14.07.2019 - 21:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Furiose Seifenkisten in Weiden

Ein banger Blick nach oben. Hoffentlich hält das Wetter aus? Mit etwas Verspätung gingen am Sonntagnachmittag im Weidener Osten 45 Seifenkisten – ein neuer Rekord – an den Start. Darunter waren 15 neue Teams.

von Helmut KunzProfil

"Ein traumhafter Tag, nachdem wir die letzten Tage nur noch gezittert haben", beschrieb Stadtheimatpfleger Ewald Zenger das dritte Seifenkistenrennen im Weidener Osten. "Ergreifend, wenn man die Leute sieht, die so viel Spaß dran haben." 45 Seifenkisten gingen am Sonntag an den Start. Es siegte die Kiste "Zero Emission" der OTH Amberg-Weiden mit den beiden Piloten Dennis Lawrow und Michelle Fees.

Preisgeld für die Studenten, die im vergangenen Jahr Platz 11 belegten: 400 Euro, die sie in der Strobelhütte auf den Kopf hauen dürfen. Hinter vorgehaltener Hand munkelte man, dass die OTH das Projekt "Seifenkistenrennen" wissenschaftlich angegangen sei. Projektleiter Magnus Jaeger gab zu, dass ihm sein Sohn Rick unter die Arme gegriffen habe. Der Strömungsmechaniker habe an der Australischen Gold Coast den Reibungswiderstand berechnet.

Die Bildergalerie zum Rennen:

Das Rennen verlief weitgehend unfallfrei. Einmal krachte einer in die Reifen. "Gretel", das rollende Krokodil und zweitschönste Gefährt des Tages, kippte um, wurde aber wieder auf die Bahn gestellt. Nico Erhardt, zusammen mit Florian Graf Cheforganisator, nach dem Spektakel und der Last des Tages: "Ich bin fasziniert. Das Wetter hat gepasst. Sonne. Super war's, einfach genial."

Seit drei Monaten sei er am Werkeln. "Eigentlich ging's ja schon vor einem halben Jahr los mit der Sponsorensuche." Ganz intensiv waren die letzten drei Wochen, bis das Team stand. An Boxengasse und Strecke: 50 Leute, "auf die ich mich verlassen konnte". Und die sorgten dafür, dass 6000 Racing-Fans an der Strecke Spaß hatten. "Das Highlight für mich waren die strahlenden Gesichter."

"Wir haben ziemlich pünktlich angefangen. Der Zeitrahmen wurde eingehalten", machte Veit Wagner von "Weiden ist bunt" deutlich. Selbst war er nicht in die Kiste gestiegen. Das Lenkrad überließ er dreimal Ali Zant, der die Seifenkiste außer Konkurrenz jedes Mal ganz sicher ins Ziel lenkte. "Gut gelaufen."

Origineller "Aloisius"

Und die Rennfahrzeuge waren wieder originell. Die Milchbar schickte den Engel "Aloisius" auf die schiefe Bahn. Der für seine dreifache Teilnahme mit einem Ehrenpreis gewürdigte Herve Glatigny steuerte seine selbstgebaute "A-Traction" auf den letzten Platz, was ihn aber überhaupt nicht juckte. Im Gegenteil: Zwei Jahre lang wollte er letzter sein. Nie hatte es geklappt. "Endlich hab ich das geschafft. War harte Arbeit." Er sei ja nur wegen dem Spaß an der Freud dabei. "Im Fahrerlager teilen wir den Spaß." Da gebe es keine Konkurrenz, nur Freunde. So sollte es auch sein. "Weiden ist bunt" sei Programm, meinte auch Veit Wagner. 3500 Autoreifen schützten Fahrer und Zuschauer.

Die Sieger fuhren mit einer Betonkarosserie, einem Werkstoff, den schon die alten Römer erfolgreich einsetzten. "Der langlebig ist", wie Professor Jaeger betonte. Auch wenn er's nicht gern hört: Nicht ganz CO2-frei reiste Grünen-Stadtrat Karl Bärnklau die 330 Meter ins Tal. In seinem selbstgesteuerten Leiterwagen war Kunststoff aus einem ausrangierten Winkelschleifer verarbeitet.

Info:

Die Gewinner

Sieger der Herzen wurden „Super A.T.U. Bros“ mit der Kiste „Super A.T.U. Kart“. Die schönste Boxengasse hatte die Milchbar Weiden. Gekürt wurden vor dem Rennen die schönsten Kisten. Platz eins: Lucky Lukis mit der Kiste „Sandokahr“, gefolgt vom Jugendzentrum Weiden mit „Gretel – das Krokodil“, VHS-Werkstätten mit „vhs Bobi-Hobel“, die „Drei Haselnüsse vom Biberweiher“ mit „Tin Lizzy“ und Ovigo-Theater mit „Ein ganz heißer Flitzer“. Das schnellste Rennen fuhren die Piloten der OTH Weiden-Amberg, Michelle Fees und Dennis Lawrow mit „Zero Emission“. Platz zwei: „D’Spitzbuam“ Thomas Wild und Norbert Kick in „Pfitschapfeil“. Dritter wurden „Hör-Seniors“ mit Felix Klären und Matthias Manner in „GüntHÖR“, Vierter die „Bruchpiloten“ mit Lennart Samhammer und Norbert Samhammer in „Black Snake“, Fünfter „High-Speed-Racer“ mit Luis Heibl und Erol Ozbay in „High Speed Racer“ und Sechster „111 Jahre KLJB Störnstein“ mit Fabio Förster und Andreas Höcht in „Hot SOAP Rod“.

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