Weiden in der Oberpfalz
04.08.2022 - 13:07 Uhr

Großes Treffen der Comic-Fans aus ganz Deutschland und der Schweiz auf Einladung des Weidener Comic-Clubs

Toni Rohmen ist die Person, die den Comichelden "Tibor", "Falk", "Sigurd" und "Nick, der Weltraumfahrer", die richtige Farbe verpasst. Seit nunmehr 25 Jahren macht er das. "Es dürften inzwischen 10.000 Seiten sein, die ich koloriert habe." Seine Lieblingsfigur? Bei dieser großen Auswahl an Superhelden sei diese Frage schwer zu beantworten. "Falk" vielleicht. "Weil der so ist, wie wir selber sind." Den "Sigurd" betrachte er hingegen eher als seinen älteren Bruder. Der Vater von "Falk" und "Sigurd" war Hansrudi Wäscher (1928-2016), dessen Schwarz-Weiß-Vorlagen Rohmen einst färbte. Wäschers Anhänger feierten am Wochenende den 25. Geburtstag des Hansrudi-Wäscher-Fanclubs.

Dazu eingeladen hatte der Weidener Comic-Club unter Vorsitz von Uli Narr. 96 Comic-Experten, Sammler, und Autoren aus ganz Deutschland und der Schweiz waren seiner Einladung gefolgt und zum Gedankenaustausch angereist. Besuche in den mittelalterlichen Städten Bad Windsheim (Nachtwächterführung und Besuch des Fränkischen Freilandmuseums) sowie Rothenburg ob der Tauber (Mittelalterliches Kriminalmuseum) sollten die Gäste zu neuen Abenteuergeschichten inspirieren.

"Die schwierigsten Bilder, die man koloriert, sind Massenszenen. Vor allem wenn man seitenweise immer dasselbe ausmalen muss. Das macht dann keinen Spaß", berichtet Rohmen. Für eine einzige Comicheft-Seite brauche er bis zu einer Dreiviertelstunde, sagt er. Wenn er für seinen aktuellen Auftraggeber, den Philippino Nestor Redondo - "einer der begabtesten Künstler, die ich jemals erlebt habe" koloriere, könne eine einzige Seite einzufärben schon mal drei bis vier Stunden dauern. Redondo hat sich vor allem mit der Comiczeichnung von Weltliteratur einen Namen gemacht.

Für seine Arbeit verwendet Rohmen ausschließlich pigmentfreie Farben. "Es ist schwierig heutzutage an diese Farben heranzukommen, weil normale Künstler diese Farben nicht mehr brauchen." Irgendwann gebe es die nicht mehr, glaubt Rohmen. Im Internet schon gar nicht. Er habe da noch einen Spezialhändler an der Hand. "Aber irgendwann wird auch der nicht mehr liefern." Dann müsse man auf andere Mittel zurückgreifen, schmunzelt er. "Ostern gibt's die fast umsonst. Ostereierfarben nämlich."

Uli Narr will den Reinerlös aus dem Treffen, insbesondere die Einnahmen aus einer Verlosung wertvoller Comics und noch von Hansrudi Wäscher handsignierten Zeichnungen, einer sozialen Einrichtung in der Region zukommen lassen. Die Begegnung der Comic-Experten wertete er als vollen Erfolg. So könne die Begeisterung für die Comicliteratur aufrecht erhalten werden.

 
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