17.12.2018 - 17:59 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Die Feiertage von A bis Z

Von A wie Adventskranz bis Z wie Zuckerstange halten Weihnachten und Silvester zahlreiche Bräuche bereit. Dahinter stecken oft interessante Details, mit denen man bei der Weihnachtsfeier oder Silvesterparty beeindrucken kann.

Für Traditionalisten unverzichtbar: Ein Weihnachtsbaum mit echten Kerzen.
von Cindy MichelProfil

A – Adventskranz:

Ursprünglich stammt der Adventskranz aus Hamburg und hatte 24 Kerzen. Der evangelische Pastor Johann Hinrich Wichern hatte ihn 1839 für Straßenkinder in Hamburg erfunden, weil die ihn immer wieder fragten, wann denn nun endlich Weihnachten sei. Auf einem Wagenrad hatte er damals vier große weiße Kerzen befestigt, die für die Sonntage vor Weihnachten standen und 20 kleinere rote, die die Tage dazwischen markierten. Seit etwa 1860 wird der Adventskranz aus Tannengrün gefertigt, 1925 wurde erstmals ein Adventskranz in einer katholischen Kirche aufgehängt.

B – Bleigießen:

Für die Zukunft des Bleigießens sieht die Europäische Union schwarz. Nachdem der Verbund neue Grenzwerte für Blei in seiner Chemikalienverordnung festgelegt hat, werden die Sets noch in diesem Jahr aus dem Handel verschwinden. Denn die Figuren, die man über einer Kerze zum Schmelzen bringt, um anschließend mit ihnen die Zukunft zu deuten, sollen die Grenzwerte von 0,3 Prozent teilweise um das 240-fache übersteigen. Laut Stiftung Warentest finden sich in Kleeblatt, Anker und Co. bis zu 71 Prozent des Schwermetalls. Aber es gibt eine Alternative: mit Wachs soll sich genauso gut über das neue Jahr orakeln lassen.

C – Champagner:

Das Luxus-Getränk aus der Champagne ist in Deutschland ein typisches Anstoßgetränk: an Weihnachten, Silvester, zu Hochzeiten, Taufen und runden Geburtstagen. Doch auch als Begleiter zu feinem Essen macht sich der prickelnde Wein extrem gut. Zu Fisch etwa empfiehlt sich ein leichter, fruchtiger Champagner aus Chardonnay, zum Hummer ein etwas älterer. Zu Fleisch wie etwa Bratgeflügel passt der Brut, ohne oder mit Jahrgang, aber mit einem hohen Anteil schwarzer Rebsorte. Wer zu Lamm oder Rind einen Champagner trinken möchte, der sollte zum Rosé greifen.

D – Drei Haselnüsse für Aschenbrödel:

Vor 45 Jahren feierte die tschechische Version des Aschenbrödels Kinopremiere; am ersten Weihnachtsfeiertag 1975 zeigte auch das westdeutsche Fernsehen das Märchen. Damit war sein Schicksal besiegelt: „Drei Haselnüsse für Aschenbrödel“ wird zum Evergreen unter den Weihnachtsfilmen. Von Anfang bis Ende Dezember läuft er auf etlichen Kanälen und bei Streaming-Diensten. Gedreht wurde nicht nur in Tschechien, sondern auch in Deutschland. Die Moritzburg bei Dresden diente für die Außenaufnahmen des Schlosses. Auch die Treppe, auf der das Aschenbrödel seinen Schuh verliert, ist dort zu sehen.

E – Ehekrise:

Weihnachten ist das Fest der Liebe. Trotzdem wird während der Feiertage oft gestritten. Laut einer Statistik des Online-Portals Statista zoffen sich Paare vor allem darüber, wo sie die Festtage verbringen (31 Prozent), mit welcher Deko sie das Haus schmücken (17 Prozent) und wie sie sich die Arbeit während der Vorweihnachtszeit aufteilen (13 Prozent). Neben dem Hausputz nach dem Fest (10 Prozent) löst auch die Wahl der richtigen Weihnachtsmusik immer wieder Streit (7 Prozent) aus.

F – Feuerzangenbowle:

Wenn die nicht wärmt, was dann? Dafür mischt man trockenen Rotwein mit Gewürznelken, Zimtstangen, Sternanis, Zitronen- sowie Orangenschalen und erhitzt das Getränk. Wer mag, fügt noch Orangen- und Zitronensaft, Orangen- oder Kirschlikör oder auch Schwarztee hinzu. Jetzt kommt der Namensgeber ins Spiel, nämlich die Feuerzange. Diese legt man auf den Topf, um darauf wiederum einen Zuckerhut zu platzieren. Wenn dieser vollständig mit Rum getränkt ist, wird er angezündet. Der Zucker schmilzt, karamellisiert und tropft in den Rotwein. Solange der Zuckerhut brennt, gibt es Feuerzangenbowle. Aber Vorsicht: besser mit einer Schöpfkelle nachgießen, um Stichflammen zu vermeiden. Wer mag, schaut dazu den Silvesterklassiker „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann aus dem Jahr 1944.

Die Feuerzangenbowle wärmt an kalten Wintertagen.

G – George Michaels „Last Christmas“:

„Wurdest du heuer schon ge-Whammed?“ Whammed heißt es nämlich in Großbritannien, wenn man zum ersten Mal in der Vorweihnachtszeit den Song „Last Christmas“ der Band „Wham!“ hört. 1984 veröffentlichte George Michael den Pop-Hit, über den man munkelt, dass er ursprünglich den Titel „Last Easter“ gehabt haben soll. Als die damalige Plattenfirma von „Wham!“ einen Weihnachtshit suchte, soll Michael den bereits geschriebenen Song kurzerhand in etwas Weihnachtlicheres abgeändert haben. Legende oder nicht – das Lied wurde zu einem der erfolgreichsten und meistgespielten Weihnachtssongs aller Zeiten. Allein in Großbritannien ging er in seinem Entstehungsjahr 1,4 Millionen mal über die Ladentheken, die Erlöse des ersten Verkaufsjahres wurden an das Band-Aid-Projekt gespendet. „Last Christmas“ polarisiert, mag abgehört und nervig sein, ganz zu schweigen von den heutzutage ulkigen Föhnfrisuren im Musikvideo (Produktionskosten gerade mal 230 000 D-Mark/130 000 Euro), aber irgendwann, ab der dritten Tasse Glühwein, wird auch dem härtesten Gegner ganz weihnachtlich, wenn er den Drumcomputer mit George Michaels „Uhh Ahhh“ hört und nicht anders kann, als selbst lauthals zu singen: „Last Christmas, I gave you my heart, but the very next day, you gave it away …“

H – Hanukkah (oder Chanukka):

Das jüdische Fest der Lichter findet einmal im Jahr – immer im November oder Dezember – statt. An acht aufeinanderfolgenden Abenden treffen sich Familien um ihren Hanukkah-Leuchter, entzünden jeweils eine Kerze und feiern die Weihung und Zurückeroberung des zweiten jüdischen Tempels in Jerusalem im Jahr 164 vor Christus. Auch wenn sich Weihnachten und das Hanukkah-Fest historisch unterscheiden, hat das jüdische Fest sicherlich den christlichen Brauch beeinflusst: Kinder etwa bekommen auch beim Hanukkah-Fest Geschenke und Süßigkeiten, die Lichter am Weihnachtsbaum kann man auf das jüdische Lichterfest zurückführen und auch zum Hanukkah-Fest gibt es einen Gänsebraten.

I – Ikonen:

Ikonen sind Kult- und Heiligenbilder, die überwiegend in orthodoxen Kirchen verehrt werden und dort auch als „Fenster“ in die himmlische Wirklichkeit gesehen werden. In der Heiligen Nacht halten die Gläubigen eine Nachtwache mit religiösen Liedern und Gebeten vor einer Ikone, die die Geburt Jesu darstellt.

J – Jerusalem:

Einer der wohl geschichtsträchtigsten und umkämpftesten Orte der Welt: Jerusalem wird von Christen, Juden und Muslimen zugleich als heilige Stadt angesehen. Für alle drei abrahamitischen Religionen ist Jerusalem als Wirkungsstätte verschiedener Patriarchen, Propheten, Priester, Könige und Heiliger bedeutend. Allein im Stadtgebiet soll es 1204 Synagogen, 158 Kirchen und 73 Moscheen geben – und über 50 Konfessionen. In Jerusalem wird Heiligabend gleich dreimal gefeiert: am 24. Dezember, am 6. Januar bei den orthodoxen Christen und am 18. Januar bei den Armeniern. Obwohl Bethlehem, die angebliche Geburtsstadt Jesu, an Jerusalem angrenzt, ist ein Abstecher dorthin nicht ganz einfach: Während Jerusalem von dem Staat Israel als Hauptstadt deklariert wurde, liegt Bethlehem schon im palästinensischen Autonomiegebiet.

Jerusalem ist der wohl umkämpfteste Ort der Welt.

K – Käsefondue:

Fondue ist ein geselliges Essen, gekocht und gegessen wird gemeinsam am Tisch. Daher eignet es sich perfekt für Silvester oder den Heiligen Abend, wenn Freunde und Familie zusammenkommen. Doch wer bei Fondue immer nur an Fleisch denkt, dem entgeht einiges. Neben Gemüse- und Schokofondue ist vor allem auch Käsefondue ein leckerer Begleiter an einem langen Abend. Für das traditionelle Gericht aus den Westalpen – speziell der französischen Schweiz, Savoyen, dem Piemont und dem Aostatal – braucht man echten Schweizer Käse wie etwa eine Kombi aus den Bergkäse-Sorten Appenzeller, Emmentaler und Gruyère (gerieben), ein Stamperl Kirschwasser, Muskat, Pfeffer und Weißbrot zum Tunken. Wer es fruchtig mag, probiert statt des Weißbrots einfach ein Stück Obst wie Ananas oder Erdbeere. Dazu passt ein trockener Weißwein.

L – Let it snow:

Der Popsong aus dem Jahr 1945 ist einer der bekanntesten amerikanischen Weihnachtslieder – und das, obwohl Weihnachten in dem Lied gar nicht vorkommt. Ganz im Gegenteil: Sammy Cahn und Jule Styne sollen den Song geschrieben haben, während ganz Hollywood unter einer Hitzewelle litt. Vor allem in den USA gibt es etliche Einspielungen des Liedes. Alleine im Bereich des Jazz sind mindestens 164 Aufnahmen entstanden. Auch im Deutschen gibt es inzwischen zahlreiche Bearbeitungen. Vaughn Monroes Version aus dem Jahr 1963 kommt übrigens in der weihnachtlichen Filmreihe „Stirb Langsam“ vor.

M – Miss Sophie:

Jedes Jahr an Silvester feiert Miss Sophie zusammen mit ihrem treuen Butler James und ihren längst verstorbenen Freunden beim „Dinner for One“ ihren 90. Geburtstag. Ursprünglich war der britische Sketch gar nicht als Silvester-Unterhaltung geplant. Die Sendung bekam erst neun Jahre nach der ersten Ausstrahlung ihren festen Sendeplatz. Am 31. Dezember 1972 holte der damalige NDR-Unterhaltungschef Henri Regnier das Band aus dem Archiv. Seitdem läuft „Dinner for One“ in Ländern wie Deutschland, Schweiz, Österreich, Finnland, Norwegen, Südafrika, Grönland, Estland, Australien, Dänemark oder Luxemburg zu jedem Jahreswechsel mehrmals am Abend. In Schweden wurde die Sendung erst sechs Jahre später freigegeben: Die Skandinavier fanden nämlich, dass Butler James zu viel Alkohol trinkt.

N – Nussknacker:

Die bunten Figuren aus dem Erzgebirge gibt es auch heute noch auf jedem Weihnachtsmarkt und gelten als urdeutsches Produkt. Aber warum schauen die hölzernen Förster, Gendarmen, Husaren oder Könige immer so grimmig? Sie sollen die Obrigkeit darstellen, die im 18. und 19. Jahrhundert oftmals eine Bedrohung für die Bevölkerung darstellte und ihm gegenüber auch meist ziemlich übellaunig auftrat.

Nussknacker gibt es auf vielen Weihnachtsmärkten zu kaufen. Die Figuren aus dem Erzgebirge gelten als urdeutsches Produkt.

O – Ochs und Esel:

Ochs und Esel sind für die Krippe fast schon wichtiger, als Josef und Maria. Zumindest scheint es früher so gewesen zu sein. Denn alte Darstellungen der Geburt Jesu zeigen das Kind in der Krippe, aber anstatt der Eltern Ochs und Esel. In der Weihnachtsgeschichte kommen die beiden Tiere zwar nicht vor, aber sie werden im Alten Testament erwähnt: „Der Ochse kennt seinen Besitzer und der Esel die Krippe seines Herrn; Israel aber hat keine Erkenntnis.“ (Jes. 1, 3) Frühen Kirchenvätern galten sie als Symbol für alle Völker der Erde. Sie brachten das Zitat mit der Geburt des Gottessohnes und der Frage, ob Jesus von den Menschen erkannt wird, in Verbindung.

P – Plätzchen:

Plätzchen gehören zu Weihnachten, wie Böller zu Silvester. Doch die Geschichte der Leckereien ist viel älter als Jesus: Schon in vorchristlichen Zeiten gehörte Backen als fester Ritus zu Festen. Weihnachtsgebäck, wie Stollen und Lebkuchen, soll seinen Ursprung in mittelalterlichen Klöstern haben. Die heilige Hildegard von Bingen beschrieb beispielsweise die stimmungsaufhellende Wirkung von Muskat in Lebkuchen und Pfeffernüssen. Heute backt vor allem die Industrie: 2015 erzeugten die deutschen Hersteller zusammen rund 82 000 Tonnen Weihnachtsgebäck bei einem Umsatz von über 400 Millionen Euro.

Q – Qualm & Feinstaub:

Rund 10 000 Tonnen Feuerwerkskörper sollen die Deutschen im Durchschnitt an Silvester abschießen (Kostenfaktor etwa 137 Millionen Euro). Jede Menge Raketen und Böller, die unendlich viel Qualm und Dreck in die Atmosphäre blasen – und zwar rund 5000 Tonnen Feinstaub, wie das Umweltbundesamt berichtete. Legt man das auf die jährlich im Straßenverkehr freigesetzte Menge an Feinstaub um, entspricht das etwa 15 Prozent. So ist die Umweltbelastung an Silvester häufig so hoch wie sonst nicht im ganzen Jahr.

R – Raclette:

Wenn im Supermarkt die Regale, auf denen man sonst massenweise Dosenfrüchte, eingelegte Zwiebeln, saure Gürkchen oder Spargelspitzen im Glas findet, leer geräumt sind, naht der Jahreswechsel. Denn neben Fondue ist Raclette, das ursprünglich aus dem Schweizer Kanton Wallis stammt, die Nummer eins auf deutschen Silvester-Tafeln. Während heutzutage die gesellige Runde direkt am Tisch Pfännchen in den Raclette-Ofen schiebt, wird nach urtypischer Walliser Art ein halber Laib von einem Raclettekäse so nahe ans Kaminfeuer gelegt, dass dieser langsam zu schmelzen beginnt. Dabei wird der Käse nicht nur geschmolzen, sondern gleichzeitig geräuchert und gegrillt.

Neben Fondue ist Raclette ein sehr beliebtes Essen zu Weihnachten oder Silvester.

S – Sissi (Sisi) und die Wahrheit:

Von der Ur-Oma bis zum Ur-Enkel: Wenn die junge Romy Schneider ihren „Franzl“, Karl-Heinz Böhm, anhimmelt, dann treffen sich die Generationen an den Weihnachtsfeiertagen vor dem Fernseher. Wer auf historische Korrektheit hofft, der sollte diese Kult-Trilogie lieber auslassen und eine Doku schauen, denn so wunderbar schnulzig „Sissi“ auch sein mag, unterscheidet sich der Film doch stark vom Leben der echten Kaiserin Elisabeth. Wer also beim gemeinsamen Fernsehabend in Kauf nimmt, aus dem Wohnzimmer verbannt zu werden, der erklärt am besten während der Kuss-Szene, dass sich die echte Kaiserin Sisi (ausgesprochen „Sie-Sie“) und nicht Sissi schrieb oder dass die Ehe zwischen den beiden gar nicht so rosig war. Denn Kaiser Franz hatte immer wieder Geliebte sowie uneheliche Kinder. Eine der wohl schönsten Filmszenen ist die Heirat der beiden im Stephansdom. Doch auch das ist historisch falsch, denn das Paar gab sich in der Augustinerkirche das Ja-Wort.

T – Trauben des Glücks:

In Spanien bringen Trauben an Silvester Glück. Wenn zum Jahreswechsel um Mitternacht die Glocken läuten, essen die Menschen pro Schlag eine Frucht. Die zwölf „uvas de la suerte“ (Trauben des Glücks) gibt es sogar abgezählt zu kaufen.

U – Unterwäsche:

Die Farbe der Unterwäsche ist in vielen Ländern ein großes Thema in der Silvesternacht: In Italien und Mexiko etwa tragen Männer wie Frauen Rot unter ihrer Kleidung, denn das soll Glück und Erfolg im neuen Jahr bringen. Gelbe BHs, Schlüpfer oder Boxershorts sind sehr verbreitet in Mittelamerika, denn diese Farbe steht für Geld. In Brasilien tragen die Leute zum Jahreswechsel meist Weiß – für Frieden und Gesundheit.

V – Vorsätze:

Laut einer Studie der Ludwig-Maximilians-Universität München gibt es fast keinen Menschen in Deutschland, der sich noch nie etwas zu Silvester vorgenommen hat. Manche sind sogar Wiederholungstäter: etwa 30 bis 40 Prozent nehmen sich jedes Jahr wieder fest vor, etwas zu ändern. Die traurige Wahrheit: Knapp ein Drittel hält nicht einmal bis zum 31. Januar durch. Psychologen raten daher, lieber kleine, realistische Ziele zu setzen, als das ganze Leben von einer auf die andere Sekunde umzukrempeln. Neben Disziplin und Leidenschaft, die der Vorsätze-Macher mitbringen muss, sollte die Sache auch Spaß machen. Wer etwa mehr Sport treiben möchte, wird wahrscheinlich erfolgreicher sein, wenn er sich einer Gruppe anschließt.

W – Wilde Jagd:

Der Volkssage nach jagt zwischen Weihnachten und Heilige Dreikönige das Wilde Heer über dem Himmel. Mit fürchterlichem Gerassel, johlend, heulend und stöhnend ziehen die Geister, Dämonen und Verstorbenen durch die Welt der Lebenden – als Omen für schlechte Zeiten. Und was machten die Alten, um Geister abzuwehren? Einfach nochmal heftiger poltern als die. Deshalb wird an Silvester geknallt, denn das Lärmen soll die bösen Geister abwehren. Auch die moderne Popkultur nimmt immer wieder Bezug auf die Wilde Jagd, sei es in Computerspielen, Horror-Serien, im Kraut-Rock sowie der Metal-Musik.

X – X-mas:

Die Abkürzung „X-mas“ für das englische Wort „Christmas“ ist längst nicht mehr nur im englischsprachigen Raum bekannt, sondern auch in Deutschland. Der Verein Deutsche Sprache (VDS) findet das gar nicht gut und wählte X-mas als „das überflüssigste und nervigste Wort des Jahres 2008 in Deutschland“. Es stehe im Gegensatz zu allem, was man mit Weihnachten verbindet: „Gemütlichkeit, deutsche Weihnachtstraditionen, Romantik, Christlichkeit.“ Auch wenn der Begriff oftmals mit Kommerzialisierung und Konsum in Verbindung gebracht wird, stimmt das so nicht ganz: Seit frühchristlicher Zeit dient der griechische Buchstabe Chi (X), ebenso wie Chi und Rho (XP) zusammen, als Abkürzung für das Wort Christos (Χριστός). Außerdem ist das Wort „X’temmas“ in der englischen Sprache seit 1551 belegt.

Y – Yiós tou Theoú:

Laut Kirchenlexikon ist das Y der Weihnachtsbuchstabe schlechthin. Denn im Griechischen beginnt die Bezeichnung Jesu als „Sohn Gottes“ mit dem Buchstaben Ypsilon – „Yiós tou Theoú.

Z – Zuckerstange:

Ein eigenes Lied hat die amerikanische Rockband The White Stripes den Leckereien gewidmet („Candy Cane Children“) und in den USA wäre ein Weihnachtsfest ohne sie undenkbar – und doch stammen die „Candy Canes“ laut Legende aus Deutschland. Ein Chorleiter aus Köln soll sich vor knapp 350 Jahren über zu laute Kinder in der vorweihnachtlichen Abendmesse geärgert haben. Um die Störenfriede ruhig zu halten, ließ der Musiker gebogene Zuckerstangen in Form eines Hirtenstabes herstellen und verteilte sie während der Messe. Die Notlösung wurde zur Tradition und bald wurden Kinder in ganz Europa an Weihnachten mit Zuckerstangen beschenkt. Die erste schriftliche Überlieferung eines mit Zuckerstangen dekorierten Weihnachtsbaums stammt von 1847: Eine deutsch-schwedische Einwanderin soll damit ihre Tanne in Ohio geschmückt haben. Wer die Zuckerstange umdreht, erkennt außerdem den Buchstaben J – der Anfangsbuchstabe von Jesus Christus. Auch wenn die Süßigkeiten rote Streifen haben, schmecken sie original nach Pfefferminz.

Zuckerstangen haben eine knapp 350 Jahre alte Tradition, die in Köln ihren Ursprung hat.
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