19.09.2019 - 20:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ehrenzeichen für verdiente Weidener

Sie singen, schießen, reiten oder sporteln, organisieren Feste, sorgen fürs leibliche Wohl, werben um Nachwuchs und stehen im Verein an vorderster Front. Mancher Verein hätte ohne das Engagement von acht Weidenern Probleme.

Acht verdiente Weidener erhalten das Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Es seien oft die kleinen Dinge, die übersehen würden, jedoch Großes bewirkten, sagte Oberbürgermeister Kurt Seggewiß bei der Feierstunde im großen Sitzungssaal im Neuen Rathaus am Donnerstagnachmittag. Er freute sich, gemeinsam mit den Bürgermeistern Jens Meyer und Lothar Höher, im Namen des Ministerpräsidenten acht Weidener mit dem Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt auszeichnen zu dürfen. Diese waren in Begleitung ihrer Familien erschienen und nahmen die Auszeichnung teils sichtlich bewegt entgegen.

Vereinsmitglieder am Krankenbett zu besuchen, für ein Fest Kuchen zu backen oder sich nicht zu schade zu sein zum Putzlappen zu greifen, sei eine Wertsschätzung für die Kameraden und den Verein, dankte Seggewiß den ehrenamtlich tätigen Bürgern, die dadurch für das Gemeinwohl Großartiges leisteten.

Monika Bartl, "CHORisma" Weiden

Sie singt seit ihrem 7. Lebensjahr, erst im Kinderchor St. Elisabeth, dann im Kirchenchor und seit der Gründung 1987 für "CHORisma". 1998 rettete sie die Chorgemeinschaft vor der Auflösung und sprang als erste Vorsitzende "ins kalte Wasser". Das ist nun 20 Jahre her. Neben den Proben und Auftritten kümmerte sich Bartl um eine neue Chorleitung, organisierte den mehrmaligen Umzug des Probenraums und baute vorausschauend eine Homepage und einen Facebook-Account auf. "Stillstand kennt sie nicht", so der OB. Das Wohl der Mitglieder liegt ihr besonders am Herzen. Für sie organisert sie auch regelmäßige gesellige Treffen. Neben ihrem Beruf versieht Bartl außerdem den Lektorendienst bei Gottesdiensten, ist aktiv im Frauenbund, in der KAB und singt seit 20 Jahren im Kirchenchor St. Konrad.

Gunda Heuberger, Stadt- und Jugendblaskapelle Weiden

Die Nachwuchsarbeit im Bereich der Blasmusik liegt Gunda Heuberger sehr am Herzen. 18 Jahre lang war sie bis 2014 zweite Vorsitzende der Stadt- und Jugendblaskapelle. Seggewiß würdigte ihr uneigennütziges gesellschaftliches Engagement, mit dem Gunda Heuberger Werte wie Zusammenhalt und Gemeinschaft in die Tat umsetze. Unvergessen der Auftruitt der jungen Musiker in den Weidener Partnerstädten, der Live-Auftritt im Radio Pilsen sowie die zahlreichen Auftritte in Spanien. Als Delegierte der Kapelle engagiert sich die Weidenerin auch im Heimatring und ist vielen auch als "fleißige Bedienung beim Maibaumaufstellen" bekannt.

Oberbürgermeister Kurt Seggewiß (Mitte) und den Bürgermeistern Lothar Höher (links) und Jens Meyer ist eine besondere Freude, die engagierten Mitglieder verschiedener Weidener Vereine im Namen des Ministerpräsidenten auszuzeichnen.

Sabine Höcker, Schützengesellschaft Adler Mitterhöll

41 Jahre, so lange ist Sabine Höcker bereits Mitglied bei den "Adler Mitterhöll"-Schützen, deren Damenleiterin sie seit 2013 ist. Der laufende Betrieb sei ohne sie kaum denkbar. "Ihre Tätigkeiten werden mit Herzwärme allen Mitgliedern und der Gemeinschaft zuteil", dankte der Oberbürgermeister. Kein Schießwettbewerb oder Fest ohne ihr Engagement in der Küche. Höcker kocht, backt, erledigt Einkäufe, spült Geschirr und schmückt die Tische. Neben all ihre Tätigkeiten schreibt sie seit 1983 die Glückwunschkarten und übernimmt Geburtstags- und Krankenbesuche.

Richard Neulinger, Fischereiverein Weiden

"Er ist DAS Gesicht des Fischereivereins", sagt Kurt Seggewiß über Richard Neulinger. Wo eine helfende Hand benötigt werde, und sei es am Grillstand, sei Neulinger zur Stelle. Und das bereits seit 60 Jahren. Viele Jahre war er Vorstandsmitglied und 35 Jahre lang bis 2008 Fischereiaufseher. Heute sei er Ehrenmitglied und lehne sich aber nicht zurück. Seit über 30 Jahren ist er an der Ausrichtung des Fischerfestes beteiligt und sitzt als Delegierter im Heimatring.

Das Ehrenzeichen für Verdienste im Ehrenamt.

Gabriele Ringer, Turnerbund Weiden

Basketball ist nichts für Frauen? Pustekuchen! Gabi Ringer begann ihre "Karriere" als Basketballerin 1969 als Mitglied im Verein der SpVgg Weiden. 1977 trat sie dem Turnerbund Weiden bei. Aktive Spielerin war sie von 1973 bis 1981. Ringer war Trainerin, Schatzmeisterin beim TB bis 2007 und Beisitzerin. In den Anfangsjahren trainierten noch Jungs und Mächen gemeinsam, doch Gabi Ringer trug maßgeblich dazu bei, dass immer mehr Mädchen sich für die Sportart begeisterten, dankte OB Seggewiß für ihren unermüdlichen Einsatz. Mancher spätere Bayernligaspieler habe davon profitiert. Bis heute ist sie in der Baketballabteilung und im Förderverein aktiv und steht im Spielbetrieb mit Rat und Tat zur Seite.

Ralf Schuh, Reiterclub Weiden

Das Reiten ist die große Leidenschaft des Mediziners Ralf Schuh, der 1974 dem Reiterclub Weiden am Schwedentisch beitrat. Seit 25 Jahren ist er dessen Präsident und füllt das Amt trotz Mehrfachbelastung mit Praxis, Familie und Engagement im Lionsclub vollkommen uneitel aus, wie der Oberbürgermeister bemerkte. Ob im Anzug oder mit Grillschürze, Schuh repräsentiere seinen Verein in jeder Situation. "Für keine Arbeit ist er sich zu schade. Es gibt fast kein Dach, keinen Stall, kein Richterhäuschen, an dem Schuh nicht mitgearbeitet hat", sagte Seggewiß. Da käme ihm wohl das handwerkliche Geschick des Orthopäden zu Hilfe. Bis zum heutigen Tag aquiriert er Spenden für das Reitturnier und auch als 76-jähriger Präsident werde er nicht müde, sich um "sein Baby" zu kümmern. Pferde seien seine Freunde, keine Sportgeräte. Wenn er nicht ausreitet oder Ausritte organisiert, dann kümmert sich Schuh um die Heutransporte oder die Mistabfuhr. Für die angestellten Mitarbeiter habe er immer ein offenes Ohr.

An der Feierstunde im Rathaus nehmen auch Familie und Freunde der Geehrten teil.

Reiner Wolfrath, Sportanglerbund Weiden

Vielfältig sind die Aufgaben, die Reiner Wolfrath seit 1967 rund um das Thema Fisch ausübt. Seit 52 Jahren ist er Mitglied im Sportanglerbund, war Jugendleiter, zweiter Vorsitzender und seit 1996 bis heute erster Vorsitzender. Die über 460 Mitglieder im Sportanglerbund können auf Wolfrath zählen, der sich als Mitglied im Naturschutzbeirat der Stadt Weiden auch für die Belange des Artenschutzes in und an den Gewässern einsetzt. Außerdem organisiert er die Vorbereitungslehrgänge zur stattlichen Fischerprüfung, ist auf Bezirksebene Ausbilder der Fischereiaufseher und sitzt im Landesfischereiverband. Unter seiner Federführung konnten auch die Dießfurter Freizeitseen als Pachtgewässer in den Oberpfälzer Fischereiverband aufgenommen werrden.

Wolfgang Weiß, Schützengesellschaft Hubertus Ullersricht

Wolfgang Weiß engagiert sich seit 1982 im Sportschützenbund und seit 1999 bei den Hubertus-Schützen. Er habe nicht gezögert, so der Oberbürgermeister in seiner Laudatio, als der Verein 2001 plötzlich ohne Vorsitzenden dastand. Neun Jahre lang führte Weiß als erster Vorsitzender den Verein durch schwierige Zeiten. Seit 2013 ist er als Sportleiter tätig. Und auch im Oberpfälzer Nordgau könne man auf ihn zählen. Die Organisation von Wettbewerben oder des Gauballs, Weiß sei immer zur Stelle. Als dem Gau die Führungslosigkeit drohte, hat sich Wolfgang Weiß 2017 bereiterklärt, die aufwendige Aufgabe des ersten Gauschützenmeisters zu übernehmen.

 

 

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