21.09.2020 - 11:32 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Hanns-Friedrich Kaiser gibt den Taktstock ab

Die Kirchengemeinde St. Michael und das evangelisch-lutherische Dekanat verabschiedeten Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser in den Ruhestand.

Hanns-Friedrich Kaiser dirigierte am Sonntag in offizieller Funktion zum letzten Mal die Kantorei von St. Michael.
von Helmut KunzProfil

Im zweiten Anlauf klappte es jetzt am Sonntagvormittag doch noch mit der Verabschiedung von Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser in den Ruhestand. Vor drei Wochen waren zwar die Ehrengäste schon einmal zusammengekommen, allerdings war der Kantor von St. Michael damals erkrankt. Oberbürgermeister Jens Meyer bezeichnete den Träger der Max-Reger-Medaille jetzt als einen „Local Hero“, als eine Größe, die man gar nicht beschreiben könne, die sich aber durch Bescheidenheit auszeichne.

„Wer Menschen gewinnen will, muss sein Herz als Pfand geben“, zitierte der Rathauschef den katholischen Geistlichen Adolf Kolping. Kaiser habe das musikalische Leben in Weiden und im Dekanat auf einzigartige Weise bereichert. Als kleines Dankeschön überreichte der OB dem Kirchenmusiker einen Kalender mit CD über Orgeln. Die Leiterin der Max-Reger-Tage, Petra Vorsatz, unterstrich die Begeisterung des Ruheständlers für den Weidener Komponisten Max Reger. Auf der neuen Max-Reger-Orgel habe Kaiser im vergangenen Jahrzehnt fabelhafte Konzerte geliefert.

„Du warst uns immer ein verlässlicher und verständnisvoller Partner.“ Vorsatz würdigte den grandiosen Chorleiter, begeisterten Musiklehrer und begnadeten Max-Reger-Interpreten. „So meisterhaft wie Du, wird es wahrscheinlich lange niemand mehr tun.“ Sie überreichte Kaiser ein eigens für ihn geprägtes Faksimile von Regers Werk „B.A.C.H“.

Thomas Bäumler dankte im Namen des Landeskirchenmusikdirektors. Kaiser, der beim Winsbacher Knabenchor musikalisch das Laufen gelernt und an der Münchner Musikhochschule studiert habe, wirke seit 1. Oktober 1982 als Kantor im Dekanat Weiden. Er habe Kirchenmusikgeschichte geschrieben. „Sie sind fester Bestandteil des Weidener Musikgeschehens.“ Der Dekanatsausschuss würdigte Kaisers Engagement für die Nachwuchsarbeit an der Orgel. Christoph Thomas dankte als Sprecher der Instrumentalisten der Kantorei Kaiser für dessen Wirken über die Generationen hinweg.

„Manchmal brauchst du jemanden, der dir Musik beibringt, manchmal will einer einfach nur deine Musik hören und getröstet werden“, betonte Pfarrerin Stefanie Endruweit. „Jeder sollte deshalb darauf achten, wie er singt oder spielt.“ Die Pfarrerin war es auch, die den Dekanatskantor offiziell verabschiedete. „Ich danke Ihnen dafür, dass Sie Ihre Gaben und Kräfte für uns alle eingesetzt haben." Ein herzliches Vergelt’s Gott galt der kompletten „Kaiserlichen Familie“, die den Gottesdienst oben auf der Empore musikalisch umrahmt habe. „Heute endet Ihr Dienst. Sie sind nun frei von allen damit verbundenen Aufgaben und Pflichten.“

Kaiser habe seine Arbeit immer als Verkünder des Evangeliums durch die Musik betrachtet, unterstrich Sybille Wagner. Sie sprach von einer künstlerisch anspruchsvollen Gestaltung der Kirchenmusik zum Lob Gottes. Aber auch von einer stets einfühlsamen Zusammenarbeit mit Predigern und Musikern. Kaisers Nachfolgerin Anna-Magdalena Bukreev dirigierte einen Lobpreis auf ihn. Dann schwang der Scheidende höchstpersönlich ein letztes Mal den Taktstock vor "seiner" Kantorei. Im Anschluss an den Gottesdienst waren die Gläubigen zum Umtrunk vor der Kirche geladen. Bei Kaiserwetter.

Hanns-Friedrich Kaiser prägte seit 1982 die Kirchenmusik im evangelischen Dekanat Weiden

Weiden in der Oberpfalz
Oberbürgermeister Jens Meyer bezeichnete den scheidenden Kirchenmusikdirektor Hanns-Friedrich Kaiser als einen "Local Hero".
Hanns-Friedrich Kaiser dirigierte am Sonntag in offizieller Funktion zum letzten Mal die Kantorei von St. Michael.
Standing Ovations für den scheidenden Kirchenmusikdirektor.
Ein Kirchenmusiker im Zeichen des Kreuzes.
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