28.02.2020 - 13:46 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gesundheitsamt Weiden: Bei Coronavirus-Verdacht erst den Hausarzt anrufen

Die echte Grippe hat die Stadt Weiden und den Landkreis Neustadt/WN bereits im Griff. Sorgen bereitet zusätzlich das Coronavirus. Noch ist kein Fall in der Region bekannt. Ein paar Regeln gilt es dennoch zu beachten.

Handhygiene­ gehört in Zeiten von Coronavirus und Influenza zu den wichtigsten Präventions­maßnahmen. Mindestens 20 bis 30 Sekunden die Hände mit Seife wachen. Dabei Handrücken, Daumen und Fingerzwischenräume nicht vergessen.
von Stephanie Hladik Kontakt Profil

Man kann es nicht oft genug wiederholen: Hygienemaßnahmen, wie Hände waschen, in Armbeuge husten, Abstand halten, beugen am besten einer möglichen Ansteckung mit den grassierenden Infektionskrankheiten vor. Zur Prävention gehört nach Aussage des Gesundheitsamtes Weiden/Neustadt/WN auch, im Verdachtsfall den Hausarzt zu informieren. "Und zwar telefonisch", sagt Amtsarzt Dr. Thomas Holtmeier. "Dann können in der Arztpraxis organisatorische Vorkehrungen zum Schutz des Personals und anderer Patienten getroffen werden."

Da die Symptome von Grippe und Coronavirus mit Husten, Schnupfen und Fieber sich ähneln, sei es für Patienten nicht unbedingt einfach zu erkennen, was einem fehle. Dazu Holtmeier: "Ein Coronavirus-Verdacht wird im Wesentlichen dadurch begründet, dass eine entsprechende Exposition vorgelegen hat, also ein Aufenthalt in einer Risikoregion oder Kontakt zu einem bestätigten Fall innerhalb von 14 Tagen vor Erkrankungsbeginn. Sollte beides zutreffen, dann auf alle Fälle sofort den Arzt anrufen." Zur anschließenden diagnostischen Abklärung gehöre unter anderem ein Rachen- oder Nasenabstrich.

Dass ein Coronavirus-Fall zeitnah in der Region auftreten könnte, hält auch Holtmeier für möglich. Auch vor dem Hintergrund, dass an dem Wochenende die Faschingsferien enden und viele aus dem Skiurlaub zurückkehren. "Dass ein Risiko besteht, zeigen die anderen Infektionsfälle in Deutschland und in anderen Ländern der Erde. Die dann zu ergreifenden Prozeduren orientieren sich an den Vorgaben des Robert Koch-Instituts", erklärt der Mediziner. Das Gesundheitsamt stehe außerdem in regelmäßigem Kontakt mit unterschiedlichen Gesundheits- und Katastrophenschutzeinrichtungen.

Neben dem Coronavirus beschäftigt auch die Influenza die Behörden. Aktuell sind in Stadt und Landkreis 100 Fälle (2019: 109 Fälle) gemeldet. Tendenz weiter zunehmend. Auch hier rät Holtmeier jedem Bürger, die Hygienischen Verhaltensregeln zu berücksichtigen.

Eine bakterielle Infektionskrankeit ist der Keuchhusten. Bisher seien im Februar 4 Fälle (3 Personen aus weiden und 1 Person aus dem Landkreis) bekannt. "Eine Impfung bietet hier den besten Schutz vor Erkrankung. Neugeborene, Kinder und Jugendliche werden routinemäßig geimpft", sagt Holtmeier. Erwachsene sollten bei der nächsten Auffrischung von Tetanus und Diphterie auch gegen Keuchhusten geimpft werden. Liegt eine Impfung schon länger zurück, könnten durchaus Symptome auftauchen. Erkrankte würden auch Antibiotika erhalten. Zu unterschätzen sei der Keuchhusten nicht, weiß der Experte. Eine der häufigsten Komplikationen sei eine Lungenentzündung.

Informationen gibt es unter anderem unter: www.gesundheitsamt.neustadt.de

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