Fangen wir mit einem Sozialdemokraten an. Sie waren schon ein besonderes Paar, der schwarze Zwack Günter und der rote Melch Sepp, der Bürgermeister und der Friseur. "Als der "Stotz" am Fichtenbühl zugesperrt hat", erinnert sich Melch, ist Zwack 1978 nach Ullersricht gewechselt. Vor 40 Jahren. Fortan kam er jeden Samstag morgens um 7.30 Uhr pünktlich, jede Woche zum Rasieren, alle zwei Wochen zum Haareschneiden. Und der Friseur war über die CSU immer sehr gut informiert. Andersrum war's ähnlich, doch sie haben ihr Wissen nicht rausposaunt. Sie konnten sich aufeinander verlassen. Im März dieses Jahres war Zwack ein letztes Mal zum Haareschneiden in Ullersricht. Dann spielte beiderleit Gesundheit nicht mehr mit. Melchs Erinnerung: "Ich habe mich über die vielen Jahre blendend mit ihm verstanden."
Ein paar Zahlen, die Zwacks politisches Leben bleuchten: Von Hans Schröpf in die CSU aufgenommen, gehörte er von 1966 bis 2008 dem Stadtrat an, davon 32 Jahre als zweiter Bürgermeister. 15 Jahre führte er die Weidener Christ-Sozialen, ab 1987 als Ehrenkreisvorsitzender. Es waren die Zeiten, in denen die Stadt ihre rasanteste Entwicklung nahm. Mit Hans schröpf als Oberbürgermeister und Gustl Lang als Minister. Knapp dahinter Zwack. Zu seinem 85. Geburtstag im Juli hatten wir ihn beschrieben: Strippenzieher und Querdenker, evangelisch getauft, ein Wirtschaftsliberaler, der es aber auch gut mit Gewerkschaftern wie Alois Wolfram konnte.
"Ich werde ihn vermissen", sagt auch Walter Leupold, der ihn als CSU-Chef beerbte und ihm viele Jahre ein guter Freund war. "Ein verschmitzter Politiker mit Ecken und Kanten." Aber auch "bürgernah und hochgeschätzt".Vor ein paar Wochen hat Leupold ihn noch einmal besucht in einem Alten- und Pflegeheim in Plauen, wo er sein Weiden so vermisste, wo immer was los war mit Meldungen und Gerüchten, zu denen er immer wieder gern beigesteuert hat. Hier aber hatte ihn der berühmte Schalk im Nacken schon verlassen. Dafür erinnert sich Leupold an Äußerungen wie "Was hab' ich wieder ang'stellt?" Dann hatte er mal wieder die Freiräume genutzt, die er sich erkämpft hatte, meint Lothar Höher, "zur Freude der einen und zum Schrecken der anderen". Als Stichworte sollen hier zwei Schließungen reichen, die des JuZ und die der WTW-Rutsche. Bezirkstags-Vize Höher war ein frecher JU-Vorsitzender zu Zwacks besten Zeiten. Doch der zeigte sich nicht abweisend. "Er war immer für neue Ideen zu haben", sagt Höher. "Und es war immer ein Erlebnis, mit ihm zusammen zu sein."




















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