Weiden in der Oberpfalz
25.01.2026 - 14:37 Uhr

FDP-Neujahrsempfang: Zwischen Winterkälte und Wahlkampfspannung

Beim Neujahrsempfang der Weidener FDP macht Bürgermeister Reinhold Wildenauer klare Ansagen für den bevorstehenden Wahlkampf. Handlungsbedarf sieht er besonders in Bevölkerungszuwachs, Gewerbeansiedlung und Wohnungsbau.

Bürgermeister Reinhold Wildenauer (Mitte, stehend) und der Oberbürgermeisterkandidat der FDP, Florian Vogel (links), gestalteten den Neujahrsempfang der FDP in Weiden. Bild: Kunz
Bürgermeister Reinhold Wildenauer (Mitte, stehend) und der Oberbürgermeisterkandidat der FDP, Florian Vogel (links), gestalteten den Neujahrsempfang der FDP in Weiden.

„Im Winter ist es kalt.“ Mit dieser schlichten Feststellung eröffnete der dritte Bürgermeister Weidens, Reinhold Wildenauer, am Samstagvormittag den Neujahrsempfang der FDP im Schützenhaus am Hetzenrichter Weg. Dass sich an dieser Tatsache so schnell nichts ändern werde, sei ebenso klar wie die politische Großwetterlage in der Stadt: spannend, unübersichtlich und voller Bewegung. Es war ein Neujahrsempfang zwischen nüchterner Analyse, leiser Ironie und dem klaren Blick auf einen intensiven Wahlkampf.

Wildenauer spannte den Bogen vom meteorologischen Befund zur Kommunalpolitik. „Die Zeit hält sehr viel Spannung bereit, auch mit Blick auf die noch ausstehenden Wahlwochen.“ In der Nacht zuvor seien bereits die ersten Wahlplakate aufgestellt worden. „Ich habe schon einige gesehen.“ Die FDP halte sich derzeit bewusst zurück, auch auf die Gefahr hin, dass die besten Plätze vergeben seien. „Nach zwei, drei Wochen werden die ersten Plakate ohnehin wieder zerstört“, so seine Erfahrung. Sechs politisch „hochinteressante Wochen“ lägen noch vor Weiden.

Besonders offen sei das Rennen an der Spitze. „Wer wird zukünftiger Oberbürgermeister der Stadt Weiden? Die Prognosen gehen hin und her. Am Ende entscheidet der Wähler.“ Die FDP schicke mit Steuerberater Florian Vogel einen eigenen Kandidaten ins Rennen. „Wir sind nicht so vermessen zu glauben, dass wir den Oberbürgermeister stellen“, sagte Wildenauer offen. „Aber wenn Florian Vogel gewählt wird, dann macht er es selbstverständlich.“ Entscheidend sei, sich einzubringen und sichtbar zu machen. „Vor sechs Jahren war es Christoph Skutella, der ist dann auch in den Stadtrat gekommen.“

Mit sieben OB-Kandidaten sei die Ausgangslage diesmal deutlich schwieriger. Hinzu kämen die beiden Bürgermeister, die nicht direkt von den Bürgern, sondern vom Stadtrat gewählt würden. Aufgrund der Vielzahl an Parteien rechne Wildenauer nicht damit, dass die großen Parteien erneut so stark abschneiden wie in der Vergangenheit. „Viele Möglichkeiten für die Wähler ergeben viele Konstellationen.“

Inhaltlich machte der Bürgermeister deutlich, wo er Handlungsbedarf sieht: Bevölkerungszuwachs, Gewerbeansiedlung und Wohnungsbau. „Die Stadt lebt von der Einkommensteuer und der Gewerbesteuer.“ Auch Einzelhandel und Unternehmen müssten gestärkt werden. „Wir brauchen Wohnungen. Dieses Thema wurde zu lange verschleppt.“ In zwei Jahren, versprach Wildenauer, würden sowohl das TB-Gelände als auch der ehemalige SV-Sportplatz im Stockerhut bebaut sein.

Die Einladung richtete sich gezielt an Vereinsvorstände. OB-Kandidat Florian Vogel informierte über Chancen und Fallstricke des Vereinssteuerrechts, auf das er sich spezialisiert hat. „Vereine machen eine Stadt lebens- und liebenswerter.“ Die Bandbreite reiche von Sport über Freizeit bis zu sozialen Einrichtungen. „In den Vereinen passiert unglaublich viel. Nicht alles kann eine Stadtverwaltung alleine leisten.“

 
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