03.12.2019 - 11:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Erinnern an liebe Menschen, Trauern und neu Hoffen

Einen Abend mit Platz für Erinnerungen an liebe Menschen, für Trauern, Klagen und für neue Hoffnung, das bot die besondere Veranstaltung „I denk an di“ der Katholischen Jugendstelle in Weiden.

Die Stimmung in der Michaelskirche ist ganz besonders.
von Externer BeitragProfil

Vier Stunden war die Michaelskirche geöffnet für Menschen, die einen lieben Verstorbenen vermissen. Ein Team um Jugendreferentin Martina Troidl hatte diesen ökumenisch ausgerichteten Abend organisiert. Viele Besucher ließen diese Stimmung zunächst einfach auf sich wirken und setzten sich dazu in das Kirchenschiff. Dabei konnten sie unter anderem Namen von Verstorbenen und Gedanken der Hinterbliebenen lesen, die an eine Säule projiziert wurden. Diese Namen und Gedanken stammten aus der Aktion, die bereits im Vorfeld gelaufen war: Über einige Wochen hinweg konnte man entsprechende Nachrichten an eine Handynummer schicken.

Zu der besonderen Atmosphäre trug auch das Musikangebot bei: Aus einem Nebenraum der Kirche hörte man tröstende Musik verschiedener Musiker, zu denen man sich auch setzen und mitsingen konnte. Wer lieber alleine sein wollte, hatte dazu die Möglichkeit, sich in einem weiteren Nebenraum zurückzuziehen. Aber auch im Hauptschiff der Kirche warteten verschiedene Angebote auf die Besucher: So durften sie mit dem Entzünden einer Kerze oder dem Schreiben in ein Buch an ihre lieben Verstorbenen erinnern oder an einer Klagemauer ihre Klagen, Sorgen und Ängste vor Gott bringen. Eine Station stand unter dem Zeichen „Loslassen“. Sie lud ein, belastende Dinge wie Schuld, Zweifel oder noch offene Fragen auf Steine zu schreiben, sie der Leichtigkeit des Wassers zu übergeben und sie so symbolisch loszulassen. Darüber hinaus gab es eine Leseecke mit verschiedenster Literatur zum Thema Tod und Trauer. Darin konnten die Trauernden blättern und in Texten, Geschichten und Bildern Worte finden, die sie selber nicht ausdrücken konnten.

Eine besonders auch bei jüngeren Besuchern sehr beliebte Station stand im Zeichen der „Hoffnung“: Aus Perlen durften sie einen kleinen Hoffnungsengel gestalten – für sich oder auch für jemand anderen zum Verschenken.

„Wichtig ist uns, dass die Trauernden wissen: Es sind alle Gefühle erlaubt. Es muss nichts versteckt werden und man muss sich für kein Gefühl schämen“, sagte Jugendreferentin Martina Troidl.

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