Weiden in der Oberpfalz
16.10.2019 - 10:44 Uhr

Hörsaal für die Handtasche

Hochschule zum Mitnehmen: Die OTH Amberg-Weiden baut ihr digitales Lehrangebot weiter aus. Studenten können bald von überall auf mehr als 30 neue Online-Module zugreifen.

Prof. Ralf Ringler und Prof. Stefan Sesselmann entwickeln die digitalen Lehrangebote. Bild: exb/Ostbayerische Technische Hochschule (OTH) Amberg-Weiden
Prof. Ralf Ringler und Prof. Stefan Sesselmann entwickeln die digitalen Lehrangebote.

Die virtuelle Hochschule Bayern (vhb) unterstützt das Projekt mit 64.000 Euro.

Wie bekommt man einen Hörsaal in die Hand- oder Hosentasche? Prof. Ralf Ringler und Prof. Stefan Sesselmann von der Fakultät Wirtschaftsingenieurwesen kennen die Antwort, sie bringen ausgewählte Studieninhalte aufs Smartphone, Tablet oder Notebook. Die Themen für die 32 neuen Online-Lehreinheiten stehen bereits fest: Ringler stellt in zwei Modulen das radioaktive Edelgas „Radon“ und das radioaktive chemische Element „Polonium“ vor. Sesselmann gibt eine Einführung in das wissenschaftliche Arbeiten – in 30 Einheiten beschäftigt er sich unter anderem mit Literaturrecherche, korrektem Zitieren, wissenschaftlichem Schreiben, Projektmanagement, Statistik oder Publikation.

Die einzelnen Module haben eine Bearbeitungszeit von rund 45 Minuten. „Dabei stehen uns alle Möglichkeiten offen“, sagt Sesselmann. „Wir können das Wissen in Video- und Audiopodcasts vermitteln. Oder in interaktiven Lehreinheiten mit Filmen, Präsentationen und Aufgaben, in denen Studierende das Gelernte überprüfen können.“

Die Lernenden profitieren dabei nicht nur von der Multimedialität und Interaktivität der Module. „E-Learning ermöglicht, zeit- und ortsunabhängig zu arbeiten“, sagt Ringler. „Studierende können sich die Inhalte flexibel, dem eigenen Arbeitsrhythmus und Tagesablauf entsprechend einteilen. Ein großer Vorteil für alle, die eine Familie haben oder berufsbegleitend studieren.“

Also Lernen auf der Couch statt auf dem Campus? Am besten beides. „Wir entwickeln sogenannte Blended Learning-Einheiten“, sagt Ringler. „Das heißt: Wir bringen digitale und analoge Lehre zusammen – die neuen Module ergänzen die Veranstaltungen vor Ort.“ Studenten könnten so in Ruhe die Online-Inhalte durcharbeiten, in der Vorlesung bleibe dann mehr Zeit, um Fragen zu stellen und in die Tiefe zu gehen. „Mit dem Angebot unterstützen wir Studenten dabei, noch mehr aus ihrem Studium an der OTH Amberg-Weiden herauszuholen“, ergänzt Sesselmann. „In meinen Modulen zum wissenschaftlichen Arbeiten erwerben sie Kompetenzen, die sie über ihre gesamte Hochschulkarriere und später auch im Beruf erfolgreich einsetzen werden.“

Die vhb finanziert Blended-Learning-Einheiten an bayerischen Hochschulen im Förderprogramm „Smart vhb“. Das Ziel ist, ein Archiv für Online-Lerneinheiten aufzubauen, auf das Hochschulangehörige in ganz Bayern zugreifen können.

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