Weiden in der Oberpfalz
22.11.2018 - 19:33 Uhr

Gerhardingerschule versetzen

Ein Missverständnis? Bettina Gerlach sieht sich auf jeden Fall zu einer Klarstellung genötigt. Die Gerhardingerschule soll nicht verschwinden. Allerdings könnte es zu einer Verlagerung kommen.

Der Standort der Gerhardingerschule könnte ins Rutschen kommen. Eine Versetzung Richtung Realschulen wird geprüft. Außerdem befasste sich der Stadtrat mit neuen Bauflächen. Bild: Gabi Schönberger
Der Standort der Gerhardingerschule könnte ins Rutschen kommen. Eine Versetzung Richtung Realschulen wird geprüft. Außerdem befasste sich der Stadtrat mit neuen Bauflächen.

Die geschäftsführende Gesellschafterin des Münchener Planungsbüro Dragomir machte im Stadtrat deutlich, dass die fehlenden Sportstätten der Gerhardingerschule, die direkt an die Pfarrei St. Josef anschließt, Überlegungen befeuert haben, die Grundschule langfristig in einen "Bildungscampus südliche Innenstadt" zu verlagern. Dies wäre der Bereich der Realschulen und des Elly-Heuss-Gymnasiums.

Eine Versetzung hätte sicherlich Auswirkungen auf die im nächsten Jahr zu erwartende Entscheidung, ob die Realschulen neu gebaut oder nur saniert werden sollen. Zum Thema selbst äußerte sich von den Stadträten nur Brigitte Schwarz (SPD). Ihrer Meinung nach soll die Gerhardingerschule dort bleiben, wo sie jetzt ist. Das 1905 erbaute Gebäude, das 1964 bei einer Sanierung ihren Jugendstilschmuck verloren hat, wird aktuell von knapp 200 Schülern besucht.

Den Schwerpunkt bei der Diskussion des Flächennutzungsplan-Entwurfs bildete die Ausweisung von Bauflächen. Die Vorschläge der Münchener Diplom-Ingenieurin (unter anderem Rehbühl-West, nördlicher Hammerweg und nördlich der Vohenstraußer Straße sowie Lerchenfeld ("Der neue Tag" berichtete) waren den Stadträten insgesamt zu wenig. So machten sich Hildegard Ziegler (SPD-Fraktions-Vize) und CSU-Fraktionschef Wolfgang Pausch insgesamt für Flächen in den Ortsteilen stark. Ziegler sah ebenso wie ihre Fraktionskollegen Alois Schinabeck und Josef Gebhardt noch Potenzial in Neunkirchen, während Markus Bäumler (CSU) auch Bauwünsche in Rothenstadt berücksichtigt wissen will. Auch Gebhardt wollte nicht verstehen, warum die Ortsteile rausfallen sollen. Er bezeichnete den Entwurf als "nicht zufriedenstellend".

CSU-Fraktions-Vize Alois Lukas erkannte im Rehbühl, am Hammerweg und in Weiden-Ost sinnvolle Möglichkeiten zur Nahverdichtung. Man müsse halt die Bebauungspläne ändern. Der Vorsitzende der SPD-Fraktion Roland Richter, forderte für die Planer einen Vertrauensvorschuss. Der Vorschlag aus Umstrukturierung, Nahverdichtung und neuen Flächen sei ein guter Dreiklang, der immerhin 3800 Wohneinheiten beinhaltet. "Aus dem Bauch heraus" würde Richter allerdings noch Möglichkeiten in Weiden-Ost sehen.

Sehr enttäuscht vom Entwurf zeigte sich Schinabeck. Weil Neunkirchen alt sei (der Anteil der 65- bis 85-Jährigen ist hier sehr hoch) lohne sich eine Neuausweisung von Bauflächen nicht. Diese müssten auch bezahlbar seien. "Sonst treiben wir die jungen Leute aufs Land." Der SPD-Stadtrat stimmte gegen den Entwurf.

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