01.08.2021 - 16:55 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Freude über Durchbruch für "Jugendtreff Plan B" in Weiden

Jetzt steht es fest: In der Weidener Innenstadt wird es wieder eine Anlaufstelle für Schüler und Jugendliche geben. Gleich nach den Ferien öffnet der „Jugendtreff Plan B“ in den Räumen des „Schülercafé Scout“.

Zehn Jahre existierte das "Schülercafé Scout" in der Trägerschaft des Kolping Bildungswerkes. Im Herbst übernimmt der Stadtjugendring mit neuem Konzept die Räume an der Bürgermeister-Prechtl-Straße, die noch bis Ende Juni 2024 an die Stadt vermietet sind. Schon im September 2021 soll der "Jugendtreff Plan B" mit zwei pädagogischen Fachkräften öffnen.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Die Gefahr, dass der Jugendtreff in der Innenstadt als freiwillige Leistung eingestuft wird, ist gebannt. Da die Stadt Weiden Stabilisierungskommune ist, hätte städtisches Geld für freiwillige Leistungen die staatlichen Hilfsmillionen gefährdet. Die Stadt Weiden fragte deshalb bei der Regierung vor der Umsetzung der Stadtratsbeschlüsse an.

Sozialdezernent Wolfgang Hohlmeier und Stadtjugendpfleger Ewald Zenger zeigen sich am Freitag erleichtert: "Da es sich beim Jugendtreff eindeutig um ein Pflichtaufgabe handelt, konnte die Anfrage der Stadt Weiden zurückgezogen werden. So wurde es auch mit der Regierung vereinbart."

Investieren, um zu sparen

Durch den Beschluss des Ausschusses für Jugendhilfe (oberstes Organ für die Jugendhilfeplanung) und aufgrund des Stadtratsbeschlusses sei der Bedarf für einen Jugendtreff festgestellt, erläutert Hohlmeier die nunmehrige Pflichtaufgabe. "Darüber hinaus wurde der Bedarf durch den Stadtjugendring untersucht, erhoben und im Konzept hinterlegt."

Insgesamt werde, so Hohlmeier, sehr viel Geld für Maßnahmen der Jugendhilfe ausgegeben. Durch die Arbeit im Jugendzentrum (JuZ) und nun im neuen innerstädtischen Jugendtreff könne präventiv und niederschwellige Arbeit an jungen Menschen geleistet werden, so dass im besten Fall keine oder allenfalls nur eine geringere Jugendhilfe-Maßnahme notwendig werde. Der Betrieb von "Plan B" wird jährlich rund 150.000 Euro kosten.

Wichtige Ziele erreichen

"Gerade bei Jugendlichen sollte eines unserer obersten Ziele das Erreichen einer Ausbildungsreife sein, so dass der Arbeitsmarkt mit notwendigen Fachkräften in allen Bereichen versorgt werden kann", unterstreicht der Sozialdezernent. Der Jugendtreff und das städtische Jugendzentrum (JuZ) werde dabei - neben der an den Schulen installierten Jugendsozialarbeit - als wichtiges Instrument innerhalb des Aufbaus der Jugendberufsagentur gesehen. Dabei solle die Verzahnung aller Akteure in der Jugendarbeit erreicht werden. "Natürlich darf die Freizeitgestaltung und die Nutzung des Jugendtreffs als zwangloser Treffpunkt nicht zu kurz kommen."

Der "Jugendtreff Plan B“ sei ein wichtiger Beitrag, Weidens Profil einer „jugendgerechten Kommune“ zu schärfen, betont auch Stadtjugendpfleger Ewald Zenger. "Gute Chancen, umfassende Teilhabemöglichkeiten und attraktive Perspektiven für junge Menschen sind Standortfaktoren für Kommunen mit Zukunft."

Nicht die zweitbeste Lösung

Die Namensfindung für den "Jugendtreff Innenstadt", so seine bisherige Bezeichnung, ist inzwischen abgeschlossen. "Der Jugendtreff Innenstadt erhält den Namen ,Plan B'. Kurz und prägnant – wie ich meine", bestätigt Hohlmeier. Wenn man die gesamte Entstehungsgeschichte des Jugendtreffs betrachte, wie sich der Stadtjugendring und das Dezernat für Familie und Soziales Seite an Seite für diesen Jugendtreff eingesetzt hätten – "dann musste oftmals der Weg geändert, also zur Lösung ein Plan B angefertigt werden."

"Plan B" bedeute zwar oft die zweitbeste Lösung. Dies sei aber beim Jugendtreff nicht so zu verstehen, bekräftigt Hohlmeier: "Unser Jugendtreff ist die beste Lösung und passt gut in unsere Stadt." Sogar der Landkreis Neustadt beteilige sich finanziell an "Plan B", weil im Jugendtreff auch Schüler aus dem Umland betreuen würden.

Jugendzentrum bleibt "Plan A"

Auch Ewald Zenger gesteht, dass der Name "Plan B" unterschiedliche Assoziationen auslöse. Wenn es einen Plan B gebe, müsse es ja auch einen Plan A geben. Plan B bedeute oft Notlösung. "Das ist alles richtig und dennoch: Eine Notlösung ist auch eine Lösung, weil vielleicht der ursprüngliche Plan mit barrierefreiem Zugang, doppelt so großen Räumen und Kleinkunstbühne schlichtweg unmöglich zu realisieren ist", erklärt der Stadtjugendpfleger.

Zenger weiter: "Plan A ist natürlich das JuZ und dazu stehen wir auch. Hier haben wir fantastische Außenanlagen mit Calisthenics Park und Skatepark. Es gibt einen großen Saal für Theater- und andere Projekte, wir haben Bandproberäume, einen Seminarraum und eine Diskothek." All das biete „Plan B“ nicht. Dafür liege er in der Innenstadt, in perfekter Reichweite zu vielen Schulen. Dort könne fokussiert und konzentriert auf intensive Begegnungen gesetzt werden: Der Berater der Jugendberufsagentur höre zu und entwickele mit den Sozialpädagogen und den Jugendlichen Lösungen." Dabei würden die Jugendlichen als Experten für ihre eigenen Lebensentwürfe ernstgenommen: "Sie entscheiden, wo es langgeht."

„Plan B“ sei, so Zenger abschließend, eine "Erweiterung der Handlungsoptionen unserer Jugendlichen, deren Chancen für Teilhabe, Selbstbestimmung und Persönlichkeitsentwicklung damit steigen". "Wir freuen uns drauf."

Plötzliche Bedenken zum neuen Jugendtreff

Weiden in der Oberpfalz
Hintergrund:

Die Angebote des Jugendtreffs "Plan B"

  • Offener Betrieb: Hier treffen sich junge Menschen ab 14 Jahren in ihrer Freizeit in der attraktivsten "Meeting-Area" – der Fußgängerzone – und tauschen sich dort aus.
  • Jugendbüro wird vom Netzwerk mit anderen Akteuren wie der Jugendberufsagentur, den Beratungsstellen, Betreuungslehrkräften und anderen gespeist. Hier profitieren die jungen Besucher von deren Angeboten und erweitern so ihre Möglichkeiten für ihre persönliche und schulische bzw. berufliche Entwicklung.
  • Special Events und Pop-Up Events mit zeitgemäßen Angeboten bieten insbesondere für kulturelle Nischen (Cosplay, Manga, Poetry Slam, HIIT, LARP etc.) neue und attraktive Ergänzungen zum bisherigen Portfolio der vielfältigen Formate in der Jugendkulturarbeit.

 

 

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