20.11.2018 - 17:59 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Free Fall und Breitwasser: Zwei Rutschen fürs Schätzlerbad

Seit Jahren heißt es, das Schätzlerbad braucht eine neue Rutsche. Nun bekommt es eine. Nein, es bekommt sogar zwei.

Die Pläne stehen, die Grube klafft: Hier im Schätzlerbad zwischen Wellenbecken (links) und Schwimmerbecken (rechts) entsteht der seit Jahren ersehnte Rutschenturm.
von Simone Baumgärtner Kontakt Profil

Die Badesaison ist weit weg? Von wegen. Die Vorbereitungen dafür laufen im Schätzlerbad gerade auf Hochtouren. Bagger schaufeln, Betonmischer fahren über Liegewiesen, Arbeiter stehen in einer Grube zwischen Schwimmer- und Wellenbecken. Sie schrauben am Pumpenzentrum für die neue, langersehnte zusätzliche Attraktion im Schätzlerbad: "Hier entsteht ein Rutschenturm", freuen sich Schwimmvereinsvorsitzende Ilona Forster, ihr Vertreter Klaus Kunz sowie Schatzmeister Norbert Ziegler - und verraten an Ort und Stelle Details.

Wer sich ab der Saison 2019 über das Durchgangsbecken südlich des Schwimmerbeckens die Wendeltreppe des neuen Rutschenturms hinaufschlängelt, hat die Wahl: Rechts geht's für Mutige erst in den Plexiglastunnel (60 Zentimeter Durchmesser) der 8 Meter hohen Free-Fall-Rutsche - und dann 16 Meter steil bergab. "Ganz so krass ist das gar nicht", sagt Forster. Auch Kinder könnten hier rutschen. "Aber langweilig wird's eben nicht." Links lockt eine aus Poollandschaften im Urlaub bekannte Breitwasserrutsche. "Sie ist 3 Meter breit und 19,4 Meter lang", weiß technischer Leiter Kunz. Am Ende einer jeden Edelstahlrutsche wartet ein eigenes, 6 mal 3 Meter großes Auffangbecken. Die nötigen 200 Kubikmeter Wasser pro Stunde werden vom Wellenbecken zu den Rutschen und nach der Reinigung wieder zurück ins Wellenbecken gepumpt.

"Es hat einfach was gefehlt im ,Schätzler', besonders für Jugendliche", begründet Schatzmeister Ziegler die 350000-Euro-Investition für Rutschen, Technik, Pflaster- und Humusarbeiten. Mit ihr werde sich zudem der Andrang im Seniorenbecken legen, hoffen die Verantwortlichen. "Und wir müssen mit neuen Attraktionen um Gäste buhlen", argumentiert Vorsitzende Forster. Klar sei das bereits der alten Vorstandschaft gewesen, erinnert Kunz an die durchaus nicht neuen Rutschenpläne. Nur die finanziellen Mittel fehlten.

"Nun aber ergab sich die einmalige Gelegenheit, dass wir 20 Prozent günstiger an die Rutschen und obendrein an Unterstützung von außerhalb des Vereins kommen", verrät Ziegler. Spender aber wollten genauso anonym bleiben, wie diejenigen, die bei der Bedienung des Bankdarlehens helfen. "Wir werden jedenfalls als Verein in der Liquidität nicht belastet", sagt Ziegler. "Und wir werden keine Eintritts- und Mitgliedspreise erhöhen", verspricht Forster. Die alte Edelstahl-Rutsche im Seniorenbecken bliebe übrigens erhalten. Sie werde allerdings saniert.

Eine erste Skizze zeigt den Rutschenturm mit der acht Meter hohen Free-Fall-Rutsche. Daneben wartet die Variante für diejenigen, die's gemütlicher mögen: die Breitwasserrutsche. Beide werden aus Edelstahl gefertigt.

Hintergrund:

Stadt und Schwimmverein (SV): Man braucht sich, betont SV-Vorsitzende Ilona Forster: „Die große Beckensanierung liegt außerhalb unserer Möglichkeiten. Wir sind dankbar, dass sie Stadt das übernimmt.“

Kostenvoranschläge würden hierfür gerade eingeholt. Nach ersten Schätzungen werden für die Sanierung des Beckenkopfs (Überlaufrinne), des Beckenumgangs (Rutschsicherheit), der Umkleiden, WC-Anlagen, für den behindertengerechten Beckenzugang und so weiter drei Millionen Euro fällig. 800000 Euro seien hierfür bereits in den städtischen Haushalt für 2019 eingestellt. Die Arbeiten an dem mittlerweile 40 Jahre alten Schätzlerbad sollen Ende des nächsten Jahres beginnen.

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