Weiden in der Oberpfalz
22.09.2026 - 09:37 Uhr

HofCapelle reist in der Michaelskirche Weiden durch den Barock

Barockmusik überwindet Grenzen: Die HofCapelle verband in St. Michael in Weiden musikalische Welten von Italien bis England. Besonders die Kombination aus historischen Instrumenten und Truhenorgel sorgte für ein farbenreiches Klangbild.

„Grenzenlos“ war das Konzert der HofCapelle in St. Michael überschrieben – und der Titel war Programm. Die musikalische Reise führte von Italien über Frankreich bis nach England. Werke von Legrenzi, Castello, Rebel, Marais und Locke ließen unterschiedliche Klangsprachen des europäischen Barock aufeinandertreffen. Froberger vertrat dabei die deutsche Tradition.

Besonders reizvoll war die Besetzung mit historischen Instrumenten und der Wechsel zwischen Ensemble- und Solostücken. Silvia Müller spielte die verschiedenen Blockflöten lebendig und agil, mit einem runden, warmen Ton. Die Barockvioline von Wakana Nishimura steuerte einen seidig-feinen Klang bei. Soshi Nishimura ließ die Viola da Gamba mit ihrem großen Stimmumfang hervortreten und sorgte für Wärme und Tiefe. Am Cembalo überzeugte Christoph Dittmar mit einem angenehm weichen Klang.

Immer wieder löste sich ein Instrument aus dem Ensemble und bekam seinen eigenen Raum. Die Froberger-Toccaten erklangen als Solostücke, gespielt von Dorothea Weser auf der mitgebrachten Truhenorgel. Auch Flöte, Violine und Gambe konnten sich solistisch präsentieren, bevor sie wieder zum gemeinsamen Ensembleklang zurückfanden. Gerade diese Wechsel machten hörbar, wie unterschiedlich die Instrumente ihren Charakter entfalten und wie sehr sich ihre Farben im Zusammenspiel verändern.

Ungewöhnlich war die Kombination aus Orgel und Cembalo mit den Soloinstrumenten. Sie verlieh dem Klang zusätzliche Fülle und Tiefe. Die HofCapelle spielte beweglich und spielfreudig. Tänzerische Leichtigkeit stand neben virtuosen Passagen und ruhigeren, innigen Momenten.

Bedauerlich war, dass sich nur wenige Zuhörer in St. Michael eingefunden hatten. Sie erlebten ein Konzert, das durchaus mehr Aufmerksamkeit verdient hätte. Am Ende führte die musikalische Reise dann doch noch zurück nach Deutschland: Mit Telemann als Zugabe setzte die HofCapelle einen Schlusspunkt, für den sich das Publikum mit lang anhaltendem Applaus bedankte.

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