21.09.2021 - 15:51 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Gute Weinernte und viele Touristen in Weiden am See

Weidens Partnergemeinde Weiden am See ist gut durchs zweite Corona-Jahr gekommen. 68 Prozent der Einwohner sind bereits geimpft. Und auch im Tourismus läuft's rund. Nur der Weinanbau bereitete den See-Weidenern kurzzeitig Sorgen.

Hier ist er drin. Bürgermeister Willi Schwartz (Mitte) präsentiert Bürgermeister Lothar Höher (rechts) und dem Weidener Sozialdezernenten Wolfgang Hohlmeier seine Weinfässer.
von Helmut KunzProfil

Im ersten Corona-Jahr wurde die Region stark von der Pandemie getroffen. „Wir hatten sehr viele Infizierte“, erklärt der Bürgermeister von Weiden am See, Willi Schwartz. Allein sechs Kindergartenkinder seien im Vorjahressommer positiv getestet worden. „Das war eine kritische Zeit.“ Inzwischen habe sich aber die Lage entspannt. „Die Durchimpfungsrate liegt bei uns bei 68 Prozent. Wir hatten nur zwei Infizierte im Ort."

Den Tourismus habe Corona nicht tangiert. Das lag vor allem daran, dass der Großraum Neusiedler See immer schon vom Sommertourismus lebe. „Wir haben, wie letztes Jahr, zwar auch heuer wieder drei Wochen später öffnen können.“ Aber das konnte in den Folgemonaten wettgemacht werden. 2020 hätten die vielen Inland-Urlauber die Betriebe am Leben gehalten. "Die kamen, weil sie sich hier frei bewegen konnten."

Kaum Verluste

Und heuer? „Läuft es auch sehr gut. Sowohl draußen, wie auch drinnen in den Gaststätten ist alles voll." Anders als in früheren Jahren. „Wir haben fast keine Verluste." Momentane Gäste: Bürgermeister Lothar Höher und Weidens Sozialdezernent Wolfgang Hohlmeier. „Die Partnerschaften laufen trotz Corona super und haben nicht gelitten“, schildert Höher die Lage. „Ich bin heuer zum zweiten Mal hier.“

„Die Freundschaften sind zu tief. Da bringt uns eine Pandemie nicht auseinander.“ Über die Anzahl Privatreisender aus der Partnerstadt könne sich See-Weiden nicht beklagen. "Da waren einige da", unterstreicht Schwartz (ÖVP), der bei der kommenden Bürgermeister-Wahl im Oktober 2022 nach fünf Amtsperioden nicht mehr kandidieren will. Höher hofft nun, dass wenigstens über Martini die Anreise einer kleinen offiziellen Delegation aus der Oberpfalz klappt. Im vergangenen Jahr hatte Corona das Ganserl-Essen ausgebremst. "Ich hoffe stark, dass auch Oberbürgermeister Jens Meyer mit kommt", sagt Schwartz. Höher: "Er kommt mit Bürgermeister Reinhold Wildenauer." Höher selbst werde nach 25 Jahren erstmals nicht dabei sein.

Momentan kletterten die Inzidenzzahlen auch in Österreich wieder hoch. "Das Burgenland ist das Bundesland mit den geringsten Zahlen. Wir hoffen, dass wir unseren Betrieb bis Ende Oktober weiterführen können." Wie Schwartz weiter erklärt, haben sich inzwischen sechs Max-Reger-Städter Familien am See eine Ferienimmobilie angeschafft. „Ich habe mir das auch schon überlegt“, sagt Höher. Schlussendlich sei er aber zur Überzeugung gekommen, dass dies nicht so sein Ding sei. „Man müsste das Haus ja auch putzen.." Was seiner Urlaubsphilosophie widerspreche. "Da steige ich doch lieber in Pensionen ab."

Hohlmeier hingegen liebt den Individualtourismus. Er will wissen, inwieweit der Gedanke inzwischen gereift sei, in See-Weiden einen Wohnmobilstellplatz einzurichten. Hohlmeier hatte das vor einem Jahr angeregt, weil er als leidenschaftlicher Wohnmobilist ständig auf den stark frequentierten Campingplatz im zehn Kilometer entfernten Podersdorf ausweichen müsse, wollte er die Partnergemeinde besuchen. Schwartz: Ein möglicher Stellplatz sei dem neuen Riesenparkplatz beim Strandbad zum Opfer gefallen. Der Wunsch sei nach wie vor da. Aber Schwartz hält Weiden am See einfach zu klein dafür.

Personalsorgen in der Gastronomie

Dass sich die Coronapandemie etwa negativ auf den burgenländischen Arbeitsmarkt ausgewirkt habe, kann Schwartz nicht bestätigen. "Im Gegenteil, wir haben zu wenig Personal." Gerade in der Gastronomie könnten die Gemeinden rund um den See noch weit mehr gebrauchen. "Auch unsere Topwirtschaft im Ort, der 'Fritz', kämpft mit Personalsorgen." Schwartz rechnet dem Betreiber hoch an, dass das Unternehmen während der Krisenmonate im Winter seine Leute nicht entlassen habe. Und zwar dank der Kurzarbeit. "Der Staat war da sehr großzügig."

"Wie der Wein heuer ausgefallen ist, kann man erst beschreiben, wenn er richtig vergoren ist." Die Qualität dürfte aber sehr gut werden und die Menge sei auch zufriedenstellend. "Letztes Jahr hatten wir Einbußen durch Hagel. Heuer lief es sehr gut. Was allerdings auf Messers Schneide stand, weil wir lange keinen Niederschlag hatten." Er habe seinen Weingarten bewässern können. "Das hat sich dann bei der Ernte positiv zu Buche geschlagen." Momentan steckten seine Weinbauer-Kollegen mitten drin in den Erntearbeiten. "Ich bin fast fertig. Ich habe nur noch Welschriesling draußen. Andere beginnen gerade."

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