Weiden in der Oberpfalz
18.10.2026 - 10:08 Uhr

Ganz großes Kino im Parapluie: Martin Hoffmann sagt leise Servus

Ein Abend voller Emotionen, ehrlicher Musik und bewegender Erinnerungen: Nach mehr als zehn Jahren ohne reguläres Solo-Konzert verabschiedete sich Martin Hoffmann im Kulturbahnhof Parapluie von seinem Publikum.

Martin Hoffmann wählte den "Kulturbahnhof Parapluie" für sein letztes Live-Konzert. Bild: Helmut Kunz
Martin Hoffmann wählte den "Kulturbahnhof Parapluie" für sein letztes Live-Konzert.

Zahlreiche Musikfans waren am Samstagabend in den „Kulturbahnhof Parapluie“ gekommen, um Martin Hoffmann ein letztes Mal live auf der Bühne zu erleben. Was folgte, war ganz großes Kino. Nicht wegen lauter Effekte, sondern wegen seiner ehrlichen Worte, seiner weichen Melodien und jeder Menge Gefühl.

Den kompletten ersten Teil gestaltete der Singer/Songwriter allein mit seiner Gitarre. Eine intime Besetzung, die viel Raum für das Wesentliche ließ: nämlich seine Lieder und ihre Geschichten. Hoffmanns Texte sind vielsagend, aussagekräftig und bisweilen schmerzhaft ehrlich. Sie erzählen von Erinnerungen, Sehnsucht, Durst nach Leben und den Fragen, die einen manchmal nicht loslassen. Titel wie „Erinnerungen“, „Durst“ und „Warum“ zeigten eindrucksvoll, wie viel Persönlichkeit und Lebenserfahrung in seinen eigenen Kompositionen steckt. Auch der „Bloody-Funky-Waiting-Blues“ durfte nicht fehlen.

Im zweiten Set wurde aus dem Solokonzert ein gemeinsames musikalisches Wiedersehen. Tochter Marion begleitete ihren Vater am Keyboard. Später kamen langjährige Freunde und Weggefährten hinzu: Bobo an der E-Gitarre, Werner am Bass und Günter mit der Lead-Gitarre. Die zusätzlichen Instrumente verliehen den Songs neue Farben, ohne ihnen ihre ursprüngliche Nähe zu nehmen. Besonders lebendig wurde es bei „Bloß net aufgeb’n“. Hier durften schließlich alle mitmusizieren, die Lust darauf hatten.

Martin Hoffmann, vielen in der Region auch als langjähriger Schlagzeuger der Amberger Band „Brittipoppers“ bekannt, kehrte an diesem Abend zu seinen musikalischen Wurzeln zurück. Seine Stücke erinnern stilistisch an den großen Austropop von STS und Wolfgang Ambros. Sie sind handgemacht, melodisch und geprägt von Geschichten aus dem Leben.

Der Zugabenblock mit „Des überblieb’ne Liad“ setzte schließlich einen passenden Schlusspunkt. Ein letztes Mal standen Lieder im Mittelpunkt, die Hoffmann über Jahre begleitet und geprägt hatten. Der Abschied war wehmütig. Dazu ein volles Haus, langjährige Weggefährten und Songs, die unter die Haut gingen. Martin Hoffmann schenkte seinem Publikum noch einmal einen Abend, der in Erinnerung bleiben wird.

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