14.10.2019 - 11:37 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gewerkschaft ehrt Eisenbahner

63 Mitglieder der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) waren im Postkeller zu ehren. Eine „Vielzahl von Turbulenzen und politische Stürme hindurch“ seien sie der Gewerkschaft treu gewesen, sagte Ortsstellenleiter Achim Schraml.

Die Geehrten sind der EVG schon lange treu: Seit 70 Jahre sind Heinrich Blau und Rudolf Wohlfahrt (sitzend, Mitte) dabei.
von Autor hczProfil

Der Betriebsratvorsitzende ist auch bundesweit für 10.000 Busfahrer zuständig. Er erinnerte an die gesellschaftlichen und politischen Ereignisse, die es gegeben hatte, als die Jubilare der GdED, später Transnet, oder der GdBA – beide Gewerkschaften vereinigten sich später zur EVG – beigetreten waren.

Im mit über hundert Personen gefüllten Postkeller-Saal bezeichnete Landtagsabgeordnete Annette Karl (SPD) die Geehrten als „Vorbilder an Solidarität und Rückgrat der Organisation“. Die Landtagsabgeordnete bedauerte, dass es in Bayern immer noch kein Tariftreuegesetz gebe und appellierte an Bundestagsabgeordneten Martin Burkert (SPD), der später die Festansprache halten sollte, sich für das „unendliche Projekt barrierefreier Bahnhof Weiden“ einzusetzen. Wenn man die Bahn als wichtiges Instrument für den Klimaschutz begreife, dürfte die Verbesserung des Regionalverkehrs nicht an fehlenden Mitteln scheitern. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß stellte fest, dass das Credo „Privat vor Staat“ nicht immer aufgehe. Neoliberale Kräfte hätten in den 80er/ 90er-Jahren dafür gesorgt, dass die Bahn 1994 privatisiert wurde. Dies sei für den „miserablen Zustand der jetzigen Eisenbahn“ verantwortlich. Was bisher dagegen unternommen worden sei, sei nur ein „Tropfen auf den heißen Stein“:„Schaukämpfe, Ruhigstellen und Gelaber“.

Bundestagsabgeordneter Burkert, geschäftsführender Vorstand der 188.000 Mitglieder zählenden EVG, berichtete von den letzten erfolgreichen Tarifverhandlungen und der Geschichte der Eisenbahner- Gewerkschaft. Es stünden noch große Herausforderungen an: prekäre Beschäftigungsverhältnisse, Unterschiede im Entgelt, Wohnungsbeschaffung für die Beschäftigten in Ballungsräumen und die Durchsetzung eines Tariftreuegesetzes. Auch die Veränderungen in der Arbeitswelt durch Digitalisierung seien nicht nur positiv zu bewerten. Die ständige Erreichbarkeit wirke sich als Belastung für die Psyche aus. „Burnout“ stehe inzwischen auf Platz eins unter den Berufskrankheiten. „25 Jahre Bahnreform“: Das Jubiläum zeige die Bahn in keinem guten Zustand. 86 Milliarden in den nächsten zehn Jahren würden zur Sanierung nicht reichen. Allein 13.000 marode Brücken gebe es in der Infrastruktur.

Info:

Ehrungen

Weit mehr als die Hälfte der langjährigen EVG-Mitglieder aus Weiden und den Landkreisen Neustadt/WN und Tirschenreuth waren beim Festakt anwesend. Als „Urgesteine der Eisenbahn-Gewerkschaft“ wurden Heinrich Blau, Rudolf Wohlfahrt und Kurt Argauer für 70-jährige Mitgliedschaft ausgezeichnet. Des Weiteren wurden geehrt:

65 Jahre: Josef Betz, Herbert Heigl, Paul Herrmann, Hans Meister, Johannes Müller, Siegfried Mutzbauer, Alfred Schwarz, Max Sieder und Adolf Tschannerl.

60 Jahre: Erich Strigl, Johann Tischler, Johann Schick, Klaus Kunkel, Johann Herzog, Heinz Hartmann, Karl Grundler, Werner Gmeiner, Anton Forster, Herbert Betz und Erwin Bergler.

50 Jahre: Franz Bauer, Friedrich Baumgärtler, Hans- Jürgen Betz, Gerhard Bogner, Karl- Heinz Buchberger, Josef Dietrich, Alfred Dippel, Valentin Ermer, Martin Fritsch, Herbert Henkel, Karl Irlbacher, Karl Knorr, Karl Köpf, Karl Kraus, Simon Kraus, Friedrich Marb, Josef Meier, Josef Muhr, Manfred Müller, Peter Pach, Josef Pausch, Johann Prössl, Werner Prucker, Andreas Reil, Herbert Röbl, Norbert Schreml, Karl- Heinz Sparrer, Herbert Stahl, Hermann Staufer, Josef Vogl, Günter Weiss, Johann Wild, Hans- Joachim Wolff und Klaus Wunsch.

40 Jahre: Willibald Gmeiner, Harald Hammer, Roland May und Hubert Siller.

25 Jahre: Bianca Herzog. (hcz)

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