09.09.2018 - 16:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Goldener Fußweg

Der Spaziergang führt von Nepomuk zu Nepomuk - von der Statue an der Brückenkapelle im Park quer durch die Innenstadt zur Statue in der Johannisstraße. Am Tag des Denkmals erwandern die Weidener Bindeglieder zwischen Bayern und Böhmen.

An der Brückenkapelle. Von links: Restaurator Johann Geitner, Petra Vorsatz und Jürgen Enderer.
von FSBProfil

(fsb) Zum kostenlosen eineinhalbstündigen Spaziergang am Sonntagvormittag hatte die Untere Denkmalschutzbehörde, vertreten durch Jürgen Enderer, eingeladen. Petra Vorsatz vom Amt für Kultur, Stadtgeschichte und Tourismus führte mit großem historischen Wissen und kleinen Geschichten zu etlichen stillen Zeitzeugen der Vergangenheit, zu historischen Plätzen, Statuen und Denkmälern. Verbindendes Element war das Motto des Aktionstags: "Entdecken, was uns verbindet" - in diesem Fall die Beziehungen zwischen Bayern und Böhmen.

Restaurator Johann Geitner erläuterte anhand einer Bilddokumentation die Mitte dieses Jahres abgeschlossenen Konservierungsarbeiten an der Sandsteinstatue des heiligen Nepomukund dem angebrachten Gitter mit Ornamenten. Die vom Bildhauer Johann Franz Dult aus Nabburg 1783 gefertigte Figur des Brückenheiligen und die 1756 im Rokokostil erbaute Kapelle gehen zurück auf ein Gelöbnis des Feldmarschalls Fellner von Feldeck. Damals tobte der polnische Erbfolgekrieg, und es galt, Geschütze heil über die zwei Waldnaabbrücken an dieser Stelle zu bringen, so Vorsatz.

Am Schlörplatz steht in Erinnerung zur Landesausstellung über Kaiser Karl IV.seit zwei Jahren eine von Günter Mauermann gefertigte Stele. Sie erinnert an den von Karl geschaffenen spätmittelalterlichen Handelsweg "Goldene Straße" von Prag nach Nürnberg, der durch Weiden führte. Gegenüber befindet sich das Gustav-von-Schlör-Denkmalvor der Jubiläumseiche von 1824, gepflanzt zum 25. Regierungsjubiläum von König Max I. Der letzte bayerische Handelsminister wollte die Oberpfalz durch ein flächenbringendes Eisenbahnnetz voranbringen und setzte im Landtag den Bau der Bahnlinie von Schwandorf über Weiden nach Bayreuth durch, ein Grundstein für Weidens wirtschaftliche Entwicklung.

Am Marktplatz erinnerte Vorsatz anhand der Zeichen am Maibauman die Partner- und Patenschaften der Stadt: Heimatkreis Tachau, Issy-les-Moulineaux, Macerata, Weiden am See, Annaberg-Buchholz, Marienbad und die US-Army Garrison Bavaria. Dann führte der Weg auf der früheren Goldenen Straße zum Alten Rathaus und durchs Obere Tor zur Statue "Böhmischer Wandermusikant". Hier erinnerte Vorsatz an die Hin- und Herwanderungen zwischen Bayern und Böhmen sowohl von Musikanten als auch von Glasmachern. Durch die Max-Reger-Straße, wo einst der Siechenweiher lag mit seinem 250 Meter langen, zwölf Meter breiten und fünf Meter hohen Damm, über den die Goldene Straße führte, endete der Spaziergang an der Nepomukstatuein der Johannisstraße, die vorher am Anfang des Schmellerweges gestanden hatte. Hier befand sich auch die Schnupftabakfabrik des Kaufmanns Johann Prößl (1829-1905). Vorsatz zitierte einen damals bekannten Spruch: "Mäi Maa, däar ka koin andarn laidn, als den vom Prößl in da Waidn."

An der Nepomukstatue in der Johannisstraße.

An der Statue „Böhmischer Musikant“.

Am Alten Rathaus.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.