22.09.2020 - 10:49 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

"Interkultureller Herbst": Neue Signale gegen Rassismus

Coronabedingt mussten die im Frühjahr geplanten „Internationale Wochen gegen Rassismus“ abgesagt werden. Jetzt gibt es eine neue Veranstaltungsreihe, die sogar noch umfangreicher wird.

Das Programm des Interkulturellen Herbstes in Weiden präsentieren (von links) Paul Zitzmann und Nico Ehrhardt vom Bündnis Weiden ist bunt, Integrationsbeauftragte Susanne Reinhardt und Oberbürgermeister Jens Meyer.
von Siegfried BühnerProfil

„Wir lassen uns nicht unterkriegen“, sagt man sich beim Sprecherrat von Weiden ist bunt. Anstelle der im Frühjahr geplanten „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ gibt es nun ein an die Coronalage angepasstes verändertes Programm unter dem Namen „Interkultureller Herbst“. Mit 14 Veranstaltungen ist das Programm umfangreicher geworden, einige der ursprünglich geplanten sind dabei, aber viele neue kommen hinzu.

Nico Ehrhard und Paul Zitzmann vom Sprecherrat Weiden ist bunt stellten das neue Programm jetzt vor, mit dabei auch Oberbürgermeister Jens Meyer und die Integrationsbeauftragte Susanne Reinhardt. Zusätzlich zu Terminen des Aktionsbündnisses Weiden ist bunt wollen in diesem Herbst wieder mehrere Institutionen mit Konzerten, Vorträgen, Führungen und anderen Aktionen zur Förderung des interkulturellen Lebens in der Region beitragen. Mit dabei bei den Veranstaltern ist zum Beispiel die Jüdische Gemeinde Weiden und der Deutschsprachige Muslimkreis. Im Veranstaltungsprogramm heißt es unter anderem: „Vor allem aber wollen wir die Menschen erneut zusammenbringen in diesen herausfordernden Zeiten.“

Alle Veranstaltungen finden in den Monaten Oktober, November und Dezember statt. Das Veranstaltungsprogramm wird als Flyer demnächst verteilt werden. Das darin aufgeführte Beethoven-Konzert mit dem Internationalen Prager Jugendorchester muss entfallen. Weitere Änderungen sind möglich. Im Flyer sind auch die Anmeldemodalitäten aufgeführt. Dort nicht aufgeführt ist die Postkartenaktion mit Weidener Schulen. Sprecherratsmitglied Ehrhardt von Weiden ist bunt weist darauf hin, dass nach wie vor Bilder zum Integrationsthema, die auf Postkarten abgedruckt werden sollen, eingereicht werden können.

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Das Programm

  • Auftakt mit Vortrag über die SED-Diktatur: Die Veranstaltungsreihe beginnt mit dem Vortrag und Gespräch „Im Osten nichts Neues?“ mit Peter Wurschi, dem Thüringer Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur und der Grünen Stadträtin Laura Weber am Freitag, 9. Oktober, 19 Uhr im Café Mitte am Stockerhutpark 1, Weiden.
  • Zeitzeuge der NS-Verbrechen: Ernst Grube ist einer der wenigen noch lebenden Zeitzeugen, die die nationalsozialistischen Gräueltaten am eigenen Leib erleben mussten. Bis heute ist er unermüdlich als Zeitzeuge aktiv. Unter der Überschrift „Von einem der nicht aufgibt“ gibt es mit ihm ein Zeitzeugengespräch mit Film am Dienstag, 13. Oktober, 19 Uhr im Café Mitte.
  • Benefizkonzert „Musik von der Synagoge der Pilsener Region“: Es spielen das Duo Jarmila Vlachová am Akkordeon und Miroslav Vilímec an der Violine am Sonntag, 18. Oktober, in der Jüdischen Gemeinde Weiden, Ringstraße 17 oder bei schönem Wetter in der Synagoge Floß. Eintritt 10 Euro, Kartenvorverkauf zwei Wochen vor dem Konzert unter Telefon 0961/32794.
  • Stadtführung „Jüdisches Weiden“: Sebastian Schott vom Stadtarchiv Weiden lädt ein mit ihm Orte in der Innenstadt zu besuchen, die früher und heute das jüdische Leben in Weiden prägten. Sonntag, 25. Oktober, 14.30 bis 16 Uhr, Treffpunkt Freitreppe am Alten Rathaus.
  • Besuchstag in der Synagoge Weiden: Besuch der Synagoge Weiden mit Dieter Dörner, Kreisheimatpfleger des Landkreises Amberg-Sulzbach, am 28. Oktober, 19 Uhr, Jüdische Gemeinde Weiden, Ringstraße 17.
  • Sexismus im Rap: Die promovierte Hip-Hop- und Männlichkeitsforscherin Heidi Süß gibt Einblicke in diese Form der Musik und erklärt Hintergründe am Freitag, 30. Oktober, 19 Uhr im Café Mitte, Weiden
  • Shoa-Gedenktag: im November am Mahnmal in der Konrad-Adenauer-Anlage in Weiden.
  • Lesung über das Leben mit täglichem Antisemitismus: Juna Grossmann liest aus ihrem Buch „Schonzeit vorbei“ am Donnerstag, 12. November, 18.30 Uhr in der Aula der VHS in Weiden, Luitpoldstraße 24.
  • Ausstellung „Bunte Bänke“: Die Anfang Mai geplante Ausstellung wird jetzt nachgeholt. An Weidener Schulen wurden Holzbänke verteilt. Sie sollten von den Schülern zu Zielen des Bündnisses Weiden ist bunt kreativ gestaltet werden. 16 Schulen machten mit, 29 Bänke werden zu sehen sein. Ausstellungseröffnung am Donnerstag, 19. November, um 18 Uhr auf der Außenanlage des Jugendzentrums.
  • Erfahrungsaustausch der Flüchtlingshelfer: Unter der Überschrift „Interkulturell sensibilisiert im Engagement mit Geflüchteten“ findet am Samstag, 21. November, von 10 bis 15 Uhr ein Erfahrungsaustausch derer statt, die im Asyl- und Flüchtlingsbereich tätig sind. Veranstaltungsort: Café Mitte, Weiden.
  • Streichquartett spielt das Programm „Jewish Broadway“: Das renommierte "La Roche Quartett" gastiert am Sonntag, 22. November, (Uhrzeit wird noch bekanntgegeben) in der Max-Reger-Halle in Weiden. Eintritt 10 Euro.
  • Abschlussveranstaltung des Förderprojekts Famak: Das Familienintegrationsprojekt Famak von Arbeit und Leben Bayern endet in diesem Jahr. Zusammen mit musikalischer Begleitung wird am Freitag, 4. Dezember, um 16 Uhr im Café Mitte Weiden Bilanz gezogen.
  • Russische Jazz-Schlager: Konzert von "The Swinging Partysans" und Eddie Risner-Legasy am Sonntag, 6. Dezember, (Uhrzeit wird noch bekanntgegeben) in der Max-Reger-Halle in Weiden.
  • Internationaler Tag der Menschenrechte: Abgeschlossen wird der Interkulturelle Herbst mit dem Internationalen Tag der Menschenrechte am Donnerstag, 10. Dezember, 17 Uhr unter dem Motto „Aufruf zur öffentlichen Besinnung“. Amnesty International weist darauf hin, dass die Menschenrechte der UN vor 72 Jahren verabschiedet wurden. Gefragt wird „Wie steht es um diese in Europa und der Welt?“ Veranstaltungsort: Oberes Tor in Weiden.

 

 

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