Weiden in der Oberpfalz
26.09.2019 - 14:13 Uhr

Zu Fuß von Oberstdorf an den Gardasee

Schon lange sind Heinz Preßl, Peter Mehr, Peter Weig, Johann Wurm, Bernd Lux und Josef Hecht jedes Jahr für eine Woche in den Bergen. Inspiriert vom Radklassiker Oberstdorf-Gardasee wollten sie wandern. Nun haben sie ihren Traum vollendet.

Die Wandertruppe ist am Endziel angekommen: dem Gardasee. Bild: jma
Die Wandertruppe ist am Endziel angekommen: dem Gardasee.

Die Tour sollte eigentlich 2018 starten, dazu waren vier Wochen eingeplant. Aber aus zeitlichen Gründen wurde die Aktion in vier Etappen aufgeteilt und 2016 in Angriff genommen. Gestartet wurde in Oberstdorf. Die erste Nacht verbrachten die Freunde in der Kemptener Hütte, dann ging es weiter zum Mädelejoch in Richtung Süden. Auf dem Abstieg Richtung Holzgau legten sie Pause in einer Almhütte ein. Dort erfuhren sie: Es gibt einen Alternativweg nach Meran. Um den Trubel auf dem berühmten Weg "E 5" zu entgehen entschieden sich die Männer für die alternative Route.

Über das Madautal und das Flarschjoch auf 2464 Metern Höhe ging die Gruppe hinüber zur Ansbacher Hütte. Am Folgetag dann ein Rückschlag: Regen ohne Ende. Zufällig kamen die Wandergesellen an einer Almhütte vorbei, in der sie auf dem Dachboden übernachten konnten. "Diese Erlebnisse sind welche, die man nicht planen kann", sagte Preßl. Zum Ende der ersten Tour-Woche ging es runter ins Pitztal und über das Lehnerjoch auf 2510 Meter sowie die Erlanger Hütte in das Ötztal.

Ein Jahr später startete die Truppe in Sölden im Ötztal. Über die Martin-Busch-Hütte war zunächst die Ötzifundstelle das erste große Ziel. Von der Similaun-Hütte auf 3019 Meter ging es für die Wanderer nochmal gut 30 Minuten bis dahin. Aber es gehört einfach dazu, diesen Ort zu besuchen. Beim Abstieg nach Süden waren die Männer bereits in Südtirol. Zwei weitere Tage waren sie dann bei herrlichstem Wetter auf dem südlichen Meraner Höhenweg unterwegs. Etappe zwei endete dann zwischen Meran und Bozen.

Im dritten Jahr führte die Tour über dem Fennberg ins Nonstal weiter. Hinein ging es in den Naturpark Adamello-Brenta über den Tovelsee. Ab der Malga Tueno führte die Route ins Hochgebirge der Brenta über den Höhenweg Nummer 10. Auch Klettersteige mussten die Männer bewältigen. Nach Passo Groste auf 2464 Metern und Passo della Galarda (2242 Meter) erfolgte der Abstieg nach Andalo am gleichnamigen See und das Etappenende.

So war 2019 nur noch eine Etappe zu erfüllen. Die Männer starteten in Andalo. Über die Paganella Hochebene führte der Weg sie Richtung Süden auf dem Bergkamm über mehrere Pässe. Da erhaschten sie einen ersten Blick zum Gardasee. Am Tagesziel in Ranzo feierte die Gruppe in einer kleinen Bar. Allerdings fanden die Männer keine Unterkunft in dem Ort. Der Gastwirt kannte einen Freund, der eine leere möblierte Wohnung hatte. Doch dann das nächste Problem: Es gab kein Speiselokal. Deshalb alarmierte der Wirt die Supermarktinhaberin, die extra den Laden öffnete. ""Wir konnten einkaufen und dann selbst kochen. Einfach toll die Hilfsbereitschaft in Ranzo", meinte Preßl zurückblickend. Über Seitentäler führte die Freunde der Weg am südlichen Brenta-Trek über die nächsten Tage mit Zwischenstopp in Stenico bis zum Rifugio San Pietro, rund 1000 Meter über dem Gardasee. "Diese Schutzhütte ist immer einen Besuch wert." Am letzten Tag hatten sie nur noch 900 Meter Abstieg bis Riva del Garda vor sich. Dann war die Tour vollendet.

"Oft wurde mir die Frage gestellt, wie viele Kilometer es waren. Keine Ahnung. Die Höhenmeter haben wir auch nicht gezählt. Aber mehr als 15.000 bestimmt. Eins lässt sich beantworten: Es waren 19 Tage in Bergschuhen. Und es ging immer alles gut", meinte Preßl.

 
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