Weiden in der Oberpfalz
02.05.2019 - 09:42 Uhr

Erfolgreiches und zufriedenes Leben

„Ich könnte ein Buch schreiben, was ich schon alles in meinen Leben erlebt habe. Rückblickend war es ein erfolgreiches und zufriedenes Leben, nichts würde ich anders machen“, sagt Heinz Buhl, der am 1. Mai seinen 90. Geburtstag feierte.

Am 1. Mai 1929 erblickte Heinz Buhl das Licht der Welt, zu seinem Geburtstag kann er auf ein langes und erfolgreiches Leben zurückschauen. Bild: Dobmeier
Am 1. Mai 1929 erblickte Heinz Buhl das Licht der Welt, zu seinem Geburtstag kann er auf ein langes und erfolgreiches Leben zurückschauen.

Dem fitten Jubilar sieht man sein hohes Alter nicht an, er steckt voll Tatendrang, wenn er von seinem Garten und arbeiten im Wald erzählt.

Geboren wurde Heinz Buhl als ältestes von acht Kindern in Neisse, Oberschlesien. Auf den elterlichen Hof erlebte er eine glückliche Kindheit, bis diese abrupt endete als er kaum 16-jährig zum Volkssturm einberufen wurde. „Die ganze Klasse kam an die Ostfront und nur ein Schulkamerad und ich überlebten. Wir haben Sachen gesehen, da hätte man am liebsten nach der Mutter gerufen“, sagt er rückblickend. 1945 erfolgte die Besatzung durch Polen. Seine Mutter und die Schwestern flohen nach Rostock, er blieb mit seinem Bruder noch bis 1946, dann mussten sie endgültig weg. Für beide war die erste Anlaufstelle Offleben bei Helmstedt in Niedersachsen. Hier waren sie nicht lange, denn der Vater arbeitete in Weiden bei der amerikanischen Armee und holte deshalb seine Söhne zu sich. Trotz der Grenzschließung gelang es, die Mutter und Schwestern aus der Zone ebenfalls nach Weiden zu bringen.

Der gelernte Kfz-Mechaniker fand schnell Anstellung als Orthopädiemechaniker bei der Firma Urban. Hier eignete er sich viele Fähigkeiten in Umgang mit Leder, Holz und Eisen schmieden an. 1950 lernte er seine Maria kennen und zwei Jahre später heirateten beide, die Geburt seines Sohnes Jürgen machte das Glück komplett.

Da Heinz Buhl bei Bekanntgabe der Eheschließung sofort gekündigt worden war, arbeitete er fortan auf dem Bau. Er schulte zum Stuckateur um, machte 1961 seinen Meister und gründete einen Betrieb, den er erfolgreich leitete. „Viele Kunden waren erstaunt, dass ich als Chef immer selbst mitarbeitete, so sah ich immer was gemacht werden musste. Für meine Arbeiter war ich Freund und Vertrauter. Mit denen die noch leben, habe ich immer noch Kontakt und sie besuchen mich gern.“ Vielen Weidenern ist das Stuckateurgeschäft Buhl heute noch ein Begriff, auch im Landkreis Tirschenreuth.

Neben seiner Arbeit war Heinz Buhl lange Jahre Leiter der Abteilung Fußball bei der DJK Weiden und ist heute noch Mitglied, wie auch bei der "7er"-Soldatenkameradschaft und der Pfadfindergemeinschaft St. Georg. Jahrelang war er im Vorstand der Bau-Innung tätig. Vor einigen Jahren traf ihn ein schwerer Schicksalsschlag: Sohn Jürgen hatte mit 51 Jahren einen schweren Schlaganfall, was ihn zum Pflegefall machte. Vor einiger Zeit ist er verstorben. Im Januar stürzte Ehefrau Maria, seitdem ist sie in der Bewegung eingeschränkt. Heinz Buhl versorgt nun den Haushalt. „Früher hat meine Frau alles für mich getan, jetzt bin ich dran“, sagt der Jubilar.

An seinem Ehrentag am 1. Mai ließen ihn neben Frau und Schwiegertochter Jutta, Enkelsohn Sebastian mit Familie, Enkelin Bernadett und alle Freunde und Bekannte hochleben.

 
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