22.11.2019 - 17:23 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Elektrifizierung Weiden–Hof: Grüne sehen für Bahnkunden keine Verbesserung

Auf der Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof liegen große Hoffnungen für die Region. Für private Bahnkunden dürften sich die Verbesserungen durch den Umbau aber in Grenzen halten.

Auch in Weiden sollen bald Stromleitungen über die Gleise führen.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Die Elektrifizierung der Bahnstrecke Regensburg-Hof wird im Personenverkehr nach Meinung der Grünen keine größeren Verbesserungen bringen. Die Einschätzung bezieht sich auf eine Antwort des Bundesverkehrsministeriums auf eine Anfrage des Bundestagsabgeordneten Stefan Schmidt hervor. Der Regensburger hatte dem Verkehrsministerium einen Katalog mit 50 Fragen zum Bahnverkehr in der Oberpfalz und Ostbayern zukommen lassen.

In den nun vorliegenden Antworten stellt das Ministerium fest, dass auch nach der Elektrifizierung keine ICE auf der Strecke fahren werden. Geplant sei eine IC-Verbindung, die im Zwei-Stunden-Takt von Dresden nach München führt. Künftig gibt es dann im Stundentakt eine umsteigefreie Verbindung zwischen Hof und Regensburg. Schmidt ist damit nicht zufrieden: "Die beabsichtigten Fernverkehrszüge überzeugen kaum und sollen gerade einmal 15 Minuten Fahrzeitverkürzung bis Dresden bringen."

Ein Grund für die geringe Ersparnis liegt in der Trasse. Denn eine neue Trassierung sei mit dem 790-Millionen-Projekt nicht geplant, erklärt das Ministerium weiter. Immerhin wird das Versprechen des früheren Ministers Alexander Dobrindt wiederholt, beim Ausbau durchgehend Lärmschutzmaßnahmen einzuplanen. Auf die Frage, ob dieses Versprechen rechtsverbindlich ist, geht das Ministerium jedoch nicht eindeutig ein.

Auch sonst bleiben die Antworten zum Ausbau im Vagen. Weder gibt es genaue Informationen zur Art der Lärmschutzmaßnahmen noch zum Zeitplan. Lediglich, dass die Vorplanung für den Abschnitt Regensburg-Marktredwitz Ende 2021 abgeschlossen werden soll, ist der Antwort zu entnehmen.

Vergleichsweise konkret ist die Angabe zur Entwicklung des Güterverkehrs, der auf der Strecke mit dem Ausbau deutlich zunehmen soll, am stärksten zwischen Weiden und Marktredwitz. Derzeit kommen dort 6,9 Personenzüge auf einen Güterzug. Nach dem Ausbau soll das Verhältnis 1 zu 2,6 betragen. Zwischen Weiden und Regensburg soll das Verhältnis ebenfalls ansteigen, allerdings nicht so deutlich.

Und auch in Sachen Barrierefreiheit wird sich laut Ministerium zumindest im Norden der Oberpfalz nichts Wesentliches verbessern. Im Jahr 2020 soll die Planung für die nötigen Umbauarbeiten am Bahnhof Amberg beginnen. Ansonsten stellt das Ministerium nur Umbauten an einigen Bahnhöfen im Süden des Bezirks in Aussicht.

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