02.04.2020 - 10:13 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Immer mehr Ältere gehen arbeiten

Viele Menschen gehen später in Rente und üben danach oft auch noch einen Minijob aus. Das hat ganz wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung in der nördlichen Oberpfalz beigetragen.

Ältere tun auch immer mehr für ihre Fitness, so wie hier beim Orthopädietag 2020, und können so länger im Arbeitsleben bleiben.
von Siegfried BühnerProfil

Seit mehr als zehn Jahren berichtet die Arbeitsagentur Weiden von einem starken Beschäftigungswachstum in der nördlichen Oberpfalz. Alleine in den vergangenen fünf Jahren gab es mehr als 10.000 neue Arbeitsplätze. Ganz entscheidend hat dazu beigetragen, dass ältere Arbeitnehmer immer später aus dem Erwerbsleben ausscheiden und so einen noch größeren Fachkräftemangel verhindert haben.

Ob freiwillig oder durch die Gesetzeslage gezwungen, rechnerisch ist in den vergangenen fünf Jahren fast jeder zweite zusätzliche Arbeitsplatz mit einem älteren Arbeitnehmer besetzt worden. Um 10.200 Arbeitnehmer ist die Gesamtzahl der Beschäftigten in den Landkreisen Neustadt/WN, Tirschenreuth und der Stadt Weiden laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit zur Jahresmitte des vergangenen Jahres im Vergleich zum Jahr 2014 angewachsen. Knapp die Hälfte der Zunahme entfiel auf Beschäftigte über 55 Jahre. Auffallend dabei auch, dass die Zahl der über 65-jährigen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der nördlichen Oberpfalz in dieser Zeit von 400 auf 850 zugenommen hat. Eine sich Jahr für Jahr um einen Monat erhöhende Regelaltersgrenze für den Renteneintritt hat einen wichtigen Teil dazu beigetragen.

Der Vergleich mit der Entwicklung in ganz Bayern zeigt, dass in der nördlichen Oberpfalz die älteren Arbeitnehmer im Beschäftigungssystem eine etwas größere Rolle spielen als im Durchschnitt in Bayern. So ist zum Beispiel in Bayern insgesamt innerhalb von fünf Jahren die Beschäftigtenzahl der 55- bis 65-Jährigen nicht um 41 Prozent wie in der nördlichen Oberpfalz, sondern lediglich um 37 Prozent angewachsen. Arbeitnehmer über 55 Jahre bilden in der Nordoberpfalz einen Anteil an allen Beschäftigten von 20,6 Prozent im Vergleich zu 19,3 Prozent im Bayern-Durchschnitt.

Eine noch deutlich größere Bedeutung auf dem Arbeitsmarkt haben die Älteren im Bereich der geringfügig Beschäftigten, also der Minijobs. Mehr als ein Drittel, fast 37 Prozent aller Minijobber, sind in der nördlichen Oberpfalz älter als 55 Jahre; 16 Prozent sogar 65 Jahre und älter. Innerhalb von fünf Jahren gab es bei den 55- bis 65-jährigen Minijobbern eine Zunahme um gut 20 Prozent auf fast 4500, bei über 65-jährigen eine solche um sogar fast 33 Prozent auf 3500. „Von wegen Ruhestand“ heißt es also immer häufiger. Auch hier zeigt übrigens der Vergleich mit dem Bayern-Durchschnitt, dass in der nördlichen Oberpfalz Minijobs unter den Älteren über 55 Jahre mit Abstand deutlich häufiger vorkommen. Um fünf Prozentpunkte liegt der Bayernwert unter dem der nördlichen Oberpfalz. Auffallend ist in dieser Statistik auch, dass unter den 55- bis 65-Jährigen gut zwei Drittel aller Minijobber Frauen sind, aber das Geschlechterverhältnis bei den über 65-jährigen exakt ausgeglichen ist.

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