Die Änderungsschneiderei Stahl in der Frauenrichter Straße in Weiden stellt nach 40 Jahren die Tätigkeiten ein. Inhaberin Gerlinde Stahl erklärt, dass die Schließung unabhängig von der Coronakrise sei. Sie sei jetzt 72 Jahre alt und gehe Ende April in den Ruhestand.
Stahl ist gebürtige Weidenerin, die das Handwerk bei Schneidermeisterin Lieselotte Graßer erlernte. 1980 eröffnete die Schneiderei Stahl in der Frauenrichter Straße. Anfänglich zunächst nur in einem Ein-Zimmer-Geschäft mit Änderungsschneiderei und Bestellshop. Nach sieben Jahren wechselte der Laden in die benachbarten drei Geschäftsräume. 2009 wurde eine Annahme von Kleidung zur Reinigung eingerichtet.
In den 40 Jahren hat Gerlinde Stahl neben zahlreichen Änderungen auch neue Kleider geschneidert. Insbesondere zur Faschingszeit fertigte sie viele Kostüme. Über die Jahre summierten sich diese Änderungen und Neuanfertigungen auf über 50 000 Kleidungsstücke. "Die meisten Kunden kamen aus den westlichen Stadtteilen Stockerhut, Am Alten Dorf, Lerchenfeld, Kaserne, Frauenricht sowie Neunkirchen und Mantel, manchmal auch nur auf eine Plausch oder einen Ratschlag zur jeweils aktuellen Mode", erzählt Stahl. Auch viele Soldaten der nahen Ostmark-Kaserne, früher auch US-Amerikaner vom Camp Pitman, ließen ihre Uniformen hier anpassen. Aber auch der Mauerfall brachte Arbeit für die Schneiderin. Viele ehemalige DDR-Bürger, die damals im Camp Pitman untergebracht waren, waren Kunden. Die Neubürger fragten seinerzeit nach westlicher Mode, erinnert sich die 72-Jährige. "Nicht alles passte und musste abgeändert werden."
Nach 40 Jahren Geschäftsführung ohne Unterbrechung verabschiedet sich Stahl nun mit ihrer Mitarbeiterin Barbara Buchta in den Ruhestand. „Jetzt habe ich hoffentlich mehr Zeit für meine Hobbys, meinen Garten, meinen Hund, den Kegelverein und nach der Coronakrise auch wieder für meine Familie.“













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