31.07.2019 - 10:16 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Fall fürs Amtsgericht: Mann bedroht Buchhändlerin

Der Mann hat drei Bücher in einer Buchhandlung bestellt. Als der 53-Jährige sie abholen will, droht er der Buchhändlerin: "Das sind deine letzten Tage auf Erden." Vor dem Richter will sich der Mann aber nicht erinnern.

Ein aggressiver Kunde in einer Buchhandlung musste sich nun vor Gericht verantworten.
von Autor hczProfil

Die Bücher von Rebecca Gable sind historische Romane und Ritter-Erzählungen. Können sie einen Menschen aggressiv machen? Schlug ein 53-Jähriger in einer Weidener Buchhandlung, wo er drei der Bücher bestellt hatte und sich „schändlich bedient“ gefühlt hatte, verbal um sich und sagte zu der Geschäftsführerin, sie könne sich die Bücher „irgendwo hineinschieben“. Er lasse der Buchhändlerin die Konzession entziehen, schrie er vor sieben Wochen im Laden herum. Und schließlich bedrohte der Weidener die junge Frau mit den Worten: „Dann nehme ich dir alles weg. Das sind deine letzten Tage auf Erden“.

Die Buchhändlerin, die diese Drohung durchaus ernst nahm, erstattete Anzeige, und so stand der Geschiedene am Dienstag vor Richter Hermann Sax. In einer geschwollenen, wirren Erklärung behauptete er, die Bedrohung niemals geäußert zu haben. Dies könne er beweisen, da sein Mobiltelefon ständig überwacht werde. Weil er, zur Aufdeckung der Straftaten eines anderen, mit dem Finanzamt, der Steuerbehörde und der Staatsanwaltschaft Weiden zusammenarbeite, werde er aufgrund der Handy-Protokolle nachweisen, dass die Anklage nicht stimme. Außerdem bereite er eine Gegenklage wegen der falschen Beschuldigungen vor. Telefonisch sei ihm mitgeteilt worden, dass sein Handy überwacht werde. Er werde daher bei der Staatsanwaltschaft beantragen, dass die laufend gefertigten Protokolle freigegeben würden.

Allerdings wusste Staatsanwältin Christina Richter nichts von einer derartigen Zusammenarbeit. Auch sei Regensburg für Steuerdelikte zuständig. Und ein ausgeschaltetes Handy könne auch nicht abgehört werden. Da der Angeklagte zwölf Mal in verschiedenen Orten der Republik vorbestraft war, beantragte Richter 120 Tagessätze Geldstrafe, die, weil er Hartz IV-Bezieher ist, mit 15 Euro anzusetzen seien. In seinem „letzten Wort“ stellte der, sich angeblich jetzt in einer Firmengründung Befindliche einen Misstrauensantrag gegen Richter Sax und auch gleich noch gegen die Staatsanwältin. Den Gerichtsstandort Weiden habe er „sowieso abgelehnt“, ließ er verlauten, weil Sax seine Vorgeschichte kenne und damit voreingenommen sei. Sax habe ihn einmal wegen Beleidigung verurteilt und ein anderes Mal „wegen 89 Cent zu 600 Euro Strafe“.

Dieses Mal verurteilte der Amtsrichter den 53-Jährigen zu 60 Tagessätzen à 15 Euro. Der Verurteilte kündigte Revision an.

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