07.01.2019 - 17:18 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Handel will Zeit bis zum NOC-Start nutzen

Der Weidener Einzelhandel bedauert die erneute Verschiebung des Eröffnungstermins beim Nordoberpfalz-Center. Und will die Warteschleife nutzen, um sich selbst noch besser auf die neuen Herausforderungen vorzubereiten.

Nach den Weihnachtsferien herrscht wieder Betrieb auf der NOC-Baustelle. In den nächsten Wochen sollen auch hier in der Sedanstraße die weiteren Fenster eingebaut werden.
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

Die Geduld, mit der die Mieter in der Stadtgalerie die Bauverzögerungen ertragen, nötigt Tobias Sonna hohen Respekt ab. "Da hängen viele Existenzen dran. Die der Geschäftsleute und die ihrer Mitarbeiter", betont der Vorsitzende des Weidener Einzelhandelverbandes. Es sei ihm ein Rätsel, wie die Betroffenen eine zweijährige Terminverschiebung abfedern könnten. "Wie soll man das kalkulieren können?" Betroffen sei davon ja auch der Einzelhandel vor Ort, wenn sich dessen Personal verändern und verbessern wolle. Der Weidener Einzelhandel scheue nicht den Wettbewerb. Aber nicht nur das Handwerk leide unter dem Problem Mitarbeitermangel."

Einen "lukrativen Mietermix" und einen "interessanten Spannungsbogen bei der Bekanntgabe der Ankermieter" versprach Fondara-Projektleiter Philipp Hlousek am Montag. Oberbürgermeister Kurt Seggewiß betont: "Die Verschiebung der Eröffnung ist zwar ärgerlich. Wir hatten uns schon auf den 14. März gefreut. Die Bauverzögerungen sind nachvollziehbar. Jetzt eröffnet das NOC eben im September. Darauf freut sich die ganze Stadt."

Jedem, der mit wachem Auge den Baufortschritt beobachtete, sei längst klar gewesen, dass das Nordoberpfalz-Center (NOC) nicht am 14. März öffnen werde, meint Sonna. Es gebe im Weidener Handel durchaus Spekulationen, dass der Bauherr nicht mit voller Kraft auf dem Gas gestanden habe, um die Termine einzuhalten. "Wenn die Stadtgalerie tatsächlich alles vermietet hätte, hätte Fondara alles daran gesetzt, um rechtzeitig mit dem Bau fertig zu werden", Da der Handelsstandort Weiden gut ausgestattet sei, wäre es wohl auch schwierig gewesen, attraktive zusätzliche Magneten und Ergänzungen zu finden.

Angesichts neuer Absatzkanäle (Internet) verzichte so mancher Filialist auf die Expansion und kostspielige Standorte. "Wir drücken dem Investor alle Daumen, dass er alle technischen Probleme beim Bau löst und es ihm gelingt, das Haus gut zu vermieten. Das Schlimmste für Weiden ist eine Bauruine oder ein Einkaufscenter, das nicht funktioniert."

In der Max-Reger-Straße sei es durchaus gelungen, die Attraktivität zu steigern, um dem Sog, den die Stadtgalerie entwickeln wird, standhalten zu können. Noch kräftigen Nachholbedarf gebe es aber in den anderen Straßen. Das "geschenkte halbe Jahr" müsse optimal genutzt werden, um Defizite wettzumachen. Noch stünden die Anregungen der Stadt aus, die ebenfalls zur Attraktivitätssteigerung der Einkaufsstadt führen sollten.

Sonna merkt zur Stadtgalerie generell an, dass sie für Weiden "einen Tick zu groß" werde. In der Größe von Hertie hätte sie gut funktioniert. Aber das ist alles nur noch Kaffeesatzleserei."

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