22.11.2019 - 16:21 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Einer der intelligentesten Menschen der Welt kommt ins Fluchthaus

Thomas Wolf gilt als einer der intelligentesten Menschen der Welt. Am 22. Dezember kommt der 53-Jährige ins Fluchthaus Weiden und ins Fluchthaus Pressath. Wir haben vorab mit ihm gesprochen.

Wer bekommt diese Tür im Weidener Fluchthaus auf?
von Sonja Kaute Kontakt Profil

Thomas Wolfs Intelligenzquotient liegt bei mindestens 196, heißt es. Zuverlässig messen lässt sich das mit einem herkömmlichen Intelligenztest nicht. Aber der IQ-Test der "Giga-Society", für dessen Lösung Wolf mehrere Monate gebraucht hat, ergab diesen hohen Wert. Deshalb gilt der 53-Jährige als einer der schlausten Menschen überhaupt. Die "Giga-Society" ist eine Gruppe aus den mutmaßlich neun intelligentesten Menschen der Welt.

Am 22. Dezember kommt er mit voraussichtlich fünf Freunden nach Weiden und Pressath, um das Spiel in den beiden Fluchthäusern zu spielen. Denn sogenannte Escape Games sind ein Hobby des selbstständigen IT-Sicherheitsberaters.

ONETZ: Herr Wolf, was wäre eine kluge Einstiegsfrage für ein Interview mit Ihnen?

Thomas Wolf: Vielleicht diese: Wie definiert man den Unterschied zwischen Klugheit und Intelligenz?

ONETZ: Und wie lautet Ihre Antwort auf diese Frage?

Thomas Wolf: Intelligenz ist die Befähigung, komplexe, wenig strukturierte, logische Probleme zu lösen. Klugheit umfasst noch viel mehr: Lebenserfahrung, Kreativität, Bauernschläue, Weisheit.

Thomas Wolf sucht neue Herausforderungen.

ONETZ: Langweilen Sie sich oft in Gesprächen mit Mitmenschen?

Thomas Wolf: Ja, sehr oft. Ich spreche gerne mit Menschen, bei denen das nicht der Fall ist. In meinem Beruf ist es zum Glück nicht schwer, diese zu finden. Ich berate große Unternehmen zu Fragen der IT-Sicherheit.

ONETZ: Escape Games sind ein Hobby von Ihnen. Was fasziniert sie daran?

Thomas Wolf: Ich mache das schon, seit diese Spiele in Deutschland aufgekommen sind, also fast zehn Jahre. Vorher habe ich die Computer-Variante gespielt. Immer, wenn ich in eine neue Stadt komme, versuche ich, eine Runde zusammen zu bekommen, um ein Escape Game zu spielen. Es ist ein unglaublich schönes, interessantes Hobby. Es geht um das Erleben von interaktiven Geschichten in Verbindung mit geistigen Herausforderungen. Man fühlt sich wie eine Figur im Film oder in einer Fernsehserie.

ONETZ: Es heißt, Sie tragen häufig ein Taschenmesser, eine Regenhaut, ein Pflaster und eine Taschenlampe bei sich, um auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein. Bereiten Sie sich auf das Weidener Fluchthaus speziell vor?

Thomas Wolf: Nein. In Escape Games sind mitgebrachte Werkzeuge meistens nicht erlaubt. Statt dessen muss man alles im Spiel finden. Man darf zum Beispiel nicht einfach ein Schloss aufknacken, sondern muss den passenden Schlüssel finden.

ONETZ: Kommen Sie als einer der intelligentesten Menschen schneller durch diese Spiele als andere?

Thomas Wolf: Das hängt sehr vom Raum ab. Wenn es viele Zahlenrätsel gibt, bin ich meist extrem schnell. Geht es eher um die Sinne, zum Beispiel Gerüche oder Geräusche, ist das eher nicht so meine Stärke. Ich spiele am liebsten mit Freunden, mit denen ich schon eingespielt bin. In diesem Team ist jeder spezialisiert. Die anderen halten Zahlenrätsel meist für mich frei, und dafür weiß ich, wer von denen andere Rätsel besser lösen kann.

ONETZ: Was erwarten Sie sich speziell vom Fluchthaus Weiden und dem in Pressath?

Thomas Wolf: Ich bin sehr gespannt, denn die Räume haben überregional einen guten Ruf. Sie gelten mit zu den besten in Bayern, wenn nicht in Deutschland. Aber das Fluchthaus muss erst noch zeigen, ob es wirklich so gut ist. Bisher kenne ich nur den Ruf.

ONETZ: Was fällt Ihnen als erstes ein, wenn Sie an Weiden denken?

Thomas Wolf: Meine oberpfälzer Heimat, die schöne Gegend, die ich immer wieder gerne besuche. Die Verbundenheit ist noch da.

ONETZ: Stehen Sie mit den anderen acht Mitgliedern der "Giga-Society" in Kontakt?

Thomas Wolf: Wir stehen sporadisch per E-Mail in Kontakt, aber weniger, als ich es gerne hätte. Wir sind alle recht eigenbrödlerisch. Beim Austausch geht es zum Beispiel um Philosophie, Geschichte, aktuelles Weltgeschehen, internationale Politik.

ONETZ: Welche Vorteile haben Sie ihrer Erfahrung nach durch die hohe Intelligenz?

Thomas Wolf: Sie hilft mir im beruflichen Alltag. Darin geht es viel darum, zu analysieren und logische Zusammenhänge zu erkennen. Privat hilft sie mir manchmal auch, aber manchmal stehe ich mir dadurch auch selbst im Weg.

ONETZ: Was meinen Sie damit?

Thomas Wolf: Es ist für mich zum Beispiel schwierig, in ein Geschäft zu gehen, wo ich noch nie war. Weil ich die Einkaufsliste in der Reihenfolge schreibe, in der die Produkte beim Rundgang im Geschäft zu finden sind. Ich versuche generell, auf alles vorbereitet zu sein, aber das kann man realistisch betrachtet natürlich gar nicht sein. Es wäre manchmal klüger, spontaner die Dinge auf mich zukommen zu lassen.

ONETZ: Das klingt nach einem krassen Gegensatz: Auf alles vorbereitet sein zu wollen, und dann in einem Fluchthaus spontan auf die gestellten Probleme reagieren zu müssen.

Thomas Wolf: Genau das ist die Herausforderung, die mich reizt.

Info:

Zur Person

Thomas Wolf (53) kommt gebürtig aus Regensburg und lebt als selbstständiger Berater für IT-Sicherheit in München. 1991 hat er den Wettbewerb "Hacker des Jahres" gewonnen. Er ist seit 1999 als einziger Deutscher Mitglied der "Giga-Society". Als Zugangsvoraussetzung muss man einen Intelligenztest absolvieren, den der Gründer Paul Cooijmans erstellt hat. Wer diesen löst, soll einen IQ von mindestens 196 haben. Im Gespräch mit Oberpfalz-Medien kündigt Wolf an, ein eigenes Escape-Game im Rheinland nahe Düsseldorf eröffnen zu wollen, dessen zwei Räume er selbst entworfen habe. Betrieben werden soll das Fluchthaus von Freunden.

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