01.04.2019 - 14:48 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Europa lohnt sich

Beim Thema Europa besteht Einigkeit unter Politikern der Region. Gemeinsam warben sie bei den Schülern der Europaberufsschule für die Europawahl.

Zum Abschluss gibt es Schirme für (von links) Bundestagsabgeordneten Uli Grötsch, die Landtagsabgeordneten Anna Toman und Christoph Skutella sowie JU-Chefin Maria Sponsel. Mit dabei die Moderatoren Sophie Wagner und Fabian Ernstberger sowie Berufschuldirektor Josef Weilhammer.
von Siegfried BühnerProfil

„Es geht bei der Europawahl auch darum, ob die EU weiterbesteht oder auseinanderbricht“, sagte Bundestagsabgeordneter Uli Grötsch zu den Schülern der Europaberufsschule. Grötsch warb mit den Landtagsabgeordneten Anna Toman und Christoph Skutella sowie Weidens JU-Chefin Maria Sponsel für die Teilnahme an der Europawahl und für den Europäischen Gedanken. Einhellig lobten alle vier die Vorteile der EU für Deutschland. „Allein können wir Umwelt und Natur nicht schützen“, sagte Toman. Sie kritisierte allerdings auch, dass 85 Prozent des landwirtschaftlichen 60-Milliarden-Haushalts von nur 13 Prozent der Betriebe „abgesaugt“ würden. Für Toman ist die EU „gerade in der Grenzregion besonders wichtig“. Und sie forderte einen Europäischen Reisepass.

Grötsch verwies auf das EU-Ziel, Plastikmüll zu 50 Prozent zu reduzieren sowie auf die Abschaffung der Roaming-Gebühren. Mit Blick auf die in der EU geltenden Wertvorstellungen dürften allerdings die Augen vor den 500.000 in Libyen unter erbärmlichen Umständen lebenden Flüchtlingen nicht verschlossen werden. Freizügigkeit („einfach schnell mal nach Schweden oder Spanien fahren“) und vor allem das Friedensprojekt („Jahrhundertelang erschoss man sich in Europa“) sind für Grötsch weitere wichtige Errungenschaften in der EU.

Skutella beschrieb die EU zunächst als Wertegemeinschaft für Menschenwürde, Freiheit, Beteiligungsrechten und Gleichberechtigung von Männern und Frauen. Dabei erinnerte er an die EU-Charta der Grundrechte. Er könne sich die EU gut als Bundesstaat mit föderaler Struktur vorstellen. Für Skutella ist es notwendig, sich mehr „europäisch zu vernetzen“. JU-Chefin Sponsel stellte die Vorteile des EU-Binnenmarkts vor und verwies auf die Freiheit des Waren- und Personenverkehrs, des Kapitaltransfers. „Für 500 Millionen Verbraucher gibt es keine Zölle sowie eine gemeinsame Europäische Währung“. Den Schülern empfahl Sponsel „positiv zu Europa zu stehen“. Diskutiert wurde schließlich auch über den Brexit und Tierschutz in ganz Europa. Auf die Frage eines Schülers „Was können wir Schüler für Europa tun?“ antwortete Grötsch kurz und knapp: „Wählen gehen“. Und er ergänzte "Europa ist schrecklich anstrengend, aber es lohnt sich". Die Berufsschülern Sophie Wagner und Fabian Ernsberger moderierten.

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