30.07.2018 - 18:06 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Grünzug rückt nach Westen

Noch ist's nur eine Idee. Aber die Stadtverwaltung arbeitet mit Hochdruck an der Umsetzung. Nämlich am Erwerb des Lohmer-Anwesens am Stadtmühlbach. Dorthin ließe sich der Grünzug ausweiten und somit der Eingriff kompensieren, der mit dem Bau der Zentrale der SGW-Stadtbau in der Leibnizstraße verbunden ist.

Das Grundstück um das Lohmer-Anwesen ist mit über 1300 Quadratmetern riesig. Allerdings ragt nur das Wohnhaus aus dem festgelegten Überschwemmungsbereich am Stadtmühlbach.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

(wd) Ein glücklicher Zufall könnte die Diskussionen beenden, die der geplante Bau der SGW-Zentrale auslöst: Seit einigen Wochen bietet eine Weidener Immobilien-Maklerin das Anwesen des seit Anfang Mai 100-jährigen Juweliers und Uhrmachermeisters Max Lohmer in der Johannisstraße zum Kauf an.

"Vollsanierungsbedürftig"

Für die 1366 Quadratmeter große grüne Idylle mit "vollsanierungsbedürftigem" Wohnhaus (Baujahr 1956, 202 Quadratmeter Wohnfläche, plus 29,88 Quadratmeter Wintergarten) ruft sie 490 000 Euro auf. Das Angebot ist inzwischen reserviert. Für die Stadt Weiden? Der Stadtrat jedenfalls ermächtigte in der vergangenen Woche die Kämmerei, in die Kaufverhandlungen einzusteigen. Allerdings gibt es auch Mitbewerber. Um im Rennen bleiben zu können, soll die Stadtverwaltung auch die Fördermöglichkeiten erkunden und nutzen. Schließlich geht es um die Stärkung des Grünzuges, seine Ausweitung nach Westen, die alle Eingriffe durch die Zentrale ausgleichen würde.

Obwohl fast zu 80 Prozent bereits versiegelte Flächen überbaut würden, sorgen sich Bürger, Verwaltung und Grüne um den öffentlichen Park. Beim Verkauf von Allee-Tiefgarage sowie der Parkdecks Friedrich-EbertStraße und Naabwiesen war diese bislang öffentlich zugängliche Fläche zwischen Stadtmühlbach und Parkdeck an die WGS (Tochter der Stadtbau) "privat" geworden. Die WGS glaubt, obwohl noch kein Baurecht besteht, Baugrund erworben zu haben. Dafür spricht auch der hohe Preis für das Parkdeck Naabwiesen.

Die Grünen forderten, dass die Stadt die Grünflächen zwischen Leibnizstraße und Stadtmühlbach zurückkauft. Allerdings unterstützte nur Reinhold Wildenauer (Bürgerliste) diesen Wunsch. Grünen-Fraktionssprecher Karl Bärnklau wollte zudem die Fördermöglichkeiten eines städtischen Kaufs geklärt wissen. Er betonte aber auch, dass sich die Rückkaufforderung seiner Fraktion nicht gegen die Stadtbau richte. "Ich kann ihre Wünsche nachvollziehen." Allerdings fehle für den Standort der künftigen SGW-Zentrale die Abklärung mit den Vorgaben des Sonderausschusses Innenstadtentwicklung.

Obwohl Oberbürgermeister Kurt Seggewiß darauf hinwies, dass in der nichtöffentlichen Sitzung erneut über das Thema Grünzug zu reden sei, beharrten die Grünen auf einer öffentlichen Diskussion. Die Sprecher von SPD, CSU und Bürgerliste lobten den Einsatz der WGS um die Sanierung der drei wichtigsten Parkierungsanlagen der Stadt. "Seht nur, was sie Tolles daraus gemacht haben." Der Verkauf sei 2013 "ein sehr kühner, aber auch sehr guter Schritt" gewesen, um den Stadt-Haushalt zu entlasten, betonten Roland Richter, Wolfgang Pausch und Stefan Rank.


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