28.03.2021 - 11:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Ende Gelände für größeres Weiden-West III

Kommando zurück. Es ist wohl nahezu ausgeschlossen, dass die Stadt einen Teil des Standortübungsplatzes als Gewerbegebiet nutzen kann. Schon allein aus Gründen des Naturschutzes.

Bis hierher und nicht weiter. Das gilt dann auch fürs Gewerbegebiet West III.
von Ralph Gammanick Kontakt Profil

Die Stadt Weiden will einem falschen Eindruck entgegentreten. Eine Erweiterung des Gewerbegebiets West III auf dem Grund des Standortübungsplatzes sei "nicht ohne weiteres möglich", stellt daher Sprecherin Roswitha Ruidisch klar. Zuvor hatte die Stadt bei einer Anfrage von Oberpfalz-Medien noch bestätigt, dass man in der Frage "in engem Austausch mit der Bundeswehr" stehe. Jetzt fragt sich: Warum eigentlich? Denn eine zweite Stellungnahme vom Freitag fällt wesentlich deutlicher aus: Vor allem ökologische Gründe sprechen laut Ruidisch gegen Gewerbeflächen auf dem Übungsplatz. Darauf weist im übrigen auch der Bund Naturschutz hin.

Der Vorstoß zur Erweiterung von West III

Weiden in der Oberpfalz

Bereits in der Vergangenheit sei eine Erweiterung von West III "noch vor der näheren Untersuchung von West IV" grundsätzlich ausgeschlossen worden, teilt Roswitha Ruidisch mit. "Zum einen handelt es sich beim Standortübungsplatz um eine Einrichtung zur Landesverteidigung, die schon aufgrund des Ausbaus des Kasernenstandorts Weiden nach derzeitigem Kenntnisstand nicht mehr weiter verkleinert werden darf. Und zum anderen unterliegt der gesamte Truppenübungsplatz inzwischen dem ,Natura 2000‘-Schutz innerhalb der EU, eines der bedeutendsten länderübergreifenden Schutzinstrumente für Naturräume innerhalb Europas." Ein Eingriff in diesen Raum für ein Gewerbegebiet, so die Stadtsprecherin, "scheint gleichermaßen schwierig wie in den Wald bei West IV". Dennoch sei die Stadt bemüht, diese Anregung der Bürgerliste auf ihre Machbarkeit zu prüfen: "Ein Gespräch mit der Bundeswehr wird erfolgen." Wie berichtet, regte die Bürgerliste dies in einem Antrag zur Stadtratssitzung am 19. April an.

Dabei stellt auch Hans Babl, Vorsitzender der Bund-Naturschutz-Kreisgruppe Weiden-Neustadt, fest: "Der Standortübungsplatz gibt keine 30 Hektar außerhalb des FFH bzw. SPA-Gebietes her." Schon vor vielen Jahren seien daran die Pläne für einen "Bayernring", einem Gelände für Motorsport, gescheitert. Der damalige BN-Landesvorsitzende Hubert Weiger habe sich vehement dagegen ausgesprochen. "Und die Verkehrsproblematik wäre die Gleiche wie bei West IV", merkt Babl an.

"Oder will die Bürgerliste, allen voran Christian Deglmann als Hobbyflieger, nur ablenken von einer viel sinnigeren Variante, die Norbert Samhammer ins Gespräch brachte und die auch Folgen für den Flugplatz hätte?", fragt der BN-Mann. Er zitiert: Frauenricht sei ein "besserer Standort“. Doch auch Babl hat eigene Vorschläge parat: "Zuerst sollte die Stadt Weiden mal die Nutzung von Altflächen und Leerständen (alter Rangierbahnhof usw.) angehen." Und sie sollte öfter mal die Argumente der Naturschützer anhören. Babl erinnert daran, dass der Naturschutzbeirat der Stadt seit über zwei Jahren nicht mehr getagt habe. Dabei habe OB Jens Meyer in Wahlkampf angekündigt, das Gremium aufwerten zu wollen.

Ein Eingriff in diesen Raum für ein Gewerbegebiet scheint gleichermaßen schwierig wie in den Wald bei West IV.

Stadtsprecherin Roswitha Ruidisch

 

 

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