Das Bistrot Paris war am Freitagabend komplett gefüllt. Trotz gleichzeitiger Großereignisse wie dem Dschungelcamp oder dem Frankenfasching in Veitshöchheim im Fernsehen ließen sich zahlreiche Besucher den Saisonauftakt des Weidener Jazz-Zirkels nicht entgehen. Für den traditionsreichen Verein war es zugleich der gelungene Start in das 51. Jahr seines Bestehens.
Auf dem Programm stand Funk- und Soul-Jazz, präsentiert von einer Formation erfahrener Musiker, die von Beginn an eine entspannte, zugleich mitreißende Atmosphäre schuf. Krankheitsbedingt musste der ursprünglich angekündigte Schlagzeuger und Percussionist Thorsten Zwingenberger, Bruder des Boogie-Woogie-Pianisten Axel Zwingenberger, kurzfristig absagen. Mit Dietrich Wöhrlin, Hochschulprofessor aus Rostock, fand sich jedoch ein ebenso routinierter Ersatz, der sich schnell in das Ensemble einfügte und maßgeblich zum geschlossenen Gesamtbild beitrug.
Gemeinsam mit dem Pianisten Lionel Haas, Gitarrist Alexey Wagner und Bassist Martin Lillich präsentierte die Formation "Berlin 21 Streetworkers" bekannte Titel aus Soul, Funk und Popjazz, ergänzt durch eigene Stücke aus dem Repertoire von "Berlin 21". Die Auswahl war bewusst publikumsnah gehalten und sorgte für erkennbare Wiedererkennung ebenso wie für neugieriges Zuhören.
Auf die Ohren der Jazz-Freunde gab es Material von Stevie Wonder, Sting, Bob Marley, Crusaders und den Jellow Jackets. Besondere Akzente setzte der kontaktfreudige Sänger Emil Wahlgren, der seit 2024 zur Band gehört. Mit seiner markanten Stimme und seiner natürlichen Bühnenpräsenz gewann er schnell die Aufmerksamkeit des Publikums.
Der lang anhaltende Applaus zeigte, dass die Rechnung aufging. Es waren Könner am Werk, die ihr Handwerk verstehen und es ohne große Gesten überzeugend präsentieren. Der Jazz-Zirkel bewies einmal mehr, dass Live-Musik auch jenseits großer Bühnen ihr Publikum findet.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.