Weiden in der Oberpfalz
25.11.2019 - 13:25 Uhr

Enges Band der Verknüpfung bleibt

Unter den Wappen der Heimatlandschaften gedachten die Landsleute am Vetriebenenmahnmal auf dem Stadtfriedhof am Totensonntag und legten zu Beginn Gestecke nieder.

Der Verstorbenen der Vertreibung und Flucht gedenken am Vertriebenenmahnmal Rainer Wagner (links am Gedenkstein) und Norbert Uschald (rechts daneben) am Totensonntag mit den Vertretern der Landsmannschaften und Mitbürgern. Bild: Dobmeier
Der Verstorbenen der Vertreibung und Flucht gedenken am Vertriebenenmahnmal Rainer Wagner (links am Gedenkstein) und Norbert Uschald (rechts daneben) am Totensonntag mit den Vertretern der Landsmannschaften und Mitbürgern.

Vom Bund der Vertriebenen Kreisverband Weiden-Neustadt begrüßte Sprecher Norbert Uschald Vertreter der Sudetendeutschen und Schlesischen Landsmannschaft sowie der Ost- und Westpreußen, Stadträte und Mitbürger.

„Wir können nicht an den Grabmälern unserer Vorfahren verweilen und dennoch verknüpft uns ein Band mit ihnen“, sagte Rainer Wagner von der Sudetendeutschen Landsmannschaft. "Uns ist der Gedanke selbstverständlich, dass man seinen Eltern und Vorfahren verdankt, auf der Welt zu sein. Wir verspüren die Pflicht zur Pietät unserer Ahnen gegenüber." In vielen Reden würden die Gewichte verschoben – zuungunsten der Vergangenheit und zugunsten der Zukunft. Bei Johann Wolfgang von Goethe heißt es: „Wohl dem, der seiner Väter gern gedenkt, der froh von ihren Taten, ihrer Größe den Hörer unterhält und, still sich freuend, ans Ende dieser schönen Reihe sich geschlossen sieht.“ Davon bleibe in der Gegenwart wenig und die Menschen lebten selten noch an Orten, wo die Gräber der Vorfahren liegen. Der Respekt gegenüber Älteren geht verloren, sagte Wagner. Es gehe das Gefühl der generationsübergreifenden Identität verloren und auch die Vorstellung abhanden, "dass wir unseren Vorgängern etwas schulden".

Anknüpfend bemängelte Norbert Uschald fehlende Diskussionskultur bei vielen Themen heute. Die Meinungsfreiheit als Grundsäule der Demokratie werde untergraben. Bürger, die um ihre oder die Identität ihres Landes fürchten, werden als rückwärtsgewandt oder als die ewig Gestrige diffamiert. Das betrifft auch unsere Landsmannschaften, erkannte Uschald, die Kultur, Geschichten und Mundarten aus Vertreibungsgebieten erhalten und bewahren wollen. Besonders gedachten die Anwesenden der Verstorbenen der Vertreibung und Flucht, der Opfer von Hass und Vergeltung nach dem Krieg, der Vertriebenenverbände am Vertriebenenmahnmal im Stadtfriedhof.

 
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