04.10.2018 - 12:19 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Graue Feldwanze, statt Baumwanze

Wir haben unsere Leser gefragt, ob sie die Wanzen, die derzeit gehäuft in der Region auftreten, bestimmen können. Dominik Gietl, gebürtiger Amberger, hat sich gemeldet und uns bei der Identifikation der Art auf unseren Fotos geholfen.

Baum- oder Feldwanze? Unser Leser Dominik Gietl, der in diesem Jahr in Erlangen den Bachelor in Biologie abgeschlossen hat, ist sich "ziemlich sicher", dass es sich um eine Graue Feldwanze handelt. Dies schrieb er uns als Reaktion auf unseren Artikel zum Thema.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

"Sollte es sich bei den zwei Einzelaufnahmen der Wanzen in Ihrem Artikel ,Invasion der Stinkwanzen' um die Wanzenart handeln, die gerade massenhaft auftritt, bin ich mir ziemlich sicher, dass es sich um die Graue Feldwanze (Rhaphigaster nebulosa) handelt", schreibt Dominik Gietl als Reaktion auf unseren Artikel.

Der gebürtige Amberger, der in Fürth studiert und in diesem Jahr in Erlangen seinen Bachelor in Biologie abgeschlossen hat, ist zwar kein Wanzen-Experte, interessiert sich aber für Zoologie und identifiziert auch in seiner Freizeit gerne Tierarten. So nahm er sich die Fotos aus dem Zeitungsartikel und recherchierte im Internet. Die Graue Feldwanze sei im Gegensatz zur Marmorierten Baumwanze (Halyomorpha halys) eine einheimische Spezies. Auf den Fotos erkannte Gietl eindeutige Merkmale wie die punktierten Flügelspitzen, den dreieckigen Kopf und die fehlenden gelblichen Punkte hinter dem Halsschild, die für die Feldwanze und gegen die Marmorierte Baumwanze sprechen.

"Wie alle Wanzen besitzen auch Graue Feldwanzen Drüsen, mit denen sie Abwehrsekrete absondern", so Gietl. Ob die Sekrete aller Wanzenarten stinken, wisse er nicht, doch die im Artikel erwähnten "Graue Feldwanze, Grüne Baumwanze und Marmorierte Baumwanze produzieren alle stinkende Stoffe".

Gegen eine Invasion am oder im Haus helfen laut Gietl nur geschlossene Fenster, Fliegengitter und abgedichtete Fassadenritzen - oder Insektizide, die jedoch auch andere Insekten in Mitleidenschaft ziehen können. Schädlich seien die Wanzen nicht. Wärmere Tage, wie sie nun anstehen, könnten für mehr Aktivität bei den Tieren sorgen. Doch "sobald es durchgehend kalt wird, sollten sich alle Wanzen verkrochen haben und der Spuk vorbei sein".

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