Weiden in der Oberpfalz
24.04.2026 - 09:14 Uhr
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Geklauter Weidener Maibaum findet neues Zuhause in Südtirol

Der spektakuläre Maibaumklau der KLJB Störnstein sorgt zwei Jahre später noch für Schlagzeilen. Der erbeutete Baum, der ursprünglich einmal den Unteren Markt in Weiden zieren sollte, wird nun vor einem Bierkeller in Südtirol aufgestellt.

Der spektakuläre Maibaumklau der KLJB Störnstein vor zwei Jahren ist vielen noch im Gedächtnis. In einer Nacht gelang es damals der Truppe um Max Scheidler, den Baum, der im Bauhof Weiden gelagert war, einfach so mitzunehmen. Es gibt Bilder, die zeigen, wie der Maibaum mit Hilfe von Traktoren über den Neustädter Stadtplatz transportiert wurde. Mittlerweile liegt der Maibaum in Südtirol und wartet darauf, am 30. April aufgestellt zu werden.

Doch der Reihe nach: Der Heimatverein Weiden war alles andere als erfreut, als er erfuhr, dass sein schöner Baum im Vorfeld geklaut wurde und weigerte sich, die von der KLJB geforderte Auslöse zu zahlen. Gegen 240 Liter Bier hätten die Störnsteiner das gute Stück wieder herausgerückt. Der Deal platzte, als sich der Heimatverein dazu entschied, einen anderen Baum aufzustellen. Für die KLJB Störnstein war nun guter Rat teuer. Was tun mit dem geklauten Weidener Maibaum? Max Scheidler und sein Team entschieden sich, den Baum für einen guten Zweck zu versteigern. Der Erlös sollte der „Kuno-Stiftung“ (Stiftung Kinder-Uniklinik für Ostbayern) in Regensburg und zu einem Teil einem örtlichen Verein zugutekommen.

Zwischenstation: Firmengelände

An diesem Punkt kommt Bernhard Dötterl aus Südtirol ins Spiel. Seine Familie betreibt in Dorf Tirol bei Meran ein Hotel und einen Bierkeller, den Köhl’n Keller. Dötterl, der ursprünglich aus Sassenhof bei Erbendorf stammt, beteiligte sich an der Versteigerung, die über die Plattform „gofundme“ abgewickelt wurde. Einmal spendete er, wie er sagt, 225 Euro, allerdings ohne seinen Namen anzugeben, und ein zweites Mal 1211 Euro im Namen des Köhl’n Kellers. Auf der Spendenliste, die im Netz immer noch einsehbar ist, steht der Köhl’n Keller zwar mit 1211 Euro ganz oben, doch auf Platz zwei und drei folgt André Benker, Inhaber einer Elektrofirma, der zweimal 666 Euro gespendet hatte. Da die 225 Euro Dötterl nicht zugeordnet werden konnten, ging der Zuschlag an Benker mit insgesamt 1332 Euro.

„Doch ich wollte den Maibaum unbedingt haben“, erzählt Dötterl. Das hat auch etwas damit zu tun, dass er in Dorf Tirol vor Jahren die bayerische Tradition des Maibaumaufstellens eingeführt hat. Bislang war dies in Südtirol eher unüblich. Dötterl hat sich schließlich mit André Benker kurzgeschlossen und erfahren, dass dieser den Maibaum auf 14 Meter kürzen und auf seinem Firmengelände aufstellen wolle. Allerdings sei er gewillt, den Baum, wenn er abgebaut wird, durchaus herzugeben.

„Schließlich habe ich der Firma 100 Liter Bier für ihr Vatertagsfest spendiert und den Baum dann übernommen“, sagt Dötterl. Da es nicht möglich war, den Maibaum auf die Schnelle über den Brenner zu fahren, wurde er zunächst bei Dötterls Bruder Johannes in Sassenhof eingelagert.

Farbe in Rot-Weiß geändert

Doch erst 2026 sollte der Maibaum seine Reise nach Südtirol antreten. „Im Januar bin ich mit einem Maibaum-Komitee in die Oberpfalz gefahren“, berichtet Dötterl. In der Maschinenhalle von Bioenergie Dötterl sei der Baum dann „tirolisiert“ worden, wie der Köhl’n-Keller-Wirt berichtet. „Wir haben ihn von weiß-blau auf weiß-rot umgestrichen und gleich die Löcher für die Taferlhalterungen montiert.“ Um den Baum den Gegebenheiten auf der Terrasse des Köhl’n Kellers anzupassen, wurde er auf acht Meter gekürzt. „Nach der Arbeit ging’s zum Zoigl nach Windischeschenbach“, berichtet Dötterl.

Am 20. März war es dann endlich so weit. Johannes Dötterl war als Pate zur Firmung von Bernhards Sohn nach Dorf Tirol eingeladen und nutzte die Gunst der Stunde. „Dann bringe ich den Baum gleich mit“, habe er gemeint. Mit einem sehr großen Anhänger gelang es schließlich problemlos, den Weidener Maibaum, der einst auf dem Unteren Markt aufgestellt werden sollte, nach Dorf Tirol zu fahren. Aufgestellt wird er am 30. April, wenn im Köhl’n Keller das 10. Maibaumfest steigt – mit Maibock aus der Oberpfalz und Blasmusik.

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