24.07.2018 - 19:04 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Immer Ärger mit Telefonanbietern

Die Weidener Verbraucherzentrale zieht Bilanz für 2017. Dabei sind vor allem Telefonanbieter und Schlüsseldienste im Fokus.

Sie informieren über die größten Probleme von Verbrauchern: Elisabeth Graml, Curt Frings und Stefan Kurz (von links) von der Verbraucherzentrale in der Herzogstraße.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

(fuw) Probleme mit Mobilfunk- oder Festnetzanbietern: Internet zu langsam, versprochene Leistungen werden nicht eingehalten. Das treibt Ratsuchende in und um Weiden vornehmlich zur Verbraucherzentrale in der Herzogstraße, erklärt die Leiterin Elisabeth Graml. Besonders in eher ländlichen Regionen sei die Liste der Probleme mit Telekommunikationsanbietern lang.

2017 hat die Verbraucherzentrale 1419 Ratsuchende unterstützt. Die Beratungen seien zum Teil sehr aufwendig, würden immer länger und komplexer, betont Graml: "Wichtig ist, dass Verbraucher sich bei Problemen informieren und nicht voreilig handeln. Wir helfen mit unseren Beratungsangeboten gerne weiter."

Ein weiterer Dauerbrenner sei die Abzocke im Internet: "Das Angebot täuscht Verbraucher sehr geschickt und lockt sie in kostenpflichtige Bestellungen, ungewollte Abos und teure Verträge", erklärt Graml. Die Palette der Fallen reiche vom vermeintlich kostenlosen Kochrezept bis zu Schnäppchen-Plattformen. Die Expertin empfiehlt: "Wenn Sie Post von einem Inkassobüro erhalten, sollten Sie zunächst prüfen, ob dieses ordentlich registriert und seriös ist." Seit Februar 2018 bietet die Verbraucherzentrale auf ihrer Homepage einen kostenlosen digitalen Inkasso-Check an. Das Programm erstelle zudem einen Musterbrief, der für den Widerspruch verwendet werden kann - das sollte man einmal tun, und die Situation dann aussitzen. "Auf keinen Fall zahlen". In Weiden gab es 2017 35 Beratungen zu unberechtigten Inkassoverfahren.

Des Weiteren warnt Graml vor unseriösen Schlüsseldiensten. So wurde eine Weidenerin zum Betrugsopfer, die sich aus ihrer Wohnung ausgesperrt hatte. Der herbeigerufene Schlüsseldienst habe ihre Wohnung nach dem Öffnen ungebeten betreten und das Handy der Frau, das auf einer Kommode im Gang lag, "gepfändet", weil sie sich geweigert hatte, die verlangten 400 Euro zu bezahlen. Dieses eindeutig rechtswidrige Verhalten sei kein Einzelfall. Graml empfiehlt, gegebenenfalls sofort die Polizei zu rufen.

Vorab seien solche unseriösen Unternehmen nicht immer erkennbar, denn: Obwohl häufig eine lokale Telefonnummer angegeben ist, werde man zu einem Servicecenter weitergeleitet. Ihr Tipp: im Vorfeld einen seriösen Schlüsseldienst suchen und dessen Telefonnummer unter dem Türableger deponieren. Zur Info: Ein bundesweiter Markt-Check hat ergeben, dass eine normale Türöffnung tagsüber im Schnitt 71 Euro, an Wochenenden und nachts 119 Euro kostet. Sollte ein Schlüsseldienst keine telefonische Auskunft über seine Preise geben, sei Misstrauen ratsam.

Der Finanzexperte Curt Frings rät beim Thema Geldanlagen zur Vorsicht. Es sei generell nicht zu empfehlen, sich von Verkäufern beraten zu lassen, die auf Provision arbeiten. Man solle sich nicht verkaufen lassen. Im Zweifel sei es deshalb manchmal "besser, die Füße still zu halten". Er habe schon Betroffene erlebt, die mit Körben voller Versicherungsverträge zu ihm gekommen seien, um diese prüfen zu lassen - eine Folge dessen, dass manch unseriöser Versicherer mit der Angst vor Altersarmut spielte.

Stefan Kurz ist Sachverständiger für die Haustechnik. Er sagt: "Die Leute folgen den Tipps der Rechtsberatung gerne. Viele wissen aber gar nicht, dass es diese überhaupt gibt."





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