Morgens mit einem Kaffee auf der Terrasse sitzen und die Ruhe genießen. Was gibt es Schöneres? Nicht so schön ist es, wenn man stattdessen Baggerlärm lauschen muss und eine Rüttelplatte einem den Boden unter den Füßen vibrieren lässt. Noch schlimmer wird es, wenn das mehr als ein Jahr lang so geht. Mit so einem Fall haben die Bewohner der Flurstraße gerade zu kämpfen. Sie verbindet über 550 Meter die Mooslohstraße mit der Fleischmann- und Tulpenstraße.
Straßenarbeiten müssen nun mal sein, mag man darauf jetzt sagen, da muss man auch als Anwohner Verständnis haben. Doch bei einigen Bewohnern reißt der Geduldsfaden, wenn anscheinend die selbe Arbeit immer wieder gemacht wird. "Hier waren bestimmt schon mindestens drei verschiedene Firmen, die nacheinander die Straße aufgerissen und wieder zugemacht haben", erzählt Stephanie Schuster, eine Anwohnerin, im Gespräch mit Oberpfalz-Medien. "Die wissen dann gegenseitig nicht, wer was warum macht. Ich kann einfach nicht nachvollziehen, warum nicht die Straße einmal geöffnet wird und alles auf einmal erledigt werden kann."
Kaputte Reifen
Als zusätzliche Belastung für die circa 100 Anlieger ist der Straßenbelag mittlerweile mehr ein Geröllfeld. Schuster: "Hier ist seit über einem Jahr die reinste Steinwüste. Die Straße ist kaum befahrbar, der Internetanschluss ist zwischenzeitlich kaputtgegangen, und man ruiniert sich Reifen und Fahrräder." Für sie hat das auch das Fass zum Überlaufen gebracht: "Mein Sohn ist vor kurzem deshalb auf der Autobahn liegengeblieben. Mit einem platten Reifen. Das ist doch kein Zustand." Auch das Fahrrad ihres Mannes sei dadurch schon beschädigt worden. Sie habe sich mittlerweile an die Stadt gewandt, die ihr versicherte, die Straße solle möglichst bald gereinigt werden.
Auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien bestätigt Pressesprecherin Christina Geiger, dass der städtische Bauhof plant, neue Entwässerungsrinnen zu setzen. Danach könnten die Stadtwerke eine neue Asphaltfahrbahn erstellen. Geiger erklärt auch den Grund für die Baustelle: Es handle sich "um eine Maßnahme, bei der durch die Stadtwerke neue Ver- und Entsorgungsleitungen für Wasser, Gas und Kanal gesetzt wurden". Außerdem nutze die Telekom die Baumaßnahme, um neue Leitungen zu verlegen. Die Arbeiten sollten bis spätestens Ende Juni abgeschlossen sein. "Betreffend der Behinderungen bitten wir noch um Geduld und Verständnis."
Unterschiedliche Firmen
Aber warum werden nicht alle Arbeiten ausgeführt, wenn die Straße einmal geöffnet wurde, sondern immer wieder aufgerissen und zugemacht? Die Antwort darauf gibt Michael Kreis, Vorstand der Stadtwerke Weiden: "Für die verschiedenen Maßnahmen wie Strom, Gas oder Kanalleitungen braucht es verschiedene spezialisierte Unternehmen. Deren Zeitpläne sind leider nicht immer kompatibel, sodass alle gleichzeitig arbeiten könnten. Die einzelnen Maßnahmen müssen aber alle irgendwann ausgeführt werden."
Erschwerend komme noch hinzu, dass die Leitungen nicht zu lange offen liegen bleiben dürfen, da sie sonst beschädigt werden könnten. "Deswegen haben wir leider manchmal keine Wahl, als die Straße in einer kurzen Zeitspanne mehrmals zu öffnen und wieder zu schließen", sagt Kreis. "Wenn zum Beispiel eine Gasleitung beschädigt würde, wäre das sonst ein noch größeres Problem." Auch er bittet die Anwohner noch um Geduld. Zumindest hätten die Anlieger nach Abschluss der Maßnahme auf alle Fälle eine nahezu nagelneue Straße.
Wie oft muss saniert werden?
- Straße: Nach Ablauf der üblichen Nutzungsdauer, 25 Jahre bei Hauptverkehrsstraßen, bis zu 40 Jahre bei wenig befahrenen Straßen.
- Kanal: alle 30 Jahre, privat und öffentlich
- Gasleitungen müssen alle 12 Jahre auf Dichtheit kontrolliert werden.
- Wasserleitungen: spätestens nach 30 bis 50 Jahren, je nach Material.















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