Weiden in der Oberpfalz
02.01.2019 - 18:33 Uhr

Harter Kampf um Fahrgäste in Weiden

Taxifahren ist ein hart umkämpftes Geschäft. Wer zuerst kommt, mahlt zuerst. Ein Unternehmer erhebt schwere Vorwürfe gegen einen Konkurrenten. Der soll den Taxi-Funk abgehört und ihm so die Kunden weggenommen haben.

Tanja Fischer ist eine der Fahrerinnen von „City-Taxi“. Das Unternehmen beklagt, die Konkurrenz bediene sich unlauterer Mittel. Bild: Gabi Schönberger
Tanja Fischer ist eine der Fahrerinnen von „City-Taxi“. Das Unternehmen beklagt, die Konkurrenz bediene sich unlauterer Mittel.

Auf der Facebook-Seite von "City-Taxi-Weiden" ein Eintrag zu lesen, der sich auf ein Ereignis vom Samstagabend bezieht. "Gestern [...] ereignete sich bei uns ein Vorfall, den wir als hochgradig geschäftsschädigend einstufen", heißt es dort. Was passiert sein soll: Um 17.15 Uhr habe ein Stammkunde für 18.15 Uhr ein Taxi für eine Fahrt von Weiden zur Burg Wernberg bestellt. Kurz vor 18 Uhr sei ein weiterer Anruf eingegangen: Eine Frau habe die Buchung wieder storniert. Später am Abend, um 23.30 Uhr, bestellte ein Anrufer erneut ein Auto bei "City-Taxi": Von der Burg Wernberg sollte es zurück nach Weiden gehen. Laut "City-Taxi"-Inhaber Dieter Fischer wollte dieselbe Stammkundschaft, die zuvor die Hinfahrt bestellt hatte, nun zurückfahren. Die Fahrgäste hätten gefragt, warum sie bei der Hinfahrt bei einem anderen Taxi-Unternehmen einsteigen mussten, obwohl sie "City-Taxi" geordert hatten. Von einer Stornierung der Hinfahrt habe die Kundschaft nichts gewusst.

Nicht selbst abbestellt

Im Facebook-Beitrag behauptet "City-Taxi": "Unser Funk wurde mal wieder abgehört. Die Konkurrenz [...] hat eine Dame, die möglicherweise bei ihr beschäftigt ist, dazu angestachelt, bei uns anzurufen, um die Fahrt abzubestellen." Danach habe das Konkurrenzunternehmen selbst die Fahrt übernommen und den Gewinn eingestrichen. Unter dem Eintrag von "City-Taxi" finden sich gleich mehrere Kommentare, in denen Personen behaupten, ihnen sei so etwas Ähnliches auch schon einmal passiert.

Auf der Rückfahrt von der Burg habe die Stammkundschaft dem Fahrer erzählt, sie habe anfangs gar nicht bemerkt, dass sie auf der Hinfahrt in ein anderes Taxi gestiegen sei. Der Fahrer der Konkurrenz habe den Kunden mitgeteilt, er habe selbst erst vor kurzem den Auftrag für die Fahrt bekommen. Nachdem der Beitrag in Facebook veröffentlicht war, habe sich besagter Taxifahrer persönlich bei ihm gemeldet, berichtet Fischer. "Er hat mir gesagt, er ist da nur zufällig gestanden. Das kann aber nicht sein, weil er direkt vor dem Haus der Kunden gewartet hat." Hinzu kämen die Aussagen der Kunden, die denen des Fahrers widersprächen.

Bei dem von Fischer verdächtigten Unternehmen handelt es sich um die "Taxi-Zentrale". Geschäftsführer Georg Feiler widerspricht den Anschuldigungen Fischers auf NT-Anfrage: "Wir sind uns keinerlei Schuld bewusst. Es ist ausgeschlossen, dass jemand von uns da angerufen hat und das Taxi abbestellt hat. So etwas gibt es bei uns nicht." Dass hin und wieder ein Unternehmen einem anderen einen Kunden wegschnappe, passiere. "Das war schon immer so. Ich möchte da wirklich kein großes Fass aufmachen", erklärt Feiler. Und: "Für uns ist die Sache aus der Welt geschafft. Unser Fahrer hat ,City-Taxi' sogar kontaktiert, um das zu klären." Auch die "Taxi-Zentrale" verliere ab und zu Kunden an die Konkurrenz. Fischer hingegen kann sich nicht vorstellen, dass hinter der Aktion ein einzelner Fahrer steckt. "Sie werden nach Stunden bezahlt. Sie hätten also nichts davon, mehr Gäste zu befördern."

"Fast schon kriminell"

"Manchmal ist es ja auch einfach so, dass Leute abends, wenn sie aus der Stadt heimfahren, in ein falsches Taxi steigen." Dass aber jemand anrufe, sich als Kunde ausgebe, ein gebuchtes Taxi abbestelle und dann die Fahrt selbst übernehme, sei neu und habe eine ganz andere Qualität. "Das ist ja fast schon kriminell", ärgert sich der Inhaber von "City-Taxi".

"City-Taxi" möchte nun einen Anwalt konsultieren und gegebenenfalls rechtliche Schritte einleiten. Den Vorfall werde das Unternehmen auch bei der Stadt Weiden melden. Die beteiligten Stammkunden hätten zudem zugesagt, ihre Aussagen, falls nötig, zu wiederholen.

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