Die erste Fledermaus, die von den Kindern wahrgenommen wurde, war ein Anschauungsobjekt aus Gummi. „Die echten sehen wir in der Dunkelheit ja nur, wenn sie schnell an uns vorbeifliegen“, erklärte ihnen Fledermaus-Landkreisbetreuer Markus Liebl bei einer nächtlichen Exkursion am Freitag durch den Max-Reger-Park und entlang des Flutkanals. 30 Kinder waren im Rahmen des Ferienprogramms des Stadtjugendrings zur Fledermauserkundung aufgebrochen.
Stadtjugendpfleger Ewald Zenger sprach eingangs von einer „Führung mit Vampiren.“ Davor brauche aber keiner Angst zu haben, gab Liebl Entwarnung. „Unsere Fledermäuse jagen nur Schnaken, Nachtschmetterlinge oder Käfer.“ Davon aber eine ganze Menge. „Sie vertilgen jede Nacht ein Drittel ihres Eigengewichts.“ Sogar die kleinste, die Zwergfledermaus, fresse pro Nacht 300 Mücken. „Das sind nützliche Tiere.“
Das Ganze geschehe in einem zweigeteilten Turnus. „Die erste Nachthälfte wird gejagt. Dann verdaut. Und hinterher nochmal gejagt.“ Bei vielen Leuten, die sich über Fledermaus-Quartiere in ihren Gebäuden ärgerten, hätten diese Zahlen schon zum Umdenken geführt. „20 Fledermäuse bedeuten immerhin 6000 Mücken weniger ums Haus.“ Und schaden würden die Tiere auch niemandem.
Anhand des anatomischen Aufbaus seiner Spielzeugfledermaus veranschaulichte Liebl den Kindern, dass der Name Fledermaus völlig irreführend sei. „Fledermäuse haben mit Mäuschen gar nichts zu tun.“ Mäuse seien Nagetiere, Fledermäuse hingegen Insektenfresser. Beide ähnelten sich nur in der Kopf- und Ohrenform. „Fledermäuse sind mit Igeln vergleichbar.“
In Weiden und Umgebung lebten 18 Fledermausarten. Die kleinste, eine Zwergfledermaus, hatte Liebl tot in einem Glas mitgebracht und den Kindern gezeigt. Die tiermedizinische Fachangestellte Melanie Döppl aus Altenstadt, zeigte den interessierten Teilnehmern sogar ein lebendiges Tier. Sie ist Fledermausspezialistin, besonders was verletzte und geschwächte Tiere angeht.
„Die kleinsten passen in eine Streichholzschachtel. Die Mittelgroßen in eine Zigarettenschachtel. Und die großen ähneln Hamstern", erklärte Liebl. Von der Spannweite her betrachtet: „Zwischen 20 und 40 Zentimetern.“ Er habe eine nächtliche Führung anberaumt, weil er den Kindern fliegende Fledermäuse zeigen wollte. „Tagsüber könnte man sie vielleicht in einem Fledermauskasten finden."
Bäume und Wassernähe seien Garanten für Sichtungen. „Weil es dort Schnaken gibt, die Nahrung der Fledermäuse.“ Lokalisieren würden Fledermäuse ihre Beute mit Hilfe des Ultraschalls. „Übers Echo können sie Häuser, Verkehrsschilder oder Beuteinsekten unterscheiden.“ Am Tag hielten sich die Tiere gerne hinter Fassaden, Dachschindeln oder in Fledermauskästen auf.
Nach der Inspektion des Max-Reger-Parks zog die Gruppe weiter zur Brücke am DJK-Sportheim. Begleitet wurden die Kinder von den beiden Stadtjugendring-Betreuern Dominik Lang und Philipp Franz.
















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