"Sagt da oane zum andern, mei Frau kost ma viel Geld, sagt der andere: meine jeden Toag a Haufa Überwindung." Witze reißen in der Coronazeit. Geht das überhaupt? Markus Roth meint: ja. „Ich habe kürzlich einen Witz gepostet, der wurde über 10000-mal geliked und gesehen.“ Er appelliere deshalb an die Leute: „Verliert ja nicht euren Humor!" Er habe nämlich festgestellt, dass die Leute trotz Corona lachen wollten.
Und Lachen sei schließlich sein Geschäft. Vor vier Jahren hat Roth seine erste Witze-CD auf den Markt gebracht. Damals noch im bescheidenen Rahmen. Aber recht erfolgreich. Am 15. Mai folgt jetzt sein zweites Album, das er diesmal professionell herausbringen will. Die Idee dazu kam nicht wegen der Cornona-Pandemie: "Diese CD war ohnehin geplant, weil die Nachfrage einfach da war."
Markus Roth ist in der Weidener Volksmusikszene bekannt "wie ein bunter Hund". Als "Markus vom Hammerweg" lässt er sich gerne für Brautentführungen oder auch als Gstanzlsänger buchen. Dann spielt er auf seiner Quetschn und gibt den Humoristen. "Keiner meiner Live-Auftritte geschieht ohne Witze-Programm." Die meisten davon hat er sich selbst ausgedacht. „Die fallen mir einfach so ein. Natürlich kommt es immer auf das aktuelle Thema an.“ Auch ältere Scherze gibt er gern zum Besten. Witze wie: „Ich war acht Jahre lang in der ersten Klasse, weil mich der Lehrer so gemocht hat.“ Zeit, sich noch ein paar Witze auszudenken, habe er jetzt reichlich. Wegen der aktuellen Ausgangsbeschränkung sind alle Auftritte gestrichen.
„Ich bin inzwischen fast kein Musiker mehr. Ich bin heute verstärkt als Humorist und Witzemacher unterwegs." Und das soll sich auch auf seiner neuen Platte widerspiegeln. Vier Lieder auf der Quetschn. Dazwischen immer wieder Blöcke mit Gags. Roth rechnet mit 40 Minuten Witze-Kanonade und 15 Minuten Musik.
Die CD spiele er komplett in Eigenleistung ein. Bis hin zur Grafik und Gema-Abwicklung. Produziert werde der Silberling im eigenen Soundstudio, das sich in der Jahnstraße am Hammerweg befindet. Was neu sei: Sein eigenes Label „SSW Records Germany“. Damit kann Roth alle Aufnahmen, die er produziert, weltweit vertreiben. „Ich darf Läden bestücken, darf sie auf Downloadportalen veröffentlichen und sie dürfen in Funk und Fernsehen ausgestrahlt werden.“
Sein Label erlaube es auch anderen Künstlern, ihre Musik international vertreiben zu lassen. „Ich kann lenken, dass die CDs zum Beispiel bei bestimmten Discountern oder sogar weltweit in speziellen Tankstellen vertrieben werden." Bei ihm gehe alles Hand in Hand. Oben in der Wohnung das Aufnahmestudio, unten im Keller ein Vervielfältigungswerk für bis zu 1000 CDs.
„Wir brauchen keine Fremdfirma. Der Künstler kommt, nimmt im Soundstudio Weiden auf, bekommt seinen Label-Vertrag und unten in Folien verschweißt seine fertig gepresste CD mit handelstypischem Aufdruck und Cover." Momentan sei er aber noch sein bester Kunde, sagt Roth. Der Grund: Die Weidener Musikszene sei zu klein. Und: „Eine Aufnahme kostet Geld." Deshalb glaubten viele regionale Künstler, dass sie auch ohne eigene CD zurecht kämen.
Dass demnächst berühmte Volksmusikgruppen bei ihm anklopften, das hält Roth für unwahrscheinlich. Da müsse man schon auf dem Boden der Tatsachen bleiben. Aber technisch machbar wäre das. "Zu mir kommt der eine oder andere, um ein Geburtstagsständchen für die Oma oder einen Heiratsantrag für die Angebetete einzusingen."













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