17.02.2020 - 09:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gedenktafel in Rothenstädter Schule erinnert an Hans Sauer

Er ist der Namensgeber der Hans-Sauer-Grundschule in Rothenstadt und hat als Bürgermeister bis 1970 in der damaligen Gemeinde viel bewirkt. In der Schulaula erinnert eine Gedenktafel an den SPD-Mann.

In der Aula der Hans-Sauer-Schule enthüllen (von links) Oberbürgermeister Kurt Seggewiß, Schulamtsdirektorin Christine Söllner, Rektor Matthias Holl, Josef Melch und Hans Hiermaier eine Erinnerungstafel an den früheren Rothenstädter Bürgermeister Hans Sauer.
von Helmut KunzProfil

Jeder kennt die Hans-Sauer-Grundschule in Rothenstadt. Aber die wenigsten wissen noch, wer Hans Sauer war. Die Schulleitung enthüllte jetzt eine Tafel in der Aula. Sauer wurde 1894 in Holzhammer geboren und zog 1909 mit seinen Eltern in die Gemeinde Rothenstadt. Im Ersten Weltkrieg kämpfte er an der West- und Ostfront. An einer schweren Verwundung laborierte er bis zu seinem Lebensende.

1923 heiratete er die Rothenstädterin Babette Lindner. Bereits 1919 trat er der Sozialdemokratischen Partei bei. Sauer war Gründungsmitglied des SPD-Ortsvereins Rothenstadt und in den 20er Jahren und von 1945 bis 1961 Vorsitzender. Wegen seines engagierten Eintretens für Kollegen wurde er 1928 aus dem Reichsbahn-Ausbesserungswerk entlassen und fand später Arbeit bei der Firma Hueck & Co. in Pirkmühle.

Aufgrund seiner politischen Gesinnung war Sauer 1934 sieben Monate lang in Nürnberg inhaftiert. Nach dem Einmarsch der Amerikaner 1945 wurde der frühere Gemeinderat als kommissarischer Bürgermeister eingesetzt. Sauer blieb 1. Bürgermeister bis zu seinem Tod 1970. Rothenstadt nahm unter seiner Regie einen großen Aufschwung. Unter anderem wurden Rathaus und Schulhaus errichtet, Straßen, Wasserleitung und Kanalisation mit Sammelkläranlage gebaut.

Sein wohl größtes Werk war die Erweiterung der Volksschule und damit die Schaffung einer Zentralschule. Sauer konnte den Bau zwar noch beginnen, seine Fertigstellung erlebte er aber nicht mehr. „Sauer war ein Mann der Mitte, ein Mann des Ausgleichs und der Gerechtigkeit“, heißt es auf der Tafel. Er habe stets ein offenes Ohr für die Bevölkerung gehabt. Sein Amt habe er überparteilich geführt und auch das Vereinsleben bereichert. 1967 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen. Das Bild, das den Namensgeber der Schule zeigt, hatte der ehemalige Stadtrat Josef Melch in seinem Keller entdeckt.

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