27.03.2019 - 17:00 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Geplantes Heizpilz-Verbot vertagt

Die Diskussion über ein geplantes Regelwerk für die Weidener Altstadt ist verschoben - und damit ist vorerst auch die Heizpilz-Frage vom Tisch. Der Bauauschuss beschloss am Mittwoch: Die Verwaltung solle die Regeln nochmal überarbeiten.

Die Außengastronomie in der Altstadt bleibt erst einmal so wie sie ist. Kein einheitliches Mobiliar, kein Verbot von Heizpilzen. Die Verwaltung soll auf der Grundlage der Diskussion neue Vorschläge erarbeiten.
von Volker Klitzing Kontakt Profil

Schon in seinen Eingangsworten lobt Bürgermeister Jens Meyer das besondere Flair der Weidener Altstadt, von dem viele Gäste verzückt seien. "Die Gastronomie hat den Unteren Markt wach geküsst." Deshalb müsse man bei Veränderungen behutsam vorgehen. So wolle der Weidener schon im Februar und auch noch bis zum 1. Advent seinen Cappuccino auch mal im Freien trinken. Meyer spricht von einer Abstimmung mit Füßen. Heizpilze würden dankbar angenommen. Und eine bayerische Traditionsgaststätte habe nun mal nicht die gleiche Bestuhlung wie ein Restaurant der mediterranen Art. Wildwuchs müsse man allerdings entgegentreten. So seien Einfriedungen mit Betonklötzen nicht möglich.

Baudezernent Oliver Seidel betont, dass sich die Attraktivität der Altstadt aus dem historischen Ambiente ergibt. Um die Wahrnehmung nicht einzuschränken, bedürfe es einiger Regulierungspunkte. Als Beispiel nennt Seidel das Mobiliar, das zurückhaltend eingefügt werden müsse. Schließlich sieht der Baudezernent Auswirkungen auf die geforderten Stellplätze, wenn die Gastronomie gleichzeitig innen und außen betrieben wird.

CSU-Sprecher Hans Sperrer glaubt sich "im falschen Film", als er die Vorschläge der Verwaltung liest. Sein Gefühl sei gewesen: Jetzt schaut mal, wie ihr das tolle Flair beseitigen könnt. Viele Leute hätten ihn angesprochen, was der Stadtrat da wieder vorhabe. "Dabei können wir gar nichts dafür." Sperrer wirft Bürgermeister Meyer als Sitzungsleiter vor, die Vorschläge überhaupt als Diskussionsgrundlage zugelassen zu haben.

Auf Verbesserungen im Dialog setzt SPD-Fraktions-Vize Hildegard Ziegler. Diesen Weg verlassen würde der Bauausschuss, wenn er die Vorschläge übernehme. und sie warnt eindringlich davor, jetzt auch noch eine Diskussion über die Stellplätze anzufangen. Beim Handbuch habe man in erster Linie den Oberen Markt im Sinn gehabt, stellt Markus Bäumler (CSU) fest. "Und nicht die Axt am Unteren Markt anzulegen." Ein Mindestmaß an Ästhetik sei selbstverständlich, aber man wolle doch nicht alles reglementieren. Die Ästhetik und der Dialog sind auch bei Josef Gebhardt (SPD), Veit Wagner (Grüne) und Rainer Sindersberger (Bürgerliste) ein Thema. Einhausungen sehen auch er und Gabriele Laurich (SPD) kritisch. Gebhardt bescheinigt der Verwaltung auf jeden Fall, Mut gehabt zu haben.

Die Wortbeiträge wirken lassen und die Vorschläge zurück an die Verwaltung zu geben, fordert Stefan Rank (Bürgerliste). Das wird auf Anraten von Bürgermeister Meyer denn auch einstimmig beschlossen. Zudem sollen in die neuen Vorschläge auch positive Beispiele aus anderen Städten aufgenommen werden. Hans Sperrer findet's umgekehrt besser. Aus anderen Städten sollen die Leute nach Weiden kommen. Und sich an diesem Flair und dieser Vielfalt freuen.

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Kommentare

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Marta Harig

Das kann doch jetzt echt nicht unser Ernst sein, dass wir gegen Stromtrassen demonstrieren, Schüler für den Klimaschutz die Schule schwänzen lassen, Wattestäbchen verbieten wollen, uvm. - alles für Klima und Ressourcenschonung - und dann HEIZEN WIR DIE AUSSENLUFT!!
Geht´s noch? Geht´s noch dekadenter? Hören wir uns noch selber zu?
Natürlich wird das von den Gästen gern angenommen. Vor allem von denen, die ihre Wohnung so beheizen, dass sie im Winter auch im T-Shirt drin rumlaufen können!

28.03.2019