12.08.2018 - 12:14 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Für Fische wird's kritisch

Badeweiher im Schätzlerbad erhält keine Wasserzufuhr mehr aus dem Sauerbach. Regen ist deshalb dringend nötig.

Die Freiwillige Feuerwehr hat sofort geholfen und dem Schätzlerbad eine Pumpe mit Schlauch zur Sauerstoffanreicherung Verfügung gestellt.
von Helmut KunzProfil

(uz) Die Qualität im Badeweiher des Schätzlerbad passt. Jedenfalls für Menschen. Erst vergangene Woche hat technischer Betriebsleiter Klaus Kunz Wasserproben aus dem Weiher im Synlab-Labor untersuchen lassen. "Was uns Sorgen macht, sind die hohen Temperaturen." Inzwischen ist das Wasser im Weiher 27 Grad warm. Das zehrt am Sauerstoffgehalt.

Seit 14 Tagen wird deshalb rund um die Uhr Wasser in hohem Bogen aus dem Weiher heraus per Pumpe über einen Schlauch in den Weiher zurückgespritzt. Das fördert die Sauerstoffzufuhr. Die Vorrichtung hat die Freiwillige Feuerwehr zur Verfügung gestellt. 800 Liter Wasser fließen pro Minute durch den Schlauch. "Das tun wir nur wegen der Fische", erklärt Kunz. Der Badeweiher ist 130 Meter breit und 260 Meter lang. Die Wasserzufuhr erfolgt über den Sauerbach, der aus dem Süßenloher Weiher gespeist wird. "Der Sauerbach führt aber derzeit so gut wie kein Wasser." Und das wenige Wasser, das kommt, zwackt - wie schon immer - zu 60 Prozent ein Landwirt ab. "Wir bekommen nicht mal die Hälfte ab."

Normalerweise komme das Bad gut mit dieser Lösung zurecht. "Aber bei einem Sommer wie heuer wird's schon kritisch. Vor allem für die Fische, die unter Sauerstoffmangel leiden." Der Süßenloher Weiher gebe fast nichts mehr ab, der Sauerbach gar nichts mehr. Die Folge: Der Wasserspiegel im Weiher ist um 50 Zentimeter gesunken. Gut erkennbar an den roten Überläufen im südlichen Teil der Anlage, die deutlich sichtbar aus dem Ufer herausragen und üblicherweise wenigstens zur Hälfte unter Wasser liegen. "Das sind die Überlaufrohre, die das Wasser sonst in den Sauerbach weiterleiten."

Der verläuft östlich am Schätzlerbad vorbei, biegt ab zum Badegelände, um dann hinter dem Südtor das Überlaufwasser aus dem Badeweiher aufzunehmen. In Höhe des Merkelsteigs mündet der Sauerbach in die Schweinenaab. Wo sich die Fontäne aus dem Feuerwehrschlauch in den Badeweiher ergießt, befindet sich die tiefste Stelle. "Normalerweise 3,50 Meter." Dort tummeln sich aktuell die meisten Fische. "Die merken auch, dass hier mit Sauerstoff angereichert wird." Karpfen, Schleien, Stör. Aber keine Forellen, weil die sich hier nicht halten würden. Laut Kunz erfolgte der Besatz in enger Abstimmung mit Tierarzt Dr. Alois Heining. Denn: "Wir besetzen nicht wie wir wollen, sondern so, dass das Biotop aufrecht erhalten wird." Abgefischt werde im Schätzlerbad alle drei, vier Jahre.

Die aktuelle Situation im Weiher schildert Kunz folgendermaßen: Auf den Menschen habe sie keinerlei Auswirkung. Auf die Fische schon, wenn ihnen kein Sauerstoff zugeführt werde. Natürlich würden diesen Sommer nicht alle Fische überleben. "Wir hoffen auf baldigen Regen, dann erledigt sich das Problem ganz von selbst." Kunz: "Optimal wäre ein Dauerregen von 24 Stunden. Dann wird der Badeweiher wieder besser bespannt und der Sauerstoffgehalt steigt." Auf die Schwimmbecken im oberen Sportbereich habe die Wassernot keinerlei Auswirkungen, verspricht Kunz. "Die werden ganz eigenständig versorgt."

"Einen Sommer wie diesen hatten wir zuletzt 2003. Damals dauerte die Hitzeperiode bis September." Übrigens werde der nördliche, flache Bereich des Badeweihers jährlich im Frühjahr trockengelegt, um Unrat zu entfernen. "Da haben wir schon ganze Abfalleimer rausgeholt, die die Leute einfach hineinwerfen."

Eigentlich müsste das Überlaufrohr zur Hälfte im Wasser liegen. Der Pegel ist um einen halben Meter gesunken.
Auf Schwimmer hat der Wassernotstand keine gesundheitlichen Auswirkungen.
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