13.08.2018 - 13:40 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Einfach weitergefahren

Ein Hund wird angefahren und verschwindet zunächst spurlos. Einen Tag später finden ihn Bekannte schwer verletzt im Blumenbeet eines Gartens. Wie kam er dort hin? Und wer ist der Unfallfahrer?

Joschi: Dieser Collie aus den Krummen Äckern musste jetzt eingeschläfert werden.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

(fuw) "Joschi" schlüpft gerne mal durch den Zaun aus dem Garten. Dann setzt sich der Collie auf den Gehweg in der Salzingerstraße, einer kleinen und ruhigen Nebenstraße im Siedlungsgebiet Krumme Äcker. An diesem Morgen gegen neun Uhr verschwindet der Hund spurlos. Freunde, Nachbarn und Bekannte suchen nach dem achtjährigen Collie. Auch über Facebook. Mehr als 24 Stunden später erhält seine Besitzerin Gabi Brenner einen Anruf. "Joschi" liegt rund 500 Meter entfernt von seinem Zuhause schwer verletzt in einem Garten in der Bayernstraße, in einem Blumenbeet im Schatten.

"Es war furchtbar", klagt Evelyn Walter, eine Freundin von Brenner. Halbverdurstet, vorderes rechtes Bein gebrochen, "so dass sogar der Knochen herausstand, mit einer 15 Zentimeter langen Schnittwunde". Die Brenners bringen ihn zur Tierarztpraxis im Hammerweg, wo er erstversorgt wird. "In seinem Zustand hätte er sonst die Fahrt zur Tierklinik in Nürnberg nicht überlebt", sagt Walter. In Nürnberg bestätigen die Ärzte, dass er angefahren worden sein muss - das sei eindeutig erkennbar gewesen. Ob er wieder genesen kann, ist zu diesem Zeitpunkt noch unklar. Man müsse die Wundheilung abwarten, erklärt Brenner: "Er hat eine Infektion. Geht die nicht weg, muss 'Joschi' vielleicht eingeschläfert werden. Ansonsten kann er operiert werden, vielleicht müssen sie aber sein Bein amputieren." Fünf Tage nach dem Unfall soll er vorerst wieder nach Hause. "Hoffentlich kommt keine Blutvergiftung."

Nun fragen sich alle Betroffenen, was geschehen ist, wer "Joschi" angefahren hat - und vor allem, warum derjenige sich dann nicht gekümmert hat. "Einen Menschen würde man doch auch nicht einfach liegen lassen", wundert sich Walter. Die Kosten für Behandlung und Medikamente liegen "bisher bei rund 1000 Euro", erklärt sie. Es gehe aber nicht ums Geld.

Nachtrag: Sechs Tage nach dem Unfall der Schock: "Joschi" muss eingeschläfert werden. Die Infektion als Unfallfolge war nicht mehr in den Griff zu bekommen. "Es gab keine Alternative", erklärt Walter am Montag. Aber es gibt noch immer einen Verursacher, den die Hundeliebhaber weiter suchen, um zu erfahren, was passiert ist. Eine Anzeige bei der Polizei gibt es nicht. Die Hundebesitzerin selbst ist nicht in der Verfassung, sich zu den Vorfällen zu äußern.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.