Gute Resonanz auf Kathreinmarkt und verkaufsoffenen Sonntag in Weiden

Weiden in der Oberpfalz
20.11.2022 - 20:26 Uhr

Trotz oder gerade wegen des winterlichen Wetters zog es viele Menschen am Sonntag zu den Ständen des Kathreinmarktes und in die geöffneten Geschäfte in der Weidener Innenstadt. Der Tag überzeugte selbst zuvor skeptische Händler.

"Als ich von zuhause losgefahren bin, habe ich erst mal geschluckt, bei diesem Schneechaos. Das ist Gift für einen Tag wie heute", glaubte Wöhrl-Geschäftsführer Klaus Neumeier noch am Sonntagvormittag. "Umso toller ist es, dass wir trotzdem eine so gute Frequenz haben." Zweimal in Folge war der Kathreinmarkt ausgefallen. Die Neuauflage sollte jetzt den vorweihnachtlichen Einkauf wieder richtig ankurbeln. "Der Markt ist voll, die Leute sind da." Alles in allem: "Ein gelungener Start ins Weihnachtsgeschäft", bilanzierte Neumeier später am Tag.

"Natürlich nutzt man einen Tag wie diesen zum Flanieren." Man genieße den Besuch der Marktstände. "Und es wird auch gekauft." Denn das Wetter, so mies wie es sich anfangs gestaltet habe, spiele den Händlern jetzt in die Karten, erklärte Neumeier. Es "wintere". "Und die Leute kaufen entsprechend für den Winter ein." Das große Thema bei Wöhrl an Kathrein: "Pullover und Jacken." Angefeuert werde das Kaufverhalten bei den Kunden durch Aktionen in den jeweiligen Geschäften.

Wetter eher geschäftsfördernd

Auch Einzelhandelssprecher Tobias Sonna fand den plötzlichen Wintereinbruch kaufanreizend. "Lieber Schnee als Regen." Noch am Freitag habe er den ersten Schneefall aus Händlersicht verwünscht. Inzwischen glaube er aber, dass dieses Wetter doch eher geschäftsfördernd sei, sagte auch er am Sonntag. "Die Leute wissen jetzt, dass der Winter vor der Tür steht."

Er sprach vom "Tag der Händler, Tag der Marktkaufleute und Tag der Gastronomen. Denn die profitieren ja auch vom Ansturm." Sonna jedenfalls zeigte sich begeistert von der hohen Besucherzahl. "Das ist sicherlich noch nicht das Niveau wie vor Corona. Aber sehr, sehr hoch." Ohne Eigenwerbung laufe dennoch nichts. "Das muss jeder einzelne Händler für sich selber machen. Macht sich aber dann auch bezahlt." Newsletter etwa oder auch Inserate bei Oberpfalz-Medien. "Wer nicht wirbt, der stirbt."

"Kathrein ist ein guter Tag, um sich und seine Waren zu präsentieren." Die Kunden sollten merken, dass man für sie da sei. Und das dankten sie einem auch, berichtete Sonna. Das Kundenverhalten sei inzwischen wieder fast so wie vor Corona. "Sie schlendern, sie schauen und kaufen." Gezielt allerdings noch nicht. Die Lieferproblematik sei noch nicht gelöst. Aber der Einzelhandel habe vorgesorgt. "Unser Lager ist voll."

Gefragter Glühwein

Klaus Dotzler ist aus Tännesberg angereist. Der Kathreinmarkt habe Tradition, sagte er. Er freue sich nach zweijähriger Coronapause wieder auf eine Bratwurstsemmel und eine Tasse Glühwein auf dem Markt. "Das Wetter ist schlecht, aber es sind wahnsinnig viele Leute hier", freute sich eine Weidnerin, die mit ihren beiden Töchtern und einer Einkaufstasche durch die Marktstände bummelte. "Jetzt schau'n wir, dass wir wieder heim kommen. Uns wird's fast zu viel hier."

Die Markthändler sahen ihre Umsätze etwas verhalten. "Leute sind schon viele hier. Aber das Geschäft geht nicht", meinte Strumpf-Reiter, der mit Wollsocken handelt. "In den letzten Jahren war das besser." Auch Weihnachtsartikel-Händler Moser schüttelte den Kopf. Seiner Meinung nach lag das vorsichtige Kaufverhalten diesmal an den momentan hohen Energiepreisen. Die Leute hielten ihr Geld zusammen.

Für Elke Blum und ihren Glühwein-Verkauf lief der Sonntag gut. Sie merke allerdings schon, dass sich das Umland etwas zurückhaltender zeige, was sie aufs Wetter zurückführte. Am Ende war es wie immer: Je später der Nachmittag, desto dicht gedrängter schoben sich die Besuchermassen durch den Oberen und Unteren Markt.

 
 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.