19.07.2018 - 10:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Ein Haus ohne Fundament"

Die provisorische Zufahrt zum neuen Gewerbegebiet liegt den Bürgern in Weiden- West schwer im Magen. Vor allem die Andeutungen im Stadtrat, dass diese an die Pressather Straße "andocken" würde, sorgt für helle Aufregung. Doch nun gibt es ein konkretes Versprechen von Lothar Höher.

Riesiger Ärger über die Verkehrssituation: 150 Bürger kommen zur Sitzung des Vereinskartells mit Baudezernent Oliver Seidel (vorne rechts) Bild: Wieder
von Josef-Johann Wieder Kontakt Profil

(wd) "Wenn das Kartell Weiden-West ruft, ist die Hütte voll", stellte Kartellvorsitzender Hans-Jürgen Gmeiner am Dienstagabend mit Blick ins überfüllte VfB-Sportheim fest. Tatsächlich hat sich hier einiges aufgestaut und zwar der Ärger über die Stadt Weiden, über deren Vorgehen beim Gewerbegebiet West IV, das dem Ortsteil "aufgepfropft" wird. Die Bürger fürchten noch mehr Staus, noch mehr Verkehrslärm. Grundlegende Fragen wie die Lösung des Verkehrsproblems seien ungelöst, trotzdem werde der Bebauungsplan betrieben. Die Stadt sei dabei, "ein Haus ohne Fundament" zu bauen.

Zwei Stunden lang stand Baudezernent Oliver Seidel, erst seit Oktober im Amt, im Kreuzfeuer der Bürger, die deutlich machten, dass sie das Gewerbegebiet an dieser Stelle nicht wollen. "Überdimensioniert, fehl am Platz" sei das Gewerbegebiet, betont Irene Kellner und bekommt den stärksten Beifall des Abends. Seidel musste einräumen, dass selbst nach langer Diskussion um West IV die Verkehrsprobleme nicht gelöst, der höhenfreie Kreisel nördlich der Einmündung der Müllerstraße nicht geplant sei und dessen Realisierung bis zu zehn Jahre dauern könne.

Stadt Weiden und Staatliches Bauamt seien kooperativ unterwegs, um die Planungen zu forcieren. Es werde eine Planungsvereinbarung geschlossen, in der Weiden das Projekt zur Genehmigungsreife bringe. Dennoch erklärte etwa Michaela Krämer die bisherigen Aussagen aus dem Rathaus zu "Wischi-Waschi": "Da bekomm' ich so einen Hals! Es ist ein Skandal, wie mit uns Bürgern umgegangen wird." Wolfgang Krämer und Gerhard Rix stehen für die vielen, die eine provisorische Zufahrt über die B 470 und Pressather Straße strikt ablehnen. Seidel betonte, es sei keine Option, den Verkehr durchs Wohngebiet zu führen. Er unterstrich, dass die Verkehrsprobleme bereits in den Gewerbegebieten I bis III sowie der B 470 begründet seien.

Bürgermeister Lothar Höher bat die rund 150 Gäste um Sachlichkeit. Weiden benötige dringend neue Gewerbeflächen. Es gebe genügend Anfragen, um das ganze Gebiet zu füllen. Auf Einspruch des Vereinskartells sei das gesamte geplante Gebiet bereits um 800 Meter stadtauswärts verschoben worden. Er versprach den Bürgern, dass es keine provisorische Zufahrt über die Pressather Straße geben werde. Angemerkt


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