Dieser Beitrag ist Teil einer Serie von Artikeln im Jubiläumsjahr von Oberpfalz-Medien. Viele davon sind in einer Beilage unserer Tageszeitungen am 30. Mai 2026 erschienen.
Weiden, Franz-Zebisch-Straße – hier, inmitten der Oberpfalz, schlägt das Herz der Zeitungsdruckerei von Oberpfalz-Medien. Jeden Abend wird hier auf 150 Tonnen Stahl und mit hochpräziser Technik produziert, was am nächsten Morgen auf den Frühstückstischen von tausenden Haushalten liegt: die Tageszeitung. Doch wie genau entsteht sie? Wie verwandeln sich digitale Texte in greifbare Nachrichten? Und wer sorgt dafür, dass alles reibungslos abläuft? Das Druckzentrum der Oberpfalz-Medien lädt ein, diese Fragen hautnah zu erleben – bei einer Führung, die Technikbegeisterte wie Laien gleichermaßen fasziniert.
Seit der Einweihung der Anlage im November 2011 hat Sabine Lang bereits über 600 Gruppen durch die Hallen des Druckzentrums geführt. Mit Begeisterung und fundiertem Wissen erklärt sie, was es bedeutet, eine Tageszeitung herzustellen. „Jede Führung ist einzigartig“, erzählt sie. Besonders ihre erste im Februar 2012 bleibt ihr in Erinnerung: „Plötzlich rollten Polizei-Busse vor, und 70 angehende Bereitschaftspolizisten in Uniform stiegen aus. Für Passanten muss es ausgesehen haben, als würde hier eine Razzia stattfinden!“ Doch die Stimmung war alles andere als angespannt – im Gegenteil: Als Lang am Ende den Polizeischülern verriet, dass dies ihre erste Führung war, brandete donnernder Applaus auf. „Dieser Moment hat mich bis heute begleitet“, sagt sie lächelnd.
Erst digital
Die Führung beginnt im kleinen „Kinosaal“ des Druckzentrums. Ein kurzer Film gibt einen ersten Einblick in die Abläufe: Wie werden Artikel gestaltet? Wie entstehen die Druckplatten? Und welche Rolle spielt die Logistik? Doch schnell wird es konkret. Die erste Station ist die Druckmaschine, ein technisches Meisterwerk, das mit 150 Tonnen Gewicht und einer Länge von mehreren Metern beeindruckt. Hier wird erklärt, wie aus digitalen Daten physische Zeitungen werden – Seite für Seite, mit einer Präzision, die keine Abweichung duldet.
Direkt daneben liegen die Rotationsleitstände, das „Gehirn“ der Anlage. An Bildschirmen überwachen Mitarbeiter jeden Schritt: die Bahnspannung des Papiers, die Farbgebung, die Geschwindigkeit. Im gleichen Raum entstehen die Druckplatten. Pro Seite vier Stück, für jede Farbe eine. Jede Platte ist ein Unikat, maßgeschneidert für jede Seite der Zeitung.
Der Weg zum Leser
Weiter geht es ins Papierrollenlager, ein Raum, der mit seinen eindrucksvollen Rollen an eine industrielle Kathedrale erinnert. Die schwerste Rolle wiegt fast zwei Tonnen – davon werden während der Woche pro Nacht ungefähr fünf bis sechs benötigt. Im Rollenkeller werden die Rollen in die Maschine eingehängt, ein vollautomatisierter Vorgang. In der Weiterverarbeitung werden die frisch gedruckten Zeitungen dan einer Transportkette mit rund 6000 Klammern befördert. In der Weiterverarbeitung werden sie auch mit Prospekten bestückt und für den Versand vorbereitet.
Den Andruck live erleben
Höhepunkt der Führung ist der Blick von der Besuchergalerie. Von hier aus können die Teilnehmer live mitverfolgen, wie die Zeitung des nächsten Tages angedruckt wird. Um 21.15 Uhr setzt sich die Maschine in Bewegung. Zunächst langsam, dann immer schneller, bis sie ihre maximale Geschwindigkeit von 40 Stundenkilometern erreicht. „Wenn alles passt, läuft sie wie ein Schweizer Uhrwerk“, sagt Lang. „Mit dieser Maschinen können wir pro Stunde bis zu 45.000 Zeitungen produzieren.“
Mehr als nur Technik
Das Druckzentrum der Oberpfalz-Medien ist mehr als eine Ansammlung von Maschinen. Es ist ein Ort, an dem Tradition und Moderne aufeinandertreffen, an dem handwerkliche Sorgfalt und hochmoderne Technik Hand in Hand arbeiten. „Viele Besucher sind überrascht, wie viel Arbeit und wie viele Schritte nötig sind, bis die Zeitung beim Leser ankommt“, sagt Lang. „Aber genau das macht es so spannend.“
Führungen finden jeweils donnerstags um 10 Uhr oder 19.45 Uhr statt. Anmeldungen für Gruppen (bis zu 20 Teilnehmer) und Einzelpersonen sind je nach Terminverfügbarkeit per Telefon (0961 85612) oder per E-Mail an fuehrungen[at]oberpfalzmedien[dot]de möglich.



















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