30.12.2018 - 14:34 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gruslige Gestalten und glückliche Gesichter bei der Rauhnacht

Gänsehaut ist garantiert. Die fünfte Rauhnacht der Nordoberpfälzer Musikfreunde beginnt laut und schrecklich. Und sie endet in schönster Harmonie.

Kordula Hoffmann nehmen die Perchten mit. Stadträte und Bürgermeister belästigen sie zwar. Doch sie dürfen bleiben.
von Autor hczProfil
Junge Meister ihres Fachs: Elias Schmauß, Michael Wellnhofer und Franziska Knott (von links).
Die "Winterleitn Muse".
Die "Regensburger Wirtshausmusikanten".
Ein nettes Publikum trifft auf gruslige Gestalten.

Schaurige Töne aus dem Off kündigten gruselige Gestalten an. Gänsehaut-Feeling bei den Honoratioren, die in den ersten Reihen saßen. Die Perchten waren los bei der fünften Rauhnacht der Nordoberpfälzer Musikfreunde (NOM). Moderator Thomas Fritsch und NOM-Schriftführerin Cordula Hoffmann hatten von den Sagen rund um die auch "Los-Nächte" genannten Rauhnächte erzählt. Von Brauchtum und Geschichten wie dem "Schuhe über die Schulter-Werfen" (zum Vorhersagen der Herkunft des Bräutigams), vom Verbot, weiße Wäsche zu waschen, weil dies die bösen Geister anziehe, und von der "Wilden Jagd".

Und wie bei dieser "Wilden Jagd" stürmten vier angsteinflößende Perchten in den Saal, trieben Schabernack mit den Gästen und entführten die Schriftführerin. Dann begann der gemütliche Teil des mit rund 150 Besuchern gut besuchten Abends im "Strehl"-Saal. Stellvertretende Vorsitzende Anita Holub-Franke hatte zwei prominente Kranke zu entschuldigen: Vorsitzenden Horst Fuchs und Schirmherrin Annette Karl. Bürgermeister Lothar Höher vertrat die grippegeplagte Landtagsabgeordnete würdig. Wobei, Volksmusikfreundin Karl hätte ihre Freude gehabt an den Musikstücken, die von ausgesuchten Musikgruppen der Region dargeboten wurden. Es begann mit der "Waldnaabtaler Bauernmuse": Vier Mann und eine Frau spielten schmissige bekannte Oberpfälzer Weisen. - "Brouder Lieadale", "S'Henneraug", "Dem Land Tirol die Treue" und den "Böhmischen Traum".

Mit Posaune, Gitarre und Steirischer wartete die dreiköpfige "Winterleitn Muse" auf. Die feschen Burschen begeisterten mit dem Fuhrmannslied ("Owa ich schrei hi, owa ich schrei ho"), der Pinzgauer Polka, dem "Katrin Boarischen" und "Oba d' Ochsn". Genauso zünftig ging es die "Weidener Standerlmusik", Karl- Heinz Deisinger und Theo Helgert, an. Das Repertoire der beiden "Steirischen-Akrobaten" umfasst Lieder wie "Der Rauchfangkehrer", "Holzhackermarsch mit Binsenlouh", "Jessas Leit - heit gibt's am Muse", Jodler und Landler.

"Nicht alltägliche Wirtshausmusik" boten die "Regensburger Wirtshausmusikanten". "Ohne Strom und ohne Noten" faszinierte die fünfköpfige Truppe mit Märschen, Walzer, Polka und Zwiefachem. Einen weiteren Höhepunkt bescherten Michael Wellnhofer, Franziska Knott und Elias Schmauß. Wellnhofer, der Deutsche Meister der Steirischen Harmonika aus Flossenbürg, die studierte Harfen-Musikerin Knott aus Brand und Kontrabass-Meister Schmauß aus Theisseil übertrafen sich selbst mit dem "Vierteljahrhundert-Dreiviertler" und dem "LeckmichaMarsch". Mit "Sunny", "Take 5" und "Chabada Samba" trieben sie die Begeisterung auf die Spitze.

Mundartdichter Wolfgang Leo Bäumler trug witzige Geschichten vor, machte seine Späße mit den anwesenden Stadträten Hans Forster und Josef Gebhardt, las die Weihnachtsgeschichte modern und amerikanisch, erzählte Jägerlatein und eine urkomische Story von seiner Kunstfigur, dem "Schöidl- Sepp". OTV sendet eine Aufzeichnung des Musikantentreffens mehrmals ab Dreikönig, 6. Januar.

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