnern. "Wir sind heilfroh, dass es uns gelungen ist, die Caritas zu gewinnen. Ich freue mich schon auf die Einweihung."

Träger ist der Caritasverband für die Diözese Regensburg, Baubetreuer das Katholische Wohnungsbau- und Siedlungswerk der Diözese Regensburg GmbH (KWS). Das KWS erwirbt das Eigentum am Komplex für Soziale Dienste und betreutes Wohnen und wird die Wohnungen vermieten.

Umfassendes Zentrum

Der neue Komplex wird ein umfassendes Zentrum: mit 66 vollstationären Pflegeplätzen und 35 Appartements für betreutes Wohnen. Von diesen 35 Appartements sind 20 Zwei- oder Drei-Zimmer-Wohnungen im Pflegewohnen. "Damit bleibt die Caritas in Weiden weiter ein starker Dienstleister, wenn es um die Versorgung von Senioren und Menschen mit Hilfebedarf geht", betonte Diözesan-Caritasdirektor Michael Weißmann. "Ein Vorzeigeprojekt: Kirchliche Partner arbeiten Hand in Hand. Das Zentrum soll nicht nur ein Haus, sondern ein Zuhause sein, eingebettet in die Pfarrgemeinde. "

Im Haus vertreten ist auch der ambulante Pflegedienst. Neu in St. Konrad ist dann die Tagespflege: Dort werden 20 Senioren, die weiter zu Hause wohnen, tagsüber an allen Werktagen betreut. Die stationäre Pflege hingegen bleibt für viele Pflegebedürftige, vor allem solche mit Demenz, die beste Wohnform. Auf sie ist auch die Architektur des Hauses abgestimmt: klar strukturiert, lichtdurchflutet, weitläufig.

Das bauliche Konzept spiegelt eine bedeutende Idee wider: Die älteren Menschen sollen am gesellschaftlichen Leben teilnehmen. Wer zukünftig das neue Wohn-, Pflege- und Sozialzentrum St. Konrad betritt, steht dann inmitten eines "Marktplatzes": an die weite, offene Ebene im Erdgeschoss schließen sich eine Cafeteria, eine Kapelle, ein Veranstaltungsraum und eine Terrasse mit Garten an.

Marktplatz-Konzept

Das Marktplatz-Konzept wird in den beiden stationären Wohnbereichen im ersten und zweiten Stockwerk weitergeführt: Die Marktplätze sind dort jeweils weit geöffnete Räume, ausgestattet mit Wohnküche und Sitzgelegenheiten. "Auf den Marktplätzen im Obergeschoss spielt sich das Sozialleben der Wohnbereiche ab", sagte Seitz. Dort würden die Bewohner zusammensitzen und auch ihre Besucher empfangen. Dort werde gebacken, gekocht und geplaudert. Ums Eck befinden sich Loggias für persönliche Gespräche oder ruhigere Momente.

St. Konrad sei dabei, sich stark zu verändern: "Nur die Kirche bleibt, alles andere ändert sich", stellte OB Kurt Seggewiß fest. Die Großprojekte entsprächen "Bauen im Bestand", wozu er viel Nervenstärke wünschte. Das neue Senioren- und Sozialzentrum sei auch eine Maßnahme gegen die Klagen über den Fachkräftemangel in den Pflegeberufen.

Info:

900 soziale Einrichtungen der Caritas

"In St. Konrad entsteht wohl das modernste Wohn- und Pflegezentrum in der Diözese Regensburg", freute sich Caritas-Direktor Michael Weißmann bei der Grundsteinlegung. Der Neubau sei einer von vielen innovativen Schritten, welche die Caritas Regensburg im Bereich der Altenpflege in der Region gehe.

Die Caritas Regensburg umfasst mehr als 900 soziale Einrichtungen im gesamten Bistum. Die Dienste und Hilfen reichen von der professionellen Altenpflege über die Beratung und Betreuung gesellschaftlich Ausgegrenzter bis hin zur Hochleistungsmedizin im Caritas-Krankenhaus St. Josef.

Die Caritas in der Diözese Regensburg beschäftigt über 21 000 hauptamtliche Mitarbeiter. Diese werden von zahlreichen Ehrenamtlichen unterstützt. Gemeinsam betreuen sie mehr als 350 000 Menschen in den verschiedenen Einrichtungen in der Diözese. (wd)

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